20.11.2008: Flogging Molly, Street Dogs , Skindred, Time Again - Wiesbaden - Schlachthof

 


Die Eastpak Antidote Tour zieht erneut durch Deutschland und hat mal wieder ein deftiges Line-up im Petto. FLOGGING MOLLY, STREET DOGS, SKINDRED und TIME AGAIN sollen einheizen und zu allen Hardcoretouren dieser Tage tut diese Abwechslung mal wirklich gut.

So sieht das aber augenscheinlich nicht jeder, denn der heutige Austragungsort, der frisch renovierte Schlachthof in Wiesbaden, ist nicht wirklich gut gefüllt. SKINDRED beendeten gerade ihr Set und die STREET DOGS stehen in den Startlöchern. Leider fehlt den Herren aus Boston live viel an der Wucht, die sie auf Platte haben und so kommt es, dass auch kaum Stimmung aufkommt. Das grandiose „Mean Fist“ kommt völlig lasch rüber und auch die Tatsache, dass Sänger Mike während der ersten Songs seine Jacke anbehält, lässt nicht den Eindruck entstehen als ob er viel Lust habe. Wie auch immer. „Not without a Purpose“ wird dann endlich abgefeiert und nach dem dritten Anlauf klappt auch die Sache mit dem Circle Pit. Obwohl man sich so auf den Gig gefreut hat, ist man froh als es bereits nach 30 Minuten heißt, dass nun der letzte Song kommt. Und leider Gottes, „Stand up“ war nicht im Set.

FLOGGING MOLLY lassen sich nun rockstarmäßig viel Zeit und schleichen erst nach einer gefühlten halben Stunde auf die Bühne. Doch als sie dann da waren, ging es sofort rund. Der komplette, ja wirklich, der komplette Schlachthof setzt sich in Bewegung, mehrere Dutzend Bierbecher, ob leer oder voll spielt hier keine Rolle, fliegen durch die Luft, die ersten Körper gleiten über das Publikum und ein jeder singt lauthals mit. Innerhalb von 10 Sekunden ist der Ausnahmezustand geprobt. FLOGGING MOLLY spielen locker flockig ihr Set herunter und auch wenn sie Non-Stop auf Tour sind, sieht man ihnen keinerlei Routine an. Sympathisch wird mit dem Publikum geplaudert und natürlich gibt es Hits, Hits, Hits. Bereits recht früh kommt „Whistles in the Wind“, welches dankbar aufgenommen wird um mal ein wenig Luft zu holen. Dicht gefolt vom „Devil’s Dance Floor“. Enorm was Band und vor allem Publikum hier leisten. Bewundernswert ist auch, dass FLOGGING MOLLY eigentlich eher traurige und harte Lyrics in manchmal gar fröhliche Melodien packen und das ganze auch noch wunderbar passt. Schön ist auch, dass hier nahezu jedes erdenkliche Instrument eingesetzt wird und Abwechslung ganz groß geschrieben wird. „Drunken Lullabies“ sorgt heute für den Rausschmeißer, bevor man noch mal für eine kleine Zugabe zurück kommt. Zu kurz sind solche Konzerte ja immer, aber hier das hätte man sich locker noch 2 Stunden geben können.