21.01.2009: Luke Pickett, Emmy Shot A Unicorn, Erin - Köln - MTC

 


Es ist nicht gerade einfach eine große Menschenmenge zu einem eher unbekannten Künstler ins MTC zu locken. Schon gar nicht wenn man im Vorfeld nur spartanisch über das Internet Werbung macht und am selben Abend die Kaiser Chiefs in der Live Music Hall spielen. Diese Erfahrung dürften auch die Veranstalter des Konzerts von LUKE PICKETT gemacht haben. Der junge Songwriter beendete seine mehrtägige Tour durch den Westen Deutschlands an diesem Mittwochabend in Köln.

Ehe aber er selbst sein Set zum Besten gab, betraten ERIN aus Trier die Bühne. Mit zweistimmigen Gesang, Gitarren und Keyboard versuchten die drei aufgedrehten Querköpfe das Publikum für sich zu gewinnen. Klare Stimmen mit akustischer Gitarrenuntermalung prägten den Sound von ERIN. Dazu gab es gefühlvolle Melodien vom Klavier… nein Keyboard. Beim zweiten Song "Traffic Jam" und dem darauf folgenden Track verlegten die drei den Kölner Karneval vor: Das Publikum pustete Seifenblasen Richtung Band, diese dankte es ihnen mit Kamelle in Form von Gummibärchen. Auch die passende Kostümierung durfte nicht fehlen, und so trug der Keyboarder eine alberne Brille. Sowieso saß ERIN der Schalk im Nacken. Den dritten Song mussten sie abbrechen da einer der Sänger einen Lachkrampf erlitt. Nach einer missglückten "Wall Of Love" (was auch immer das seien sollte...) beendeten ERIN nach ca. 30 Minuten ihren Auftritt unter Applaus der holden Weiblichkeit. Herzallerliebst!

Es folgten: EMMY SHOT A UNICORN. Mit schrägen Klamotten liefen die sechs Oberhausener Jungs auf der Bühne ein. Letzte Woche spielten sie bereits in Köln, und unterstützen im Underground You Me At Six aus England. Dort passte ihr elektronisch bestimmter Screamomix schon nur bedingt hin. An diesem Tag waren sie jedoch noch mehr fehl am Platz. Eine laute, überdrehte und Breakdown performende Schreiband auf einem Akustikkonzert? Passt leider gar nicht. Aber was nicht passt, wird bekanntlich passend gemacht. Und so gaben sich EMMY SHOT A UNICORN alle Mühe durch freche Sprüche und einen reibungslosen Auftritt das Publikum für sich zu gewinnen. Diese Idee schien aufzugehen, denn nahezu keiner der etwa 50 anwesenden Gäste ergriff die Flucht. Sieben powergeladene Songs die Spaß machten und dadurch nahezu vergessen ließen dass man an sich eigentlich auf einem Akustikkonzert befand.

Nach einer sehr kurzen Umbauzeit folgte Headliner LUKE PICKETT. Der magere, verträumt wirkende Solokünstler aus London brauchte nicht viel um die Anwesenden in seinen Bann zu ziehen. Er begann seinen Auftritt mit seiner Coverversion von Justin Timberlakes "Until The End Of Time". Fast wie in Trance spielte er gefühlvolle Balladen und Liebeslieder. Eigentlich hätte man seinen Auftritt in vollen Zügen genießen können, wäre nicht ein pausenloses Blitzlichtgewitter niedergeprasselt. Dies, und das ständige Getuschel, brachte LUKE PICKETT aber keinesfalls aus dem Konzept. Er wirkte ganz in seiner eigenen Welt versunken und bot Songs wie "Blood Money" oder "Casino Brawl" mit voller Hingabe dar. Aber auch ein paar neue Lieder, die einen fast die Tränen in die Augen trieben, stelle er vor. Ein Kind von Traurigkeit ist er jedoch nicht. Denn er ließ sich auf die albernen Spiele der im Publikum stehenden Vorbands ein, und gab sich redlich Mühe das knallbunte Backdrop von EMMY SHOT A UNICORN zu lesen. Dies gelang ihm zwar nicht all zu gut, aber übel nehmen konnte es ihm keiner. Mit "Cruel Love" und einen neuen Titel als Zugabe beendete er sein kurzes aber stimmiges Set. Ein sympathischer Junger Mann mit viel Herzblut für seine Musik.

Anhören und genießen!