21.05.2008: The Kilians, Dave De Bourg - Koblenz - Circus Maximus

 

Wenn in Koblenz mal was los ist, dann so richtig. Manche Ereignisse sind in der Stadt in der Rhein und Mosel aufeinander treffen einfach unumgänglich, ob man will oder eben nicht. Für 12 Euro im Vorverkauf und 8 Euro an der Abendkasse konnte man sich das heutige, von Nicebandnights organisierte, Indiespektakel geben.

Der Ticketverkauf verlief sehr gut und so konnte man sich die wenigen restlichen Karten an der Abendkasse reservieren lassen oder eben auf Glück hoffen. Glück hatten die wenigsten und auch die Reservierungen waren knapp. So kommt es auch, dass um 20.00 Uhr bereits eine Schlange bis auf die Straße aus dem Circus hinaus ragte und viele enttäuscht den Heimweg antreten mussten. Ein Glück, dass morgen Fronleichnam gefeiert wird und niemand in die Schule muss. Wäre dies nämlich so, kann man sich sicher sein dass so manches Mando Diao T-Shirt im Schrank geblieben wäre.

Über 300 zahlende Gäste schafften es in die Katakomben (beachtlich, wenn man bedenkt dass selbst Silverstein dies nicht schafften) um die jungen Rabauken aus Dinslaken zu bewundern. "The Curls" hieß der Opener den wir leider verpassten. Allerdings ließ der Volksmund nichts Gutes zu berichten und man freute sich auf den Sympathen aus Gießen - Dave De Bourg. Dieser trat heute anstatt allein mit Gitarre, mit seiner Band auf. So klangen seine wunderbaren Lieder wie eine Mischung aus Tomte (in den guten Momenten) und einer poppigen, kitschigen Band (in den schlechten Momenten). Seine schönen Texte inkl. netter Stimme tut das allerdings keinen Abbruch, jedoch fehlt ein wenig der Gänsehautfaktor.

Nach einer dreiviertel Stunde ist die Band fertig und macht die Bühne frei für die neueste Entdeckung von Mr. Thees Uhlmann. Wenn das Grand Hotel ruft, dann springen sie alle. So auch die Kilians. Und zugegeben - einen besseren Mann im Rücken kann eine Deutsche Band gar nicht haben. Soviel sollte fest stehen. Mit einem imposanten Intro betreten die 5 leicht torkelnd die Bühne und müssen erstmal feststellen, was jeder Künstler in Koblenz feststellen muss - Koblenz ist leise. Und liebe Kilians, nein - das lag nicht an euch. Das ist einfach Koblenz. Schon ganz andere Künstler schauten verdutzt und mussten ohne Applaus die Bühne betreten.

Stürmisch begannen die Jungs ihr Set und wie das der Indierock so mit sich bringt, muss eine Band heutzutage scheinbar arrogant auf der Bühne wirken. Was die Arctic Monkeys und Mando Diao imposant vorgelebt haben wird von den Kilians auf interessante, aber wenigstens lustige Art und Weise weiter geführt. Sprüche wie "Das Lied ist für das Mädchen, welches mir hier vorne die ganze Zeit schon auf den Sack geht" stören niemanden, schon gar nicht das Mädchen in der ersten Reihe. Sie wird in der Schule allen von diesem Erlebnis erzählen, denn der Sänger ist so süß. Zugegeben - eine Band die von Pete Doherty ins Vorprogramm erwünscht wird, kann sich darauf auch was einbilden (vor allem wenn der Auftritt dann statt findet) und so erlebt man die Kilians auch. Der Sound im Circus Maximus ist glasklar und die Band macht ihren musikalischen Job 1a. Der rappelvolle Circus wird, soweit dies bei den Säulen mitten im Raum möglich ist, zu einem fröhlichen Tanzmob und freut sehr über den "hohen" Besuch im Örtchen. Der Drummer wirkt wie ein umherwirbelnder Monsun und lässt mich unweigerlich auflachen als ich an das Weezer Video mit den Figuren aus der Muppet Show denken muss.

Die Stimme des Sängers ist ein rauer Bastard aus englischem Akzent und whiskeyverdorbenen Irgendwas. Man muss sich selbst eingestehen, dass die Kilians zwar kein Meilenstein sind, allerdings stehen sie ihren Vorbildern in nichts nach. Die schönen Melodien, die Stimme, die Fans, das Auftreten. All das war (natürlich) scho nmal da, allerdings schon um Meilen schlechter. Als Stimmungsmacher dient Mr. H.P. Baxter und eine Bierdusche. Als Herzerwärmer das wundervolle "When will I ever get home". Als Tanzbarer Hit - Der Rest. Man kann sagen was man will - ob "Mädchenmusik", "arrogante Penner" oder sonst was - das (junge) Publikum frisst den Herren aus der Hand, und jeder hat doch mal klein angefangen.