21.06.2006: Billy Talent, Julia - Bochum - Zeche

 

Album mit dem simplen Titel "II" in Deutschland veröffentlicht wurde, ließ ich es mir nicht nehmen, die 4 Kanadier von BILLY TALENT in der Bochumer Zeche live zu bewundern.

Sehr verwundert war ich, als ich einige Tage vorher im Internet las dass das Konzert an diesem Mittwochabend bereits ausverkauft ist. Als ich um kurz nach 8 den Konzertsaal betrat, war es für die Uhrzeit auch schon erstaunlich voll, was auch wahrscheinlich daran lag, dass die Supportband pünktlich um 8 Uhr anfing. Die Band, die dort auf der Bühne zu dieser frühen Zeit schon aktiv war, konnte mich aber nicht recht überzeugen. JULIA aus Österreich versuchte, das Publikum mit ihrem mainstreamigen Rock/Punk/Metal anzuheizen, was teilweise auch ganz gut gelang. Denn ganz so schlecht wie der Bandname war die Musik auch nicht. Sie machten ihren Job ganz ordentlich, aber mich konnten sie aufgrund ihrer Austauschbarkeit wie gesagt nicht als neuen Fan hinzugewinnen. Es gibt wirklich etliche Bands aus dem Bereich die ähnlich, aber wesentlich eigenständiger und interessanter klingen.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es um Punkt 9 dann gleich Schlag auf Schlag mit den 4 Herren aus Toronto, Canada weiter. Nachdem sie mit "Billy Talent"-Chören aus dem Backstageraum gelockt worden waren, legten sie mit ihrer neuen Single "Devil In A Midnight Mass" gleich gut los. Erstaunlicherweise kannten enorm viele den Song dank den Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung auch schon (genauso wie den 2. Song des Sets, namens "Red Flag"), und konnten ordentlich mitgröhlen.

Relativ schnell entledigte sich Sänger Benjamin Kowalewicz seines T-Shirts und kühlte seinen Kopf immer wieder mit einer Trinkwasserdusche. Dies sei ihm nicht zu verübeln, denn so langsam wurden die Temperaturen in der Zeche tropisch. Zudem gab er am Mikro sein Bestes, gröhlte und krächzte was das Zeug hielt und raste über die Bühne wie ein aufgescheuchtes Huhn. Entertainmentfaktor 10!

In der ersten halben Stunde wurden enorm viele (meiner Meinung nach ein wenig zu viele) neue Songs gespielt. Gegen Ende des Sets wurden dann aber auch einige Hits aus ihrem selbstbetitelten Debüt-Album zum Besten gegeben, die natürlich vom Publikum gnadenlos abgefeiert wurden. Nach einer guten Stunde verließen die 4 Kanadier die Bühne, um danach ihre letzten Kräfte bei einer laut geforderten Zugabe aufzubrauchen. Als letztes Stück komplettierte (wie sollte es auch anders sein?) der Überhit "Try Honesty" eine durchaus gelungene Show, die alle Besucher von den Livequalitäten der Band wohl überzeugt haben dürfte... Und jetzt ab in den Plattenladen Eures Vertrauens und schnell ihr neues Album kaufen!