22.03.2015: Nasty, Lionheart, Cruel Hand, Desolated, Coldburn, Havenside - Karlsruhe - Stadtmitte

 


Die Taste Of Anarchy Tour, ein 6 Band Package, da kam es mir gerade recht, dass der Tour Stopp in Karlsruhe eine Matinee Show am späten Sonntag Nachmittag war. Ein Package bei welchem von vorne rein klar war, dass es sprichwörtlich nicht nur musikalisch auf die Fresse geben würde.

17 Uhr sollte es los gehen, kurz nach 17 Uhr kamen wir in der Stadtmitte an und stellten fest, dass COLDBURN gerade die Bühne geentert hatten. Wie sich kurz darauf herausstellte, hatten HAVENSIDE den Abend dann doch schon gegen 16:30 eröffnet, schade, hatte mir eigentlich vorgenommen, die komplette Breitseite an diesem Tag zu geben... COLDBURN hatten ihr exzellentes neues Album „Down In The Dumps“ im Gepäck und die Setlist war somit bunt gemischt aus alten und neuen Songs. Wie immer unglaublich agil und energiegeladen, merkt man den Jungs aus Leipzig an, dass sie sich seit Jahren live den Arsch abspielen. Die Anwesenden zeigten sich auch bei den neuen Songs textsicher nach gut 20 Minuten war es dann leider auch schon wieder vorbei... Irgendwie viel zu kurz, aber der Zeitplan bei 6 Bands war entsprechend straff.

Weiter ging es mit DESOLATED... Was soll ich schreiben... Nach wenigen Töne bildete sich ein riesiges Loch und los ging es mit der Karate Show... Im hinteren Drittel wurde es dadurch urplötzlich verdammt eng, so dass es für mich anstrengender erschien mich durch die Menschen nach draußen zu quetschen, als DESOLATED zu ertragen... Klar, irgendwie war all das zu erwarten und es war ja auch nicht das erste Mal, dass ich DESOLATED gesehen habe, beim letzten Mal in der vergleichsweise kleinen „alten Hackerei“ hatte ich das dann aber doch nicht so extrem empfunden... Amüsant auf alle Fälle die Aufforderung von Sänger Paul nach mehr Stagedives... Funktioniert nun leider relativ schlecht, wenn direkt vor der Bühne nur 10 Leute stehen und dahinter im fliegenden Wechsel die Füße und Fäuste wirbeln... Am Rande des Lochs standen die Leute den einen Fuß angehoben, falls einer der Fäuste oder Füße ihnen zu nahe kommen sollte und man so demjenigen direkt „einen“ mitgeben kann. Musikalisch ist der dumpfe, extrem tiefer gestimmte und langsame Beatdown teilweise recht druckvoll, aber dann doch verdammt eintönig und irgendwie hat man immer wieder das Gefühl, dass es mehr und mehr ein Soundtrack für die Szenen auf der Tanzfläche sein soll... Beim nächsten Mal werde ich mir die Jungs schenken und lieber frische Luft schnappen...

Irgendwie hatte ich mir wohl das Plakat nicht richtig angeschaut, jedenfalls rechnete ich fest damit, als nächstes LIONHEART auf der Bühne zu sehen... Als wir nach den ersten Klängen aus dem Innenhof wieder in den Konzertraum kamen, standen dann aber CRUEL HAND vor uns. Waren sie vor Jahren für mich die Entdeckung auf dem Groezrock Festival gewesen, so hatte ich mich an diesem Abend auch am meisten auf die Herren aus Portland gefreut, auch wenn das neue Album „The Negatives“ zwar richtig gut, aber leider keine Fortsetzung von „Lock&Key“ mit rotzigem Trash-Metal angehauchten Hardcore war. Wie hier im Interview zu lesen, stiegen nach den Aufnahmen zum neuen Album beide Gitarristen aus, sicher keine einfache Situation... Live konnten mich CRUEL HAND heute nicht 100% überzeugen, so war es ganz sicher kein schlechter Auftritt, aber irgendwie war der Sound nicht ganz so druckvoll und vielleicht waren aber auch meine Erwartungen zu hoch... Das neue Album stand klar im Vordergrund, den Abschluss bildete aber dann doch „Lock&Key“ und wurde auch kräftig abgefeiert....

Weiter ging es dann mit LIONHEART, welche nach 4 Jahren mal wieder in Europa auf Tour sind.
„Welcome To The Westcoast“, das akuellste Album bildete den Rahmen des Sets und ehrlich gesagt war ich ein wenig überrascht, dass es bei LIONHEART so richtig abging, der Platz vor der Bühne war brechend voll und es wurde mitgesungen was das Zeug hielt... Eigentlich fast kein Unterschied zu TERROR in der Stadtmitte 2 Wochen zuvor. Einfach eine richtige gute Hardcore Show mit allem was dazu gehört, zudem auch mit dem besten und druckvollsten Sound des Abends ausgestattet. „LHHC“ vom neuen Album sorgte am Ende noch mal für jede Menge Sing-A-Longs und Stagedives und macht schon jetzt Lust auf den Auftritt von LIONHEART auf dem New Noise Festival Ende August.

Alle der anwesenden Bands bedankten sich mehrfach während ihres Sets bei NASTY und hatten nur lobende Worte für die Jungs übrig. Auch wenn NASTY nicht zu 100% mein Ding sind, so hatte mich das neue Album „Shokka“ doch ein wenig mehr auf die Jungs aufmerksam gemacht. Was auch immer man von NASTY halten mag, die Band um Sänger Matthi gibt sich immer ungemein bodenständig und sympathisch. Der Sound mit nur einer Gitarre war nicht ganz so druckvoll wie bei LIONHEART, aber das lag eventuell auch an der Tatsache, dass NASTY nur mit einer Gitarre am Start sind. Mich haben die Jungs an diesem Abend dennoch überzeugt, nicht unbedingt weil sie die besten Songs haben, nicht weil das an diesem Abend ein bahnbrechender Auftritt war, viel mehr weil die ganze Band einfach ein sympathischer Haufen ist und sie allen voran versucht haben, dafür zu sorgen, dass alle eine gute Zeit hatten. Ein wenig nervig war, dass bei LIONHEART und NASTY eine Person aus der Tourcrew permanent mit Kamera und kräftigem Licht am filmen war und dabei nicht nur an der Seite stand, sondern mit seiner Kamera samt Schweinwerfer hin und her über die Bühne lief. Sorgt im Nachgang sicher für gute Aufnahmen, störte aber irgendwie dann doch.

Im späteren Verlauf des Abends gab es noch eine kleine Jam Session, da hatte ich aber schon den Heimweg angetreten, wer aber die Sänger von NASTY und CRUEL HAND in anderen musikalischen Gefilden sehen und hören will, kann sich Ausschnitte auf Youtube anschauen.

Alte Kommentare

von Lee Majory 06.04.2015 11:42

"Der Sound mit nur einer Gitarre war nicht ganz so druckvoll wie bei LIONHEART, aber das lag eventuell auch an der Tatsache, dass NASTY nur mit einer Gitarre am Start sind" Aha......