22.09.2007: Bad Boys For Life-Tour - The Bones, Demented Are Go, Al And The Black Cats... - Essen - Funbox Amalie Halle

 

Yeah, einmal fühlen wie James Dean zu seinen besten Tagen – Willkommen bei der Bad Boys For Life Tour 2007! Zwar war nur ein kleiner Teil des Publikums so gekleidet, aber es war trotzdem auffällig, wie sich manche zurecht machten für diese kleine Festival-Tour, die wieder erwarten in Essen nur knappe 350 Halbstarke anlockte. Der Stimmung sollte das dennoch keinen Abbruch tun, denn der Alkohol floss in Strömen und überhaupt war die Grundatmosphäre ausgesprochen angenehm, da man sich mal zu Abwechselung nicht vor verrückt gewordene Jogginhosen-Trägern in Sicherheit bringen musste. Es dominierte je nach Band sogar eher unterhaltsamer Schweine-Pogo mit eine Mischung aus Rock’n’Roll-Tanzsschritten.

Doch trotz der guten Stimmung durfte die zweite Band des Abends namens HÄNDE WEG JOHNNY nur vor einer kleinen Auswahl der Schmalztollen spielen, da der Rest es anscheinend bevorzugte vor der Halle dem Alkoholkonsum zu frönen. Dennoch konnte die Band durchaus zu Gefallen wissen, auch wenn mir persönlich der Rockabilly der Band nach einer knappen Viertelstunde auf die Nerven ging, da HÄNDE WEG JOHNNY Abwechselung eher klein schreiben und die Frontfrau eher durch Dummheit als souveränes Stageacting glänzte. Tja, wahrscheinlich war ich nicht der einzige der lautstark applaudierte als die Band ihre letzten zwei Songs ankündigte.

Im Anschluss an HÄNDE WEG JOHNNY boten AL AND THE BLACK CATS eine wesentlich bessere Show, die kurzweilig und mit viel Humor garniert war. Vor allem der Gitarrist sorgte mit seinen wilden Sprüngen und schier endlosen Grimassen-Potential für gute Laune. Dem Publikum, wie der Band, sah man den Spaß deutlich an und es kam einem nicht wie 45 Min vor, als die Band zum letzten Song aufforderte noch mal das Tanzbein zu schwingen. So macht Rock’n’Roll Spaß!

Das man allein durch einen Misfits-Look und einem Schuss Psychobilly so beliebt werden kann, muss man mir erst noch erklären, denn ich empfand den Auftritt von DEMENTED ARE GO als ganz schön lahm. Der Sänger torkelte unkoordiniert über die Bühne und auch der Rest der Band schien nicht mehr so ganz auf der Höhe zu sein. Doch zu meinem Erstaunen wurde die Band von Anfang an abgefeiert und der Stimmung tat es auch keinen Abbruch, dass die Band aus eigener Faulheit mal eben zwanzig Minuten später angefangen hat. Tja, vielleicht war ich einfach zu nüchtern. Ich persönlich konnte dem Auftritt nicht so viel abgewinnen und war umso gespannter auf THE BONES, die sich bereits hinter der Bühne warm machten.

Kaum war der Soundcheck vorbei und das Intro abgeklungen, betraten auch letztere genannte die Bühne und durften sich einem regen Zuschauerzuspruch gewiss sein. Ihr rotziger Punkrock mit einem Schuss Rock’n’Roll erwies sich erneut als Partygarant und die Anwesenden klebten an den Lippen der beiden Sänger Beef und Boner, die sich durch eine große Portion Arroganz hervortaten, aber auch im gleichen Zuge deutlich machten, dass es zur Show der Band gehört. Mit ‚Flatline Fever’ gab es sogar einen neuen Song des bald erscheinenden Albums „Burnout Boulevard“ zu hören und als nach einer alkoholgetränkten Stunde das Set sich dem Ende neigte, waren die meisten mehr als Glücklich und man kann getrost das Gesamtfazit ziehen, dass die wenigen Gäste durchaus das beste aus der Situation gemacht haben. Im Großen und Ganzen war es ein unterhaltsamer Abend mit einem musikalischen Rahmenprogramm, dass nicht ganze meine Baustelle darstellte, aber Spaß machte.