22.11.2014: Machine Head, Darkest Hour - Kesselhaus - München

 

Machine Head hatten in München im Hinblick auf die gebuchte Location irgendwie Glück im Unglück. Fangen wir mit den guten Nachrichten an: das Kesselhaus war bis auf den wahrlich aller letzten Platz restlos ausverkauft und man kann davon ausgehen, dass die Damen und Herren des Ordnungsamtes angesichts des Füllstandes der Halle beide Augen zugedrückt haben. Die schlechte Nachricht für Machine Head: da wäre mehr Publikum im Zenith drin gewesen, allerdings residierte dort kein geringerer als Slash. Aber sind wir und ehrlich: lieber eine volle kleinere Halle als eine halbvolle Riesenhalle.

Erste Band des Abends waren die nach einem Corrosion of Conformity Song benannten Diablo Boulevard aus Antwerpen. Diese versuchten mit ihrem modernen Metal Fuß zu fassen, was allerdings angesichts des präsentierten Songmaterials nur bedingt gelingen mochte. Zu beliebig waren die Songs, zu aufgesetzt die Bühnenpräsenz und nach 2-3 Songs kam die Band einfach nur austauschbar rüber. Diablo Blvd klangen wie ein recht günstiger Abklatsch von Avenged Sevenfold mit Glenn Danzig an den Vocals.

Interessanter wurde der Abend dann schon mit den famosen Darkest Hour, die mit ihrem selbstbetitelten Album auch ein heisses Eisen im Feuer hatten. Die Band wurde auch vom Publikum sehr wohlwollend begrüsst und präsentierte eine Setlist die primär aus dem aktuellen Album und „The Human Romance“ bestand. Darkest Hour spielten sich sehr routiniert und vor allem auf Seiten der Gitarristen sehr versiert durch das Set, aber der Funke wollte nicht so wirklich überspringen. Ich persönlich habe hier primär die Vocals von John Blakemore Henry als Schwachstelle ausmachen können. Vielleicht hatte John hier einen schlechten Tag aber das was da in Sachen Growls rüberkam waren keine Metal Growls sondern ein ziemlich dünnes Gräulchen. Bei den melodischen Vocals war in München Totalausfall zu vermelden, selbige waren kaum zu hören und wenn, dann war das viel aber nicht melodisch. So hinterliessen die zuletzt auf Platte so starken Darkest Hour einen ziemlich durchschnittlichen Eindruck. Schade.

Nach einer ewig langen Umbaupause war es schließlich Zeit für Machine Head. Selbige kündigten ein paar Wochen vorher an, dass sie zum aktuellen Album „Bloodstone & Diamonds“ keine Festival und Support Gigs spielen sondern nur noch Headline Shows bestreiten werden. Mit Ozzy’s „Diary Of A Madman“ als Intro betraten die Mannen um Robb Flynn die Bühne und legten mit „Imperium“ los. Von Anfang an zeichnete sich ab, dass der Wechsel am Bass von Adam Duce zu Jared MacEachern ein absoluter Gewinn für die Band war. Jared ist spielerisch gut, ergänzt sich beim Singen von Harmonien hervorragend mit Robb Flynn und hat ein klasse Auftreten auf der Bühne. Im weiteren Verlauf des Konzert spielten sich Machine Head quer durch mehr oder minder alle Alben der Bandgeschichte. Sogar die von Fans eher verschmähten Platten „Supercharger“ und „The Burning Red“ waren mit in Summe 3 Songs vertreten. Der Schwerpunkt der Setlist lag allerdings klar auf „Bloodstone & Diamonds“ und „Blackening“. Als besonders schönen Moment empfand ich die Einleitung zu „Darkness Within“ bei der Robb über seine Leidenschaft zur Musik philosophierte. Das kann man jetzt auf der einen Seite als reinen Pathos abtun aber mich hat das irgendwie berührt. Über den Song selbst muss man nicht mehr viel sagen: Gänsehaut pur. Hervorheben möchte ich noch unbedingt die Lightshow, welche wieder von Martin Kames gemacht wurde, der zudem auch für das immer gelungene Licht bei Heaven Shall Burn verantwortlich zeichnet. Ich habe selten, sehr selten, eine solch gut durchdachte, konsistente und zur Band passende Lightshow gesehen wie an diesem Samstag in München. Auffällig war hier insbesondere das dezente Hervorheben kleinster Details: so wurden beispielsweise bei ein paar Songs die Machine Head Logos auf den Backdrops gelb angestrahlt so dass selbige in der Old School Machine Head Farbgebung schwarz-gelb erschienen. Das hatte alles Hand und Fuss, passte wunderbar zur Band und sorgte für ein sehr stimmiges Gesamtbild.
Nach ca 2 Stunden Spielzeit verliessen Machine Head mit „Halo“ als Rauswerfer die Bühne verabschiedeten ein sichtlich zufriedenes Publikum mit dem John Lennon Cover „Imagine“ von A Perfect Circle in die Kälte. Das war, die Vorbands explizit ausgenommen, ein verdammt starkes Konzert!