(22.04.2016): ITCHY POOPZKID, TIM VANTOL, ALEX MOFA GANG - Erlangen - E-Werk

 

Der zweite Teil der großen „SIX Tour“ von ITCHY POOPZKID endete am Freitag im E-Werk in Erlangen.

Der Singer-Songwriter TIM VANTOL aus den Niederlanden war natürlich auch hier mit am Start. Als weiteren Support wurde die ALEX MOFA GANG aus Berlin eingeladen.

Das E-Werk war mit knapp 1000 Menschen nahezu ausverkauft und somit die größte Show der Tour.

Als erster Act des Abends betrat die ALEX MOFA GANG die Bühne. Ihr rockig-poppiger Sound geht live noch mehr ins Mark als auf Platte/ CD. Beim Song „Richtung, Weg!“ suchte Frontmann Sascha wieder den Kontakt zum Publikum und hat sich auf den Weg in die Mitte der Menschen gemacht. Ab da an tauten die Leute mehr und mehr auf. Sascha forderte auf, eine Wall of Death zu starten. Gesagt – getan. Alle sprangen bei den nächsten Takten wie wild aufeinander ein und hörten danach nicht mehr auf zu tanzen und zu pogen. Nicht nur die Fans hatten Spaß, denn es war auch nicht zu übersehen, wie viel Freude die Jungs auf der Bühne hatten! Die ALEX MOFA GANG schafft es eben immer wieder die Leute perfekt einzustimmen.

Bevor dann TIM VANTOL als nächster Support kam, wurde noch sein „Banner“ befestigt: Ein ca. A2 großes Blatt Papier, auf dem mit Edding ein Wohnwagen mit der Aufschrift „TIM VANTOL“ gezeichnet wurde. Das schon ganz schön charmant! Der Mann braucht eben nicht mehr als seinen Wohnwagen, seiner Gitarre und seiner Stimme.

Anfangs beeindruckte er den Saal wieder damit, dass er so ein lautes Organ hat, sodass er einfach kein Mikrofon zum Singen braucht. Warum auch? Sogar in der hintersten Ecke konnte man ihn singen hören. Einfach unglaublich.

Bei Songs wie „If We Go Down, We Will Go Together!“ mussten sich die ITCHY POOPZKID Fans wieder unter Beweis stellen und so laut mitgrölen, wie es möglich war. Es war unbezahlbar, zu sehen, wie dankbar TIM VANTOL war, dass er die Band auf ihrer Tour begleiten durfte.

Nach diesen zwei grandiosen Voracts kamen dann ITCHY POOPZKID auf die Bühne. Der Saal war zu diesem Moment einfach unglaublich voll. Ich habe die Jungs nun schon über die Jahre sehr oft live erlebt, aber das, was da in Erlangen abging, war ungelogen das beste Konzert, das ich von ihnen erlebt habe. Warum?

Zum einen war es der Tourabschluss – das heißt: Emotionen sind vorprogrammiert und ich habe die Fans noch nie so sehr ausrasten sehen. Vom ersten bis zum letzten Ton stand keine Stelle des E-Werks still. Irgendwer hat vor der Show Luftballons mit Leuchten innendrinnen ins Publikum geschmissen. Sibbi (Gitarre ITCHY POOPZKID) hat sich, wie er sagte, ein bisschen davon ablenken lassen, aber sah ja auch sehr schön bunt aus.

Der Pit wurde mit der Zeit immer größer und schneller. Songs wie „Never Say Die“, „Why Still Bother“ oder „We Say So“ ließen den Leuten auch keine andere Wahl.

Es gab auch wieder viele, die auf den Köpfen der anderen badeten – Crowdsurfer.

Das E-Werk ist übrigens eine wunderschöne Location: Floor unten, hinten Treppen und dann gibt es auch noch einen Rang oben. Von diesem ist dann einfach mal ein Typ runtergesprungen – er lebt noch.

Später wollte das natürlich noch jemand ausprobieren. Verständlich, denn das sah schon ziemlich spaßig aus, aber dieses Mal war die Security dann doch schneller.

Irgendwann sagten die Jungs von ITCHY POOPZKID, dass sie eine Nachricht erhalten hätten, dass bei ihrem Gig ein Junggesellenabschied gefeiert wird. Der Glückliche, Michi sein Name, wurde daraufhin auf die Bühne geholt und durfte einmal Backliner spielen, da Bobbes (Backliner ITCHY POOPZKID) beim nächsten Song singen (bzw. schreien) musste. Michi musste sich ein Bier an die Hand tapen und zeitgleich Gaffa und Hammer halten, damit er für den Fall der Fälle vorbereitet ist. So stand Michi also bei „The Weight oft he Water“ an der Seite, trank sein Bier und passte auf, dass alles gut geht.

Bobbes schrie sich währenddessen die Seele aus dem Leib – und wie!! Ich hatte das Gefühl, dass er diesen Song noch nie mit so viel Energie performte, wie in Erlangen. Hut ab!
Wir Menschen im Publikum sprangen dabei kuschelnd Arm in Arm zu dem Takt. Der ganze verdammte Saal machte mit. Sogar die, die oben auf dem Rang standen! Geil.

So wie Sascha der ALEX MOFA GANG gaben sich auch Panzer (Bass ITCHY POOPZKID) und Sibbi wieder samt Gitarre ins Publikum gequetscht und dort zwischendurch weitergespielt.

Auch in Erlangen musste jemand gefunden werden, der beim Song „Silence is Killing me“ die Drums spielt, damit sich Max (Drums ITCHY POOPZKID) eine Pause gönnen kann. Matthias (Mathias?) war dieses Mal der Glückliche. Er spielte den Song zwar etwas langsamer als sonst, wie die ITCHIES meinten, aber das haben glaube ich nur sehr wenige wahrgenommen.

Es gab auch noch eine Art „Premiere“: ITCHY POOPZKID haben sehr, sehr oft an dem Abend erwähnt, wie unfassbar geil das Konzert sei und irgendwann bedankten sie sich einfach bei ihrer gesamten Crew. Ja, sie haben DANKE gesagt! Kurzer Hand wurden alle Mitglieder kurz vorgestellt. Das machen ITCHY POOPZKID sonst nie. Es war nicht zu übersehen, wie überrascht die Musiker von sich selbst waren, dass sie sich tatsächlich vorgestellt haben.

Ich habe die Band noch nie so schwärmen hören, wie toll der Gig war und wie froh sie sind, dass so viele verrückte Menschen mit ihnen zusammen feiern.  Zudem meinten sie noch, dass „TIM VANTOL das Beste sei, das ihnen passieren konnte.“ So viel Liebe an einem Abend!

Es ist immer wieder erstaunlich, dass ihre Konzerte niemals eintönig werden und sie jedes Mal über 100% geben. Deswegen: Es lohnt sich immer und immer wieder diese Band live zu erleben! DANKE SEHR.