23.05.2007: The Robocop Kraus, Poni Hoax, Ragazzi - Köln - Gebäude 9

 


Champions League oder Intro Intim? Tanzbein oder Couch? Noch auf dem Weg zum Gebäude 9 grübelte ich, ob es auch die richtige Entscheidung war, die ich getroffen hab. Als ich gegen 21:00 Uhr am Veranstaltungsort eintreffe, scheint es so als hätten sich auch ein Großteil der Kölner Musikfreunde für die erste Alternative entschieden. Gähnende Leere vor und in der Location und nur ein Wagen des WDR spricht dafür, dass hier heute Abend irgend etwas stattfindet.

Als RAGAZZI zögerlich die Bühne betreten und die ersten Keyboard/Piano Klänge ihren Weg nach draußen finden, kommen dann doch die ersten Leute aus ihren Löchern gekrochen und ein gemischtes Publikum von ca. 50 Leuten reiht sich in sicherem Abstand vor der Bühne auf. Mit den Händen in der Hosentasche wippt man entspannt mit dem Fuß zu den Indiepop/ -rock Klängen und dem bedächtigen Treiben auf der Bühne. Im Mittelpunkt steht Keyboarder und Sänger Matze Einhoff der sichtlich in seiner Musik aufgeht und sich von den um ihn rumschwirrenden Kameraleuten nicht beirren lässt. Ein nettes aber auch nicht wirklich spektakuläres Set endet nach ca. 40 Minuten und die Leute strömen erneut in Richtung der lauen Abendluft.

Wesentlich präsenter zeigten sich die verrückten PONI HOAX aus Frankreich. 2 Keyboards, kein Bass und ein durchgeknallter Sänger, der auf der Bühne flaniert und gelegentlich in die Luft hüpft. Zu jeder Zeit hat mindestens eines der Bandmitglieder lässig eine selbstgedrehte, filterlose Zigarette im Mundwinkel hängen oder zieht beiläufig an der selbigen. Ein wahrlich verschrobenes und tanzbares Indieversum wird hier auf der Bühne abgefeiert, welches das mittlerweile wesentlich vollere Gebäude 9 in eine Indiedisco mit Plastikbeats verwandelt. Auf der MySpace Seite hat das alles noch recht nüchtern geklungen, doch Live waren die Franzosen das Highlight des Abends.

Denn auch THE ROBOCOP KRAUS konnten trotz ihrer gewohnt guten Show die Vorgänger nicht toppen. Erlebte man die Nürnberger Kombo früher noch primär im Rahmen von furiosen Hardcore Abenden, so sind die Herren schon längst in der Intro-Welt angekommen. Am schlechten Modegeschmack von Sänger Thomas Lang hat sich hingegen nichts geändert und auch seine tänzerischen Ausflüge ins Publikum sind geblieben. Musikalisch gibt man primär die Hits der letzten beiden Alben zum Besten. Von "Fake Boys" über "Mario Lanza", "Fashion", "All The Good Men", bis hin zu "Small Houses Odd Cars" liefert man einen Partykracher nach dem anderen. Als das bunte Treiben sich zuende neigt ist die ganze Halle durchgeschwitzt und noch in bester Feierlaune. Der Weg nach Hause wird mit der Erkenntnis angetreten, dass es eine gute Entscheidung war nicht auf der Couch zu bleiben. Bis zum nächsten Mal!