25.11.2015: RADIO HAVANNA, THREE CHORD SOCIETY - Weinheim - Cafe Central

 

RADIO HAVANNA und THREE CHORD SOCIETY - was für eine schöne Mischung. Zwei Mal Punk Rock. Zwei Mal voll nach vorne. Zwei Mal dahin wo es weh tut. Dass ich das noch erleben darf,…

Für einen Mittwoche Abend, an dem am nächsten Morgen (wohl oder übel) wieder der Wecker klingelt, relativ spät, geht es um 21:00 Uhr mit THREE CHORD SOCIETY los. Vor ein paar Jahren hätte ich noch mein letztes Hemd für einen Auftritt der Hamburger gegeben. Ihr 2. Album „Sanguinity“ lief bei mir rauf und runter und die Hamburger mutierten innerhalb kürzester Zeit zu einer meiner Lieblingsbands. Nun,… eine Bandpause, etliche Besetzungswechsel und vieeele Jahre später, schaffe ich es doch noch die 5 einmal live zu sehen! Schön. Sänger Ben sieht man die Jahre mittlerweile auch schon etwas an. Die Harre werden weniger, die Fettzellen mehr. Aber wer so eine Stimme vorzuweisen hat darf auch gerne einen Wohlstandbauch vor sich her tragen. Obwohl die Bühne fast keinen Platz für die 5 bietet und alle press an press stehen müssen, schaffen es 3CS ihre Songs dem Publikum näher zu bringen. Schöner, melodischer, englischsprachiger Punkrock gepaart mit einer einzigartigen Stimme. Grandios, wenn auch, meiner Meinung nach, auf Platte noch etwas druckvoller. Auch wenn sich die Liebe zu THREE CHORD SOCIETY in den letzten Jahren etwas relativiert hat, ist es schön die Musik der Jungs endlich auch einmal live erleben zu können. Viele neue Songs, ein paar Ältere Songs(, welche ruhig ein paar mehr hätten sein können,) und rund 40 Minuten später ist das Set auch schon wieder vorbei. Umbaupause. RADIO HAVANNA.

Im Cafe Central haben sich mittlerweile rund 20 Personen eingefunden. Besser gesagt ziemlich genau (abgezählt) 20 Personen, was echt Schade (für eine so klasse Band) ist. Da dürften es sogar im JUZ in Mannheim(im Februar diesen Jahres) ein paar Leute mehr gewesen sein. Und selbst dort war noch ausreichend Platz, (sagen wir mal) zum Tanzen, vorhanden. Aber egal. Denn weder der Band noch den Zuschauern merkt man an, dass heute nur eine Handvoll Menschen den Weg ins Cafe Central gefunden haben. Im Gegenteil. Die Show wird von Anfang bis Ende so durchgezogen, als wäre das Cafe Central picke packe voll. Ausverkauft – bis zum letzten Platz. Mit Meergeräuschen und einem lauten „Refugees Welcome“  (zu „Schriffsbruch“) eröffnen RADIO HAVANNA ihr Set. Und jenes gleicht einem, wie zur Weihnachtszeit üblichen, Best-Of Album. Hit an Hit. Ein bekannter Song reiht sich an den nächsten. Grund dafür ist die Entstehungsart der Setlist (der aktuellen Tour). Welche Songs gespielt werden durften einzig und allein die Fans auf facebook entscheiden. Und so schafft es auch der ein oder andere Song (wie „Die Stadt Brennt“) ins Set, den die Jungs lieber rausgelassen hätten(, weil er live „für die 4 Spatzenhirne“ leider eeeetwas zu schwer ist. Außer einem falschen Einstieg meistern die Jungs allerdings auch diese Hürde). Neben altbekannten RADIO HAVANNA Stücken haben es auch wieder 2 Cover in das aktuelle Set geschafft. Wie schon auf der Tourrutsche zu Beginn des Jahres, einmal „Alles Nur Geklaut“ von den PRINZEN und ein, für RADIO HAVANNA eher untypischen, englischen Song von OPARATION IVY. Und während jenem kommt zum ersten Mal richtig Bewegung ins Cafe. Pogo im fast leeren Konzertsaal - wenn allerdings, so wie jetzt geschehen, 6 von 20 Leuten pogen ist das (mit 30%) ein guter Schnitt! Vielleicht liegt der urplötzliche Bewegungsdrang aber auch an der zuvor ausgeschenkten Bestechung namens Pfeffi, den die Jungs jedem der anwesenden Besucher spendieren. Kein Alkohol ist ja bekanntlich auch keine Lösung.
Ansonsten wird das Set souverän und energiegeladen durchgezogen. Keine Aussetzer - nur Höhen - keine Tiefen. Sogar die Konfetti Kanone wird zum Ende des Sets ausgepackt, als wäre man auf einer großen Stadion Show. Zumindest fast.

 

Mit einem High Five und einem fetten Danke (für jeden der Anwesenden) verabschieden sich RADIO HAVANNA. Unten wird bereits wieder der Tourbus beladen. Es geht weiter. Morgen steht Dresden und einen Tag später dann Stuttgart auf dem Plan. (Die Tour Route hätte man auch besser planen können,… aber was soll’s!) Hoffentlich mit ein paar mehr Menschen – die Jungs hätten es mehr als verdient!