26.02.2015: 36 Crazyfists, Grizzly, All Hail The Yeti - Karlsruhe - Stadtmitte

 

36 CRAZYFISTS auf Europatour und ein Termin in Karlsruhe – gute Aussichten. Mit im Gepäck hat das Quartett die Jungs von ALL HAIL THE YETI. Außerdem spielt eine Band aus Kalsruhe, GRIZZLY. Erst einen Song gehört, existiert erst seit September 2014, mal schauen was da geht.

GRIZZLY macht natürlich auch den Start an diesem Abend. Der Sechser spielt sehr melodiösen Metalcore und legt auch gleich ganz gut los. Da sind ein paar schöne Riffs dabei, der Schlagzeuger läuft scheinbar auch abseits der Bühne regelmäßig auf beiden Beinen und die beiden Sänger schmeißen sich gegenseitig die Bälle zu. Growls mit cleanem Gesang zu mischen und dabei nicht durchschnittlicher als Eröffnungsbänder zu klingen, ist meiner Meinung nach eine echte Kunst. Leider funktioniert das bei GRIZZLY nicht 100%ig. Beide Sänger können was, sie haben beide ihre Highlights und können schöne Impulse setzen. Zusammen gefallen sie mir persönlich aber nicht. Für die cleanen, sehr poppigen Parts sind die Shouts dann einfach zu heftig – andersrum genauso. Hinzu kommt auch noch ein wirklich sehr bescheidener Sound in der Stadtmitte. Die Jungs sind aber ja noch jung, da kann sich noch vieles ändern und neues kommen.



Die zweite Band läutet an der Türe und wer aufmacht, sollte sich auf ein ziemlich heftiges Brett gefasst machen. Ich habe vor dem Konzert mal in die Songs von ALL HAIL THE YETI reingehört: die spielen eine Mundharmonika in ein paar Songs und es klingt, zumindest auf Platte, ziemlich cool. Leider bringen sie das Ding nicht mit auf die Bühne. Ein bisschen enttäuschend, aber die Songs machen trotzdem Spaß. Auch hier cleaner Gesang und Growls gemischt, aber etwas zurückhaltender arrangiert. Cleane Parts werden fast durchgehend zweistimmig gesungen, deswegen betten sie sich besser in den Gesamtsound. Der ist übrigens etwas besser als bei GRIZZLY, aber wer einen eigenen Mischer am Pult hat, ist klar im Vorteil. Insgesamt liefern ALL HAIL THE YETI eine schöne Show ab. Kann man sich gerne wieder anschauen und –hören, wenn man Lust auf stampfenden Metal, groovige Riffs und einen biestigen Shouter hat.



Alaska, was hast du nur alles hervorgebracht. Grizzlys und Yetis gibt es in deinen Wäldern bestimmt auch, aber die schönste deiner Erfindungen sind doch immer noch 36 CRAZYFISTS. Die kommen auf die Bühne und die Stadtmitte verwandelt sich in ein Meer aus Armen, Beinen, umher fliegenden Mützen und mitgrölenden Menschen. Der Sound ist mittlerweile zumindest aushaltbar – gut ist aber immer noch was anderes. Aber es knallt, die Riffs drücken und wie immer ist Brock Lindow eine Macht auf der Bühne. Dazu gibt es einen Rundumschlag an Songs, einmal quer durch die Bandgeschichte. Das ganze präsentiert, als nähmen die Jungs gerade ein Live-Album auf. Die Drums sind saumäßig tight, Gitarrist Steve Holt spielt, als hätte er drei Gitarren in der Hand und was ist dieser Mick Whitney doch für ein Tier am Bass. Am Mikro liefert Brock Lindow nicht nur die Shouts, die sind von ihm ja fast immer gut, sondern auch die Gesangslinien. Bisher fand ich die live immer etwas lasch, aber vor ausverkauftem Haus hat sich der bärtige Hüne nicht lumpen lassen. Mit Wall of Death und Sitzparade geht ein sehr schönes Konzert zu Ende. Gerne wieder, Stadtmitte. Gerne wieder GRIZZLY, ALL HAIL THE YETI und, allen voran, gerne wieder 36 CRAZYFISTS.