26.11.2015: EMIL BULLS, Candlelight & Hellfire Tour - Osnabrück - Rosenhof

 

Zum 20-jährigen Jubiläum haben die EMIL BULLS sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, sowohl für ihre Fans, als auch für sich selbst. Ein "Experiment" wie es Sänger Christoph von Freydorf während des Konzerts nannte. Meine Meinung: Ein geglücktes Experiment. 

TIM MCMILLAN eröffnete den ungewohnt ruhigen Abend. Um 19:50 Uhr betritt der Singer/Songwriter mit seiner Gitarre die Bühne. Ca. 20 Minuten spielt und erzählt der Australier, mischt dabei die englische und deutsche Sprache und bringt die bereits anwesenden Fans vor der Bühne zum Lachen. Musikalisch bietet er ebenfalls einen Mix aus eigenen Songs, aus METALLICA, RED HOT CHILI PEPPERS und weiteren internationalen Künstlern. Er singt, er rappt und er erzählt viel. Interagiert mit dem Publikum und bietet eine rundum unterhaltsame Performance. Nach gut 20 Minuten verlässt er die Bühne dann aber auch schon wieder. Ein unterhaltsamer Einstieg in den Abend. 

Ca. 15 Minuten später betreten dann ELECTRIC LOVE, passend zum Candlelight-Abend, im akustischen Gewand die Bühne. Percussion und Akustikgitarren bilden das Grundgerüst für Bassistin und Sängerin Denise Wilson, die ihre rauchige, leicht kratzige Stimme gekonnt einsetzt. ELECTRIC LOVE machen ihre Sache gut, die akustischen Versionen der Songs passen, auch wenn Denise deutlich macht, dass dies eigentlich nicht ihre Art ist auf der Bühne zu stehen bzw. zu sitzen. Nach einer knappen halben Stunde verlassen die Stuttgarter die Bühne und machen Platz für die EMIL BULLS.

Die Münchener beginnen mit Here Comes the FireDie Bühne ist eingetaucht in orange-gelbes Licht. Weiße Stühle, ein weißes Klavier, das weiße Schlagzeug und Glühbirnen auf der Bühne verteilt zeichnen ein intimes, schönes Bühnenbild. Mir fehlt zunächst der Druck, der einen Song wie Here Comes the Fire ausmacht, aber heute ist ja alles ein wenig anders. Mit Hearteater und The Most Evil Spell geht es weiter. Sänger Christoph singt mehr und schreit weniger als sonst, aber ist wie immer bei einem EMIL BULLS Konzert ganz nah bei den Fans, interagiert gekonnt und selbstsicher mit ihnen. Auch wenn der Rosenhof nicht ausverkauft ist, ist es direkt vor der Bühne nun gut gefüllt und das als "intelligent" bezeichnete Publikum singt kräftig mit. Die Münchener wirken auf der Bühne sehr entspannt, haben fast durchgängig ein Grinsen auf den Lippen und machen Späße auf der Bühne. Sie haben sichtlich Freude an ihrem Experiment. Der Sound ist top und die ruhigeren Versionen der Songs kommen an. Nicht jedes Lied eignet sich zwar zu 100% für ein solches Konzertformat, aber der Großteil der Songs klingt auch in ruhigerem Gewand wirklich klasse! Dabei bleibt sich die Band treu, spielt mit Schlagzeug und nicht etwa nur mit Percussion. Sie nehmen zwar Druck, Tempo und Härte aus ihren Songs, bleiben dabei aber zu 100% EMIL BULLS. Jaws of Oblivion ist sicherlich eines der Highlights des Abends, aber nicht nur dieser Song verursacht ein ums andere Mal Gänsehaut. Nach ca. 1 Stunde und 20 Minuten verlassen die Musiker die Bühne, um kurz darauf mit einem Tablett Schnaps auf ihren zwanzigsten Geburtstag anzustoßen. Das Tablett wird ins Publikum gegeben, nicht alle Gläser bleiben stehen. Sänger Christoph fordert daher im Anschluss den "derbsten Motherf*****" auf die Reste direkt vom Tablett zu trinken. Eine Freiwillige ist schnell gefunden.

Fünf Lieder als Zugabe, u.a. mit Friday Night, welches man sonst leider viel zu selten auf einem Konzert der Münchener hört, beschließen die EMIL BULLS ihr Experiment, das in Osnabrück gut ankam! Die Konzertlänge von 1 Stunde und 45 Minuten ist inzwischen schon fast selten geworden. Ein großes Lob dafür, zumal es nie langweilig wurde! Ein gelungener, ruhiger Auftritt der EMIL BULLS, die damit bewiesen haben, dass sie sehr vielseitige Musiker sind. Einziges Manko: Bei dem Namen Candlelight hätten echte Kerzen die Stimmung sicherlich noch etwas intimer werden lassen. Trotzdem: Gerne mehr davon! Gerne aber auch wieder mit voller Lautstärke!  

 

Alle Bilder gibt es unter folgenden Links:

TIM MCMILLAN

ELECTRIC LOVE

EMIL BULLS