27.04.2007: Verse, Go It Alone, Justice, Nothing Done, Grace, Terrorize Kidz - Essen - Cafe Nova

 

Das Café Nova in Essen ist bereits seit längerem ein Garant für kleinere und actiongeladene HC-Shows und spätestens nach dem die legendären CRO-MAGS in dem Laden für eine geniale Stimmung gesorgt haben, ist der Laden für mich zu einer der nettesten Locations im Pott avanciert. Somit stellte sich auch gar nicht die Frage nach dem 'soll ich dahin fahren?', als bekannt wurde das die genialen VERSE und GO IT ALONE auf ihrer Euro-Tour einen Zwischenstopp im Nova machen sollten. Zwar war angesichts der schweißtreibenden Temperaturen am vergangenen Freitag auch ein dementsprechend schwüles bis stickiges Konzerterlebnis garantiert, aber dass sollte niemanden davon abhalten abzugehen wie Sau.

Zu einem fairen AK-Preis von 12€ gab es ganze sechs Bands an diesem Abend zu bestaunen, wobei ich mich vor allem auf XGRACEX freute, die mit ihrem aktuellen Longplayer „The Calling“ ordentlich Pluspunkte bei mir sammeln konnten. Doch bevor die sympathischen Kasseler an den Start gingen, waren zuerst die vier Jungs von TERRORIZE KIDZ an der Reihe dem Publikum einzuheizen. Zwar war das Nova noch sehr spärlich gefüllt, aber die Band ließ sich nichts anmerken und zog ihren rotzigen und angepisst klingenden Old School HC schnörkellos durch. Man merkte an der ein oder anderen Stelle, dass der Band noch ein wenig die Bühnenerfahrung fehlt, aber insgesamt war es ein solider Auftritt der den Abend passend einläutete.

Flugs nach einer kurzen Umbaupause waren dann XGRACEX an, die leider vor sehr wenig Leuten ihr Programm durchzogen, aber mit ihren Songs durchaus überzeugen konnten. Leider knallten die Songs nicht so, wie auf Platte. Allerdings fehlte auch ein wenig die Unterstützung seitens des Publikums, die wenig Notiz von der charismatischen Band genommen haben. Der Sänger wirkte ein wenig farblos auf der Bühne und sehr ruhig, was ich ein bisschen schade fand. Trotzdem konnte das Set überzeugen und mit besseren Rahmenbedingungen freu ich mich drauf die Band nochmal Live zu sehen. Vielleicht klappt es ja mit der besseren Unterstützung auf dem im September stattfindenden LIGHT IN THE DARK FEST besser...

Die nächsten zwei Bands, NOTHING DONE und JUSTICE habe ich mir nicht wirklich mehr angetan, da die Temperaturen einfach viel zu Hoch waren in dem kleinen Raum des Nova und die kühle Brise draußen vor der Tür einfach viel entspannender wirkte. Das was man jedoch von JUSTICE mitbekommen hat, war tendenziell eher enttäuschend, auch wenn dem sicherlich einige Leute widersprechen würden. Ich konnte mir jedenfalls das Katzengejaule des Sängers nicht länger als zwei Minuten am Stück ziehen und zog es vor erst wieder bei dem letzten Song 'A Light In The Dark' in den Konzertraum des Novas zu treten. Der Song rockte dann auch und unterstrich meine Feststellung, dass JUSTICE einfach mal actionreicher drauf waren mit ihren alten Songs. Andererseits verdienen die Jungs auch Respekt, denn sie ziehen ihr Ding gnadenlos durch und das macht sie fast schon wieder sympathisch.

Bei den nächsten Bands, war ich natürlich anwesend im Konzertsaal, denn GO IT ALONE und VERSE sind einfach mal zwei der besten HC-Bands die ich kenne und schätze. Seit der ersten Ankündigung der Euro-Tour hab ich dem Konzert in Essen entgegen gefiebert und war dementsprechend sehr gespannt auf die Live-Auftritte der beiden Bands. GO IT ALONE durfte ich zwar schon im letzten Jahr auf dem Pressure bewundern, aber meiner Meinung nach ging dieser Auftritt komplett an einem vorbei, denn Bühnengraben und Old School HC verträgt sich einfach mal gar nicht zusammen. Diesmal sahen aber die Grundvoraussetzungen wesentlich besser aus, denn es gab keinen Bühnengraben und allen voran keine dämlichen Bollos. Somit war die Ausgangssituation sehr gut und es konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Nach kurzem Soundcheck betrat die Band dann die Bühne und sorgte bei den 200 Anwesenden Besuchern für ordentlichen Bewegungsdrang. Der Funke sprang sofort über und auch wenn GO IT ALONE mittlerweile das dritte Mal mit dem gleichen Album durch Europa touren, der Energie und Intensität des Sets tat das keinen Abbruch. Jeder Song wurde gebührend abgefeiert und dem Sänger flogen die Hände und mitgebrüllten Lyrics nur so entgegen. Die Temperaturen schossen in unerträgliche Sphären, was aber keine Rolle spielte, denn die Show war jeden einzelnen Schweißtropfen wert. Das Set bestand, wie bereits zu erwarten war, hauptsächlich aus dem Material der „The Only Blood Between Us“ Scheibe. Absolutes Highlight und zugleich Abschluss des Sets war dann nach einer halben Stunde der fulminante Titeltrack des Albums. Fetter Auftritt von GO IT ALONE und ich fiebere jetzt schon der neuen Scheibe der Jungs entgegen, die im Laufe dieses Monats erscheinen soll.

Eigentlich war der Abend nach GO IT ALONE gelaufen, denn ich habe nicht gedacht das VERSE an die Leistung der Mannen aus Vancouver ran kommen. Das ich mit dieser Annahme falsch lag, durfte ich dann direkt mit dem ersten Akkord des Openers zu spüren bekommen. Die Kids standen dicht gedrängt vor der Bühne und ab dem ersten Ton verwandelte sich das Nova erneut in einen Hexenkessel. Sänger Sean zog die Massen direkt in seinen Bann und jedes Wort des Sängers wurde mitgebrüllt. Massig Stagediver ergänzten das Bild auf der Bühne. Zwischen den Songs, die hauptsächlich von der letzten Platte „From Anger And Rage“ stammten, gab es etwas längere und ausufernde Ansagen, die aber immer inhaltlich gefüllt waren und einen die Leidenschaft spüren ließen, die die Band mit sich trägt. Ähnlich wie bei GO IT ALONE, war der Auftritt von VERSE von einer unglaublichen Energie gekennzeichnet und vermittelte einfach nur pure Freude beim zuschauen. Schade, dass nicht jedes Konzert so ablaufen kann, wie dieses frühe Highlight im Jahre 2007. Mit einer lautstark geforderten Zugabe verabschiedeten sich dann VERSE nach knapp vierzig Minuten vom Publikum und machten ihrem Ruf, eine verdammt intensive Liveband zu sein, alle Ehre.

Herzlichen Dank an Christian für die Fotos.