28.03.2013: Goodbye Fairground, Western Grace - Hamburg- Molotow

 


Es schneit noch in Hamburg, der Kiez aber zeigt sich in wundervollster bunter Pracht. Ein kleines Konzert in der Meanie Bar im Hamburger Moltow steht heute an. Die Bands sind gut gelaunt, es gibt ein großes Hallo und es geht los.

Als WESTERN GRACE die Bühne entern ist die Meanie Bar schon gefährlich gefüllt und es knubbelt sich vor der Bühne. Die Temperaturen steigen im Raum, in den Ohren und in den Herzen als die vier Herren aus Münster loslegen. Und es gibt den Backflash zurück. 10 Jahre. Mindestens. Denn was hier präsentiert wird zeugt von viel frühem Emo, welcher sich noch als solcher zu bezeichnen wusste und durfte. Möchte man eine sympathische Stimme umarmen, so wäre es nun an der Zeit. Passt. Der Laden ist voll bis zum Anschlag und nichts anderes hat diese (noch) kleine Band verdient. Wer macht denn heute noch solche Musik? Handarbeit, Bodenständigkeit mit Herz und Hirn. Eigentlich sind diese Protagonisten zu jung für das was sie dort präsentieren. Aber das Publikum will genau das und zeigt sich begeistert. Der ein oder andere überlegt gerade sicherlich, wie dick die Staubschicht auf den alten TEXAS IS THE REASON, THE ATARIS und ALKALINE TRIO Platten wohl schon ist und ob das so bleiben kann und darf. WESTERN GRACE agieren heute als wunderbarer Staubwedel, welcher alte Erinnerungen wieder freilegt und auf neuen Inspiration hoffen lässt. Ein wunderbarer Einstieg in einen warmen Abend.

Und es bleibt voll. Der Umbau gestaltet sich als schwer. Fünf Menschen wollen auf die kleine Bühne und das ist in Anbetracht der Füllung der Bar heute eher Tetris im letzten Level. Wer GOODBYE FAIRGROUND einmal live gesehen hat, rätselt bereits vor Beginn, wie das mit der raumgreifenden Show, welche man erwartet, funktionieren soll. Doch dann geht es doch irgendwie. Man rückt näher zusammen. So oder so. Die Band geht ab, freut sich offensichtlich über alles was hier gerade um sie herum passiert. Das Publikum geht mit, singt mit, rockt mit soweit es die Sardinenbüchse in der man sich befindet zulässt. Ein gutes Konzert. Zwei Alben haben GOODBYE FAIRGROUND zu bieten und diese bieten sie auch dar. Die Textsicherheit des Publikums könnte überraschen und doch ist sie so berechtigt. Ganz neues gibt es auch schon. GOODBYE FAIRGROUND sind sicherlich eine Band, die nicht schläft und ein Stückchen Herzblut auch heute abgibt. So kann man nach der Show nur Baff zurückbleiben, sich mit Bier oder einem Cocktail vorm Moltow runterkühlen. Der Abend ist noch jung und hat doch schon so gut begonnen.