28.05.2008: Fire In The Attic, Parachutes, Kenai - Koblenz - Circus Maximus

 


Ich könnte mich jedes Mal auf’s neue darüber aufregen. Namhafte Bands, große Namen und faire Preise, alles ist gegeben. In Großstädten wie Köln würden alle sofort „HIER“ schreien und freudig auf die Konzerte rennen. In Koblenz allerdings sind es immer dieselben 50-80 Gesichter die sich einfinden um die Bands zu schauen. Zwar stur stillstehend aber immerhin haben sie wenigstens den Weg gefunden.

Heute hat sich Nicebandnights also die Redfield Records Bands FIRE IN THE ATTIC und die Saarland-Sympathen von THE PARACHUTES nach Koblenz geholt.

Als Support dienen die Engländer von KENAI. Diese machen schnörkellosen Emocore, der zwischen Alesana und UnderOATH pendelt. Ein Keyboard und Synthies sorgen für die nötige Abwechslung (wenn man es so nennen will) und die üblichen Hampeleien und Gitarren-ums-Gesäß-Werf-Spielchen für die nötige Show. Die Musik war gut und kam beim Publikum sichtlich an. Als der Sänger seinen Körper preis gibt und sein T-Shirt in die Ecke knallt ist Schluss mit Lustig. Die ersten Mädels zücken das Fotohandy und der Herr genießt die Aufmerksamkeit sichtlich. Nach einer soliden halben Stunde ist der Spuk allerdings aus und die Bühne wird geräumt.

Als nächstes sind die Herren von THE PARACHUTES an der Reihe und aus welchen Gründen auch immer, es wurde kein alter Song gespielt. Zugegeben – ich kam 5 Minuten zu spät zum Set der Jungs aber den Rest gab es nur Songs vom neuen Album auf die Ohren.
Etwas schade, da ich die älteren Sachen vom Debüt doch etwas mehr schätze als die neuen Songs, trotz des Alexisonfire Touchs den man, gerade live, sehr deutlich hören kann. Das letzte Mal als ich die Herren sah, gaben sie eine Headliner Show in Bausendorf und spielten ungefähr eine halbe Stunde. Diesmal waren die PARACHUTES deutlich besser drauf und am Schluss blieb keine Zeit mehr sodass, das Publikum entscheiden sollte: „Fallen“ oder „Vultures“. Auch wenn sich die meisten Zuschauer bedeckt hielten, die Mehrheit war für „Vultures“. Zwar ein super Song, allerdings hätte nicht nur ich mich über einen älteren Kracher sehr gefreut.

In der Umbaupause zu FITA wurde ich in ein Gespräch verwickelt, dessen genauen Ablauf ich nicht mehr kenne, allerdings den ungefähren Wortlaut gerne wiedergebe und auf keinen Fall vorenthalten möchte. Also, klein Bollo möchte von einem Freund von mir wissen, der ein PARKWAY DRIVE Shirt an hat, ob dieser bei der Köln Show im UG war. War er nicht, verwies allerdings sofort auf mich. Auf die Frage hin wie PD waren antwortete ich „Super“. Auf die Frage zu SUCIDE SILENCE antwortete ich „Beschissen“. Daraufhin klein Bollo (Statue: Küblböck, Zahnspange, Lippenpiercing, Eastpak Gürteltasche, Kurze Jogginghose, Kappe) „Naja, ist ja auch nicht jeder Manns Musik. Das ist ja schon fast Grindcore und ich stehe halt nur auf Deathcore und Grindcore. Und CALLEJON, HEAVEN SHALL BURN und SUICIDE SILENCE sind die Bands, denen würde ich komplett nachreisen.

Während dieser Konversation, die noch viel lustiger war als ich sie hier darstellen kann, begannen FITA mit „Electric Arc“ ruck zuck mit ihrem Set und hatten den wohl besten Sound den ich jemals im Circus Maximus hören durfte. Wie gewohnt, mit viel Energie und Sympathie starteten die Fünf Bonner durch. Sofort zu Anfang wurde Hit nach Hit rausgehauen, so kam recht schnell mein persönlicher Sommerhit 2007 „An Audience of One“ und sofort im Anschluss das großartige „Progress“. Allerdings machte die erdrückende Hitze auch den Jungs zu schaffen und so schien es schon nach kurzer Zeit, als wäre die Luft raus. Zwar fand ich die neuen Songs auf Platte extrem gut, Live konnten sie jedoch nicht wirklich zu jeder Zeit begeistern. Trotzdem, FITA kann keiner was vormachen. Sie haben sich ihren Ruf erspielt – und das zurecht! Schade, dass so wenige Zuschauer da waren – es hätte schöner werden können.