28.10.2006: Napalm Death, Born From Pain, Mendeed, After Rising Sun - Leipzig - Conne Island

 

Am Samstag zog es mich seit längerer Zeit mal wieder nach Leipzig, um mir die alten Haudegen von NAPALM DEATH endlich mal live anzusehen. Zusammen mit ihren Tourkollegen BORN FROM PAIN sollte, so der Plan, das Conne Island in Schutt und Asche gerockt werden. Nun gut, mal sehen was das wird.

Trotz des miserablen Wetters und einer Autofahrt, die ein wenig was von Glücksspiel hatte, kamen ich und meine Begleiter gegen 20.45Uhr an, eine viertel Stunde vor angekündigten Beginn. Das erste was mir auffiel: die sympathischen Jungs vom Distro mussten draußen stehen, bei Nässe und Kälte. Zu beneiden waren diese schon mal nicht. Naja, nix wie rein und die erste Band, AFTER RISING SUN, angekuckt. Diese waren mein eigentlicher Grund(neben NAPALM DEATH), nach Leipzig zu fahren – und ich sollte nicht enttäuscht werden. Nach kurzer Eingewöhnungszeit legten die fünf Herren aus Lichtenstein ein Metalcorebrett vor, dass es eine wahre Freude war. Befand sich noch zunächst ein Riesenloch vor der Bühne, das ca. halb so groß wie der Saal war, so schloss das Publikum doch recht schnell zur Bühne auf und immer mehr Menschen drängten in den Club. Gegen Ende des ca. 20-25 minütigen Sets erntete man starken Applaus, so dass man die Mission des „Anheizers“ wohl als erfüllt betrachten kann.

Nach kurzem Imbiss ging es auch schon weiter mit MENDEED vom Vereinigten Königreich. Ihre Musik würde ich mal als eine Mischung aus Core und Metal bezeichnen, hin und wieder durch cleanen Gesang aufgelockert. Bei mir wollte der Funken jedoch nicht so recht überspringen. Die halbe Band wirkte über lange Zeit hinweg einfach nur gelangweilt, lediglich der Sänger konnte ein wenig für Stimmung sorgen. Die Reaktionen des Publikums waren jedoch recht positiv, wenn auch ziemlich verhalten.

Also hab ich mich dann doch lieber diversen Gesprächen zugewandt um mir im Anschluss BORN FROM PAIN anzusehen. Eigentlich bin ich nicht gerade ein Freund der Musik des Fünfers aus Holland, aber live funktioniert sie dann doch sehr gut. Im Publikum kam richtig Stimmung auf. Zum ersten mal am Abend entbrannte ein Moshpit und es wurde aus vollen Hälsen mitgesungen. Neben älteren und aktuellen Songs schossen auch einzelne Tracks des kommenden Albums „War“ aus den Boxen, während wie auch schon bei AFTER RISING SUN zwischen den Liedern klare Ansagen gegen Faschismus und Rassismus gemacht wurden, was den ohnehin schon sympathischen Herren einen weiteren Pluspunkt einbrachte.

Schließlich war es an der Zeit für NAPALM DEATH, die dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Und ab dem ersten Akkord rastete das Publikum im inzwischen bis auf den letzten Platz gefüllte Conne Island völlig aus. Sofort entstand ein Moshpit, der den halben Saal in Anspruch nahm. Und das, was bei NAPALM DEATH sofort auffällt ist, dass sie eine Band sind, die lieben was sie tun. Besonders Sänger Barney wirkte wie ein aufgezogenes Spielzeug, das einfach nicht mehr aufhört umher Zuspringen. Besonders die Mischung aus alten Songs (u.a. „Scum“ von 1985!) und neuem Material vom aktuellen Album „Smear campaign“ oder „The code is red: long live the code“ verfehlte ihre Wirkung nicht. Jede Songansage wurde mit frenetischen Beifall kommentiert und einige der berühmten 3-Sekunden-Songs setzen dem Ganzen die Krone auf. Bei der Zugabe wurde schließlich auch von den vier Grindern aus Birmingham nochmals ein klares Statement gegen rechts abgegeben.

Alles in allem war es ein Abend, der sich mal wieder gelohnt hatte, so dass ich demnächst sicherlich wieder mal in Leipzig vorbeischauen werde.