28.11.2008: Trap Them, Grief, Oathbreaker, Lions Den, Angers Curse - Cafe Nova - Essen

 

Fast zwei Wochen ist es her, da haben sich TRAP THEM und GRIEF noch im "charmanten" AJZ Bielefeld ein Stelldichein gegeben und nun am Ende der Tour wird noch mal Halt im Essener Cafe Nova gemacht. Bevor man aber headbangend und mit offenem Mund die beiden Headliner bestaunen durfte, stehen einem noch drei Nachwuchsbands bevor. Normalerweise gibt man diesen eher weniger die Chance sich zu entfalten und so teilweise auch an diesem Abend, denn die meisten der Zuschauer sind eher mehr Metal im Kopf als Hardcore eingestellt.

Sei's drum denn die drei Bands ANGERS CURSE und LIONS DEN aus Schweden sowie OATHBREAKER aus Belgien zeigen alle drei eine sehr gute Show. ANGERS CURSE sehe ich in der Tradition von den finnischen Kollegen ENDSTAND, denn man gleicht sich von der Power und Schnelligkeit der Songs. Diese Großartigkeit erkennt das noch sehr spärliche Publikum leider nicht, klatscht aber artig nach jedem Song. LIONS DEN haben ähnliches Unglück, vor einem nicht mal zur Hälfte gefülltem Cafe Nova spielen zu müssen, lassen dieses sich aber nicht ansehen und reißen eine klasse Show ab. Als Einflüsse der Band halten die CRO-MAGS, RIGHT BRIGADE und ähnliche her, aber man klingt keineswegs wie eine Kopie der Kopie sondern bringt Dynamik und Eigenständigkeit mit. Dem Veranstalter kann jetzt schon gratuliert werden, da die beiden Bands eine echte Bereicherung an diesem Abend darstellten.

Weiter nun mit OATHBREAKER, die aus alten NO RECESS bestehen, aber komplett anders klingen und nur als Vorstufe dieser heutigen Band anzusehen sind. Die sympathische Caro am Mikrofon und ihre ebenfalls jungen Mitstreiter stehen für aggressiven Hardcore, der an CURSED, RISE AND FALL oder sogar TREGEDY angelegt ist. Gerade der weibliche Gesang macht diese Band interessant und auch so genial. Das heutige Publikum, mit Ausnahme von zwei zu agilen Trunkenbolden, genießt die Show wahrlich und man war froh die Belgier gesehen zu haben. Von dieser noch jungen Band wird man hoffentlich noch viel zu hören und sehen bekommen.

Nach Hardcore nun zu eher metallastiger Musik und für die Langhaarträger ein wahres Fest, denn GRIEF lassen ihr schleppendes (Doom) Monster frei. Musikalisch sicherlich ein Wahnsinn für alle Sinne, aber wie auch schon vor zwei Wochen, ist die Band mir live zu anstrengend und langatmig. Nach einem leckeren VFC Baguette, so viel Trauer und 5€ in die schlechte Wortspielkasse geht es vor die Bühne, um TRAP THEM zu erleben. Es ist wahrlich ein Genuss, was die Herren um Sänger Ryan Mckenney mal wieder bieten. Leider erwischt man mit dem Sound heute nicht den besten, aber der Sturm aus D-Beat, Grind und fiesen Grooves fegt trotzdem über das Cafe Nova hinweg. Allein das Können von Ex-UNEARTH Drummer Mike Justian ist als Glanzleistung anzusehen und mit dem mörderischen Riffing im Nacken schwellt der Sturm so richtig zum Tornado an. Man wird einfach nur weggeblasen von diesen Soundwänden! Live und auf Platte sind TRAP THEM zurzeit einfach unerreichbar.