29.07.2006: Good Clean Fun, Tackleberry, The Force Within, Undressed Army - Köln - Underground

 

Anno 2006, eine Hardcoreszene nimmt sich selbst für viel zu voll. Die Ganze Szene? Nein, aus den Straßen von Washington DC hören wir den Widerstand gegen zu viel „Negativity“ und „Tough Guy Shit“. Die Rede ist von niemand geringerem als GOOD CLEAN FUN! Und damit ihre „Stay Posi“-Message die ganze Szene erreicht, touren sie nunmehr das 2. Mal in diesem Jahr durch Europa. Heute Abend war das Underground in Köln dran. Voller Vorfreude auf ein Humorgeladene Show, machte ich mich auf den Weg nach Köln. Und bereits um kur vor 20:00 Uhr war schon recht viel los am Underground. Kein Wunder gab es an diesem Abend auch 4 gute Bands für gerade mal 10€ Abendkasse. Ein sehr fairer Preis, vielleicht sollten sich mal andere Bands und Organisatoren ein Beispiel dran nehmen.

Als erstes kamen dann UNDRESSED ARMY auf die Stage. Meiner Meinung nach konnte man die auch nicht verpassen, da sie noch vorher verkleidet und mit Wunderkerzen bewaffnet durch den Biergarten des Undergrounds einmarschiert sind. Sehr witzig. Auf der Bühne selbst gab es einfachen Schrabbel-HC von der feinsten Sorte. Ich glaub ich hab so ziemlich kein Wort verstanden, was die da so von sich gegeben haben. Obwohl Lieder mit dem Titel, wie „Dicker fetter Hurensohn“ (So sehen die Jungs anscheinend alle Leute bei RTL, laut Ansage) sehr zum Schmunzeln angeregt haben. Aber die Musik war bei dieser Band einfach nur Nebensache, das Stageacting war einfach nur genial. Trotz der Bürde, als erste Band auf die Bühne zu gehen, schafften sie es das Publikum sogar zu einem Circle Pit anzuregen. Bei mir haben die Jungs absolut gewonnen, wer ein David Hasselhoff T-Shirt trägt verdient tiefsten Respekt! Und natürlich durfte auch nicht ein Good Clean Fun Cover fehlen. Mit „Time of my life“ in dreifacher Geschwindigkeit gab es auch eine Hommage an die Jungs. Nach 20 min war dann auch Schluss, aber als Fazit bleibt „Love them or hate them“! Ich bin eindeutig für ersteres, Mr. Issa hats übrigens auch gefallen.

Als nächstes ging es mit THE FORCE WITHIN weiter. Die Jungs aus Bonn spielen guten druckvollen Old-School HC mit einem fetten Schreigesang (auf deutsch und auf Englisch) und verdammt guten Melodien.. Ich persönlich kannte nur denn Namen vorher, aber nicht die Musik. Deswegen kann ich zu Titeln hier nichts sagen. Auf jeden Fall eine gute Show, mit einer Band die gut nach vorne ging. Den Leuten hat es gefallen und ich kann jedem Mal empfehlen die Band anzuhören. Auch hier war nach recht kurzweiligen 25–30 min Schluss. Zum Abschluss gab es noch einige pathetische Ansagen, geht halt nicht ohne.

Nach kurzer Umbaupause kam die letzte Vorband auf die Bühne. TACKLEBERRY waren zum Teil personell identisch mit THE FORCE WITHIN. Jedenfalls gingen auch TACKLEBERRY ordentlich ab mit ihrem präsentierten Old-School HC. Der Sänger machte sich nichts aus dem nicht vorhandenen Pit und startete selbst einen. Hier war ebenfalls nach 30 min Schluss und es bleibt das Fazit, dass die Jungs zu gefallen wussten, aber nicht an THE FORCE WITHIN herankamen.

Anschließend gab es nen kurzen Soundcheck und GOOD CLEAN FUN betraten die Bühne. Das erste was auffiel, war das der Gitarist von Undressed Army auch den Bass bei GCF spielt. Leider fehlte aber der übliche Bassist, eigentlich Schade, aber das sollte der Stimmung keinen Abbruch tun. Nach kurzer Begrüßung ging es direkt los mit dem Opener „Good Clean Fun“! Papierschnipsel wurden geworfen und das Publikum ging in einem riesigen Schweineberg vor der Bühne auf. Natürlich gab es ohne Ende Stagedives und die Temperaturen schossen in Sauna ähnliche Höhen. GOOD CLEAN FUN konnten souverän beweisen, warum sie eine der besten Old-School HC Bands sind. Das aktuelle Album kam auch nicht zu kurz, neben „A little bit Emo, a little bit Hardcore“, wurde dazu „Postive Hardcore“ gespielt. Leider wurde nicht der „My Space Song“ gespielt, obwohl auffallend oft auf My Space verwiesen wurde in den teilweise recht langen Ansagen. Zwischenzeitlich endeten die Ansagen sogar in Diskussionen über Reunions-Shows. Doch was wären GCF-Shows ohne die guten und witzigen Ansagen von Mr. Issa? Schade, fand ich es übrigens auch, dass nichts gecovert wurde, bis auf „Fight to unite“ von YOUTH BRIGADE, was man bekannterweise auch auf der „On the streets saving“ Platte vorfindet. Dafür gab es aber noch die bekannten Hits, wie „Loserdotcom“ und „Shopping for Crew“. Nach einer guten dreiviertel Stunde war dann Schluss, da Mr. Issa auf die anschließende Dance Party verweisen musste. Doch die Crowd wollte GCF nicht so einfach davonkommen lassen und forderte lautstark eine Zugabe, die sie auch bekommen sollte. Zum Abschluss gab es immerhin eine kleine Hommage an die GORILLA BISCUITS in Form des Hits „On the streets saving the scene from the forces of evil“!

Danach war Schluss und es bleibt festzuhalten, dass an diesem Abend eine geniale Show dargeboten wurde. Das Package stimmte und solche Shows würde ich mir öfter wünschen. Angenehmes Publikum, gute Bands und eine tolle Location, gepaart mit einer super Stimmung! Da kann man nur mit den Worten von Mr. Issa schließen: „You gotta stay positive“!

Alte Kommentare

von bene 03.08.2006 21:26

Ok, habe mich auch für lieben entschieden. Musikalisch waren undressed Army vielleicht nicht weit vorne, aber einen gewissen Unterhaltungswert kann man ihnen zuschreiben!

von Fla 15.08.2006 19:28

Fand GCF im Januar minimal besser, aber auch die show hat mir a) wieder ma verdeutlicht, wie wichtig die Band ist und warum sie so gefeiert wird und b) beim feststellen der Tatsache geholfen,dat ich mir die jungs (und Anita) jedes Wochenende geben könnte...