29.06.2016: MEGADETH, HAVOK - Batschkapp - Frankfurt

 

 

MEGADETH im verhältnismäßig kleinen Rahmen, das wollten sich auch in Frankfurt viele nicht entgehen lassen und so war die Batschkapp seit Wochen ausverkauft, um die vier Herren um Dave Mustaine live mit ihrem neuesten Output „Dystopia“ zu erleben.

 

Kurz vor 19 Uhr waren die Tore der Batschkapp noch geschlossen, der strahlende Sonnenschein lud dazu ein, das erste Bier auf der grünen Wiese in den aufgestellten Sonnenliegen zu sich zu nehmen. Dabei konnte man zuschauen, wie die Schlange vor dem Einlass sekündlich länger und länger wurde und auch wenn uns, wie gesagt, schon vorher bewusst war, dass die Show ausverkauft sein würde, wurde einem spätestens jetzt noch einmal vor Augen gehalten, dass es heute keinen freien Platz geben würde.

 

HAVOK aus Denver fungierten auch in Europa als Opener für MEGADETH, nachdem sie diesen Part auch schon in den USA Anfang des Jahres übernommen hatten. Der letzte Release von HAVOK datiert mittlerweile auch schon aus dem Jahre 2013 („Unnatural Selection“). Musikalisch hat der Release aber natürlich nichts an Frische und Dynamik verloren und gepaart mit guter Laune, hatten es HAVOK an diesem Abend leicht mit ihrer Trash Metal Interpretation die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Gespielt wurde ein bunter Mix ihrer Schaffensphase, der Schwerpunkt lag Songtechnisch sogar eher auf dem 2011 veröffentlichten „Time Is Up“. „Claiming Certainity“ vermittelte einen ersten Eindruck des neuen Albums. Mit dem grandiosen „Give Me Liberty...Or Give Me Death“ verabschiedeten sich HAVOK um das einzig verbliebene Gründungsmitglied David Sanchez (Gitarre, Gesang) nach ca. 45 Minuten von der Bühne. HAVOK hinterliessen einen bleibenden Eindruck, welcher mit Hinblick auf das dieses Jahr erscheinende neue Album, alles andere von Nachteil sein wird.

Setlist HAVOK:

  1. Point of No Return

  2. No Amnesty

  3. From the Cradle to the Grave

  4. Claiming Certainty

  5. Covering Fire

  6. Fatal Intervention

  7. Time Is Up

  8. D.O.A.

  9. Give Me Liberty...or Give Me Death

 

Es folgte nun die obligatorische Umbaupause, die doch recht mächtige Bühnendeko ist schnell enthüllt, kleiner hätte die Bühne dann wirklich nicht sein dürfen. Der Soundcheck ist auch schnell erledigt und so wartet die Meute ungeduldig, dass MEGADETH die Bühne entern. Aber falsch gedacht, nachdem der Umbau ca. 15 Minuten gedauert hat, dauert es weitere 30 Minuten bis es dann endlich losgeht. War dann irgendwie doch sehr nervig und nicht ganz nachvollziehbar. Aber es kam wie es wohl fast immer kommt, wenn der Hauptact erstmal auf der Bühne steht, ist der Frust dann doch relativ schnell vergessen. Nach „Prince Of Darkness“, legten MEGADETH mit „Hangar 18“ vom legendären „Rust in Peace“ Album richtig los. Dave Mustaine ist alt geworden, das sieht man zwar nicht auf den ersten Blick, da seine gewaltige Mähne die meiste Zeit sein Gesicht verdeckt, aber wenn die Haare dann mal Blick auf das blasse Gesicht zulassen, sieht man ihm die Lebensjahre einfach an. Das hält ihn aber keineswegs davon ab an diesem Abend gut gelaunt Vollgas zu geben. Weiter geht es mit „The Threat Is Real“, dem ersten Song des sehr starken „Dystopia“ Albums. Der Brasilianer Kiko Loureiro an der Gitarre sucht dabei immer wieder die Nähe zum Publikums und liebt es augenscheinlich richtig abzuposen. Nicht so ganz mein Ding, gehört dann aber bei Heavy Metal vermutlich doch einfach mit dazu. Während der Solos von Loureiro zieht sich Mustaine mit seiner Gitarre immer ganz in den Hintergrund zurück und überlässt dem Kollegen die Show. Erst seit kurzem sitzt der Belgier Dirk Verbeuren von SOILWORK hinter der Schießbude. „Tornado Of Souls“ wird anschließend dem kürzlich verstorbenen Weggefährten Nick Menza gewidmet, mit ihm wurde u.a. „Rust in Peace“ aufgenommen.

 

Bei „Sweating Bullets“ interagiert auch Dave Mustaine mehr und mehr, Alter hin oder her, der Mann lebt einfach die Musik und es macht einfach Spaß ihm zu zuschauen. MEGADETH sind an diesem Abend mit einem sehr guten, druckvollen und klaren Sound ausgestattet, die Lautstärke ist genau richtig, laut, aber dann doch kein Fön a la SLAYER, an welche sich die Ohren noch am nächsten Tag erinnerten. Die Setlist ist ein Mix aus alten Klassikern gepaart mit den stärksten Songs des aktuellen Albums. Nach „Symphony Of Destruction“, „Peace Sells“ und „Holy Wars...The Punishment Due“ ist nach ca. 90 Minuten Schluss, die Band verabschiedet sich nochmal gebührend vom Publikum, Megadave richtet noch einmal einige dankende Worte ans Publikum und so kann man an diesem Abend die Batschkapp verlassen mit dem Wissen, dass MEGADETH im Jahre 2016 so lebendig sind, wie lange nicht mehr.

 

Setlist MEGADETH:

  1. Prince of Darkness

  2. Hangar 18

  3. The Threat Is Real

  4. Tornado Of Souls

  5. Wake Up Dead

  6. In My Darkest Hour

  7. She-Wolf

  8. Post American World

  9. Sweating Bullets

  10. Poisonous Shadows

  11. Trust

  12. Dystopia

  13. Dawn Patrol

  14. Poison Was The Cure

  15. Fatal Illusion

  16. Symphony Of Destruction

  17. Peace Sells

  18. Holy Wars...The Punishment Due