30.10.2010: Alexisonfire, Chickenhawk, The Computers - Frankfurt - Batschkapp

 



Normalerweise sollte man nie mit zu großen Erwartungen ein Konzert besuchen, denn meistens ist man dann am Ende wegen den üblichen Gründen wie: scheiß Sound, scheiß Licht, scheiß Publikum enttäuscht und geht dann schließlich traurig heim und ritzt sich. Stop - das ist ja nicht mehr in, jetzt schreibt man direkt auf Facebook, dass alles scheiße ist.
Aber so sollte es an diesem Abend glücklicherweise nicht sein!

Auf einen lokalen Opener hatte man an diesem Abend (zum Glück) verzichtet und so konnte es direkt mit dem ersten der beiden britischen Supportacts losgehen – The Computers.
Dass die Jungs von der Insel kommen, hört man nicht nur an ihrem „very british accent“ sondern vor allem an ihrer Musik - Hardcore mit Punk und Rock´n´Roll Anleihen ganz im Still von Gallows oder The Ghost of a Thousand – wie gesagt, very british. Das soll jetzt nicht heißen, dass The Computers einfach nur ein Abklatsch der beiden oben genannten Bands sind, ihr Sound ist durchaus angepisst und aggressiv aber vermittelt dennoch irgendwie gute Laune und lädt zum tanzen ein.
Gute Laune hatte vor allem auch der Fronter auf und besonders vor der Bühne, denn nach ca. 4 Songs war er inklusive Mikro und dem dazugehörigen Ständer bis zum Ende ihrer Show im Publikum. Dieser Einsatz wurde vom Publikum leider nicht wirklich gewürdigt und so war das Maximum an Aktion des Publikums, dass sich nach einigen Aufforderungen wenigstens ein engerer Kreis um den Fronter bildetet.
Es ist eigentlich schade, die Jungs hätten es echt verdient gefeiert zu werden, vor allem für das Mundharmonikasolo in „Teenage Tourette Camp“ aber das ist halt die Krux daran wenn man der Opener des Abends ist.
Random Fact: die Jungs waren komplett weiß angezogen.

Nach einer recht langen Umbaupause ging es mit Chickenhawk weiter, die Jungs kommen zwar auch von der Insel aber musikalisch hauen sie in eine ganz andere Kerbe als The Computers. Wie soll man die Musik beschreiben - „kranker Scheiß“ oder „Killer chaotic freaked-out prog-core“ (Zitat: Kerrang) treffen es am besten. Nicht nur musikalisch ist man hier ziemlich heftig unterwegs auch auf der Bühne geht es ordentlich ab doch das Publikum kommt trotzdem nicht wirklich Stimmung und so steht der Großteil des Publikums lieber passiv rum und lässt sich berieseln.

Nachdem die beiden Supportacts leider nur mit mäßiger Begeisterung vom Publikum aufgenommen wurden, ließ sich schon das schlimmste für den Mainact des Abends, Alexisonfire, befürchten. Wir erinnern uns, irgendetwas versaut einem das Konzert immer und an diesem Abend lief es darauf hinaus, dass das Publikum der potentielle Faktor war der einem das Konzert vermiesen sollte.
Doch glücklicherweise sollte es so nicht kommen, denn nachdem endlich das elends lange, eingespielte, Intro vorbei war und Alexisonfire ihr Set mit „Young Cardinals“ begonnen hatten war die komleplette, ausverkaufte Batschkapp am beben. Das Publikum das zuvor noch mit der Lethargie zu kämpfen hatte war ab dem ersten Song ständig in Bewegung und hatte sichtlich Spass, Crowdsurfen, Criclepit – das volle Programm eben.
Man könnte meinen, dass eine Band wie Alexisonfire nach einigen Jahren total abgeklärt ist und Konzerte mehr oder weniger nur „runterspielt“, doch die Jungs hatten, zumindest von außen betrachtet extrem viel Spass und spielten sogar auf Aufforderung einen Song von ihrer ersten LP, der nichteinmal auf der Setlist stand – „Pulmonary Archery“!
Die restliche Setlist enthielt wie erwartet recht von den letzten beiden Alben und drei Songs von der neuen EP „Dogs Blood“ aber auch für Freunde des alten Sounds von Alexisonfire war gesorgt so enthielt die Setlist alte Perlen wie „Control“, „44. Caliber Love Letter“, „Accidents“ und „Happiness by the Kilowatt“.
Mit „Happiness by the Kilowatt“ endete dann auch ein unglaublich guter Abend in der Batschkapp.

Alte Kommentare

von damehle 08.11.2010 11:20

hätt sie mir in münchen wohl doch ansehen sollen, mist!!

von PMAlan 08.11.2010 12:27

Son bißchen bin ich grad schon, wenn ich das so lese! Hab sie im FZW in Dortmund gesehen, aber von alten Songs fehlte dort bis auf accidents ganz zum Schluss jegliche Spur! Und wenn ich jetzt lese, dass die da "44 Caliber Love Letter", "Happiness..." und "Pulmonary Archery" gezockt haben,...Ich mein', wie kann man nur so übel auf Fans eingehen, die die alten Sachen mögen und lediglich EINEN (!) Song vom 2. und KEINEN Song vom 1. Album zocken! Ich stand mit meinem Kollegen echt nur kopfschüttelnd da. Ich mein', nichts gegen die Show! Die war wie immer klasse, die geben Vollgas, keine Frage! Aber so ein unausgeglichenes Set! Zum Glück haben allein Samiam den Eintritt gerechtfertigt!

von Hosch 08.11.2010 12:27

in Köln war es ein sehr ähnliches Bild. Bei den Vorbands war auch nix los. Gut, wenn die erste Band um 19:10 anfangen muss. Chickenhawk´s Sound bestand nur aus Bass. Was die Gitarristen machten konnten man zwar sehen aber nicht wirklich hören... so wars halt recht langweilig. schade das Alexis jetzt erst mal länger Pause machen

von PMAlan 08.11.2010 12:28

son bißchen bin ich grad schon enttäuscht wollt ich sagen!

von Mastei 09.11.2010 16:45

Also "44. Caliber Love Letter" haben sie Frankfurt definitiv nicht gespielt! Und das Publikum war imo unerträglich!

von In Kölle... 10.11.2010 09:46

..war die Setlist echt sehr gut ! Bei der Menge an Hits, müßten die Jungs ja 3 Std spielen, um jeden zufrieden zustellen, also hört auf zu jammernm, ihm Muschis 44 Kaliber Love Letter hamse auf jeden Fall gezockt. Accidents, Hey it's your funeral, Mama, Happiness by the kilowatt von Watch out Ansonsten Young Cardinals Accept Crime Sons of Privilege The Northern Old Crows We are the sound Boiled Frogs Rough Hands Drunks, Lovers, Sinners & Saints This could happen.... Dogs Blood Grey

von gnihihi 10.11.2010 12:01

im frühjahr, oder wann auch immer sie das letzte mal da waren, war die setlist ebenso komplett unausgegoren und total auf die neuen sachen ausgelegt. man braucht da gar nicht viel diskutieren, aber wer einen song wie .44 caliber love letter in peto hat, muss den eigentlich jedes mal spielen. auch wenn die band immernoch eine tolle live band ist, nervt es mich, wenn die setlist nur die jüngeren semester bedient.

...stop wishing for yesterday ! Got it !?!?!?!?!

von gnihihi 12.11.2010 00:06

dass sie nicht mehr die gleichen lieder schreiben wie früher, ist doch völlig klar. geschenkt. dass sie aber ihre musikalische vergangenheit scheinbar vollständig negieren, ist ein ganz anderes thema.

von PMAlan 12.11.2010 10:03

WORD!

von PMAlan 13.11.2010 11:37

Dasselbe Phänomen konnt ich erst gestern wieder beobachten. Four Year Strong im Sputnikcafe in MS angeschaut...erstes Album "It's our time" durch und durch geil, hat aber mit dem, was die heute so zocken, nicht mehr wirklich was zu tun! Nur Songs vom 2. und aktuellen Album gezockt, 0 (!) vom ersten! Und das is von'05...also jetzt auch nicht Ewigkeiten her! Naja...hat auch n bißchen genervt! Und die s/t von Alexis hat ja auch nicht mehr viel mit dem von heut gemein! Schade alles!

von TheGrotesque 13.11.2010 13:49

es gibt vielleicht 10 bands, die über jahre (das schaffen 98% der hc bands erst gar nicht, mehr als 5 jahre zu bestehen!) das gleiche zocken. ansonsten haben sich ALLE irgendwie weiterentwickelt was mit werden schlechter einhergeht

von gnihihi 13.11.2010 16:56

es geht doch gar nicht um die weiterentwicklung. gerade der neue aof-output gefällt mir äußerst gut. dennoch verstehe ich nicht, warum weiterentwicklung mit ignoranz des alten schaffens gleichzusetzen ist.

von Gast 19.11.2010 18:20

war das konzert nicht am 01.11.2010?!

von lohol 19.11.2010 19:48

da hat Allschools mal wieder nicht aufgepasst. Konzert war am 1.11