31.03.2017: LEONIDEN, I SALUTE - Wiesbaden - Schlachthof, Kesselhaus

 

Daumen einklappen, die restlichen 4 Finger nach oben. Two peace Signs. LEONIDEN.

Freitag Abend, Wiesbaden. Der Vorplatz des Schlachthofs in Wiesbaden ist gefüllt mit Jugendlichen die Volleyball spielen, quatschen, für die anschließende Party vorglühen oder einfach nur die Sonne genießen.

Im Kesselhaus ist es ähnlich warm und es soll an diesem Abend auch noch wärmer werden. Grund dafür sind LEONIDEN.
Das Publikum ist an diesem Abend durchmischt wie die Musik von LEONIDEN selbst. Von 15 bis 40 sind alle Alterstufen vertreten. Die Outfits reichen von KVELERTAK-Shirts bis zu bunten Trainingsjacken. Pop, Punk, Indie, Rock, Hardcore. All die Einflüsse, die sich in der Musik von LEONIDEN widerspiegeln, finden sich auch im Zuschauerraum wieder.

Um noch ein weiteres Genre im Zusammenhang mit diesem Abend nennen zu können, haben die Kieler ihren Freund und Rapper I SALUTE aus Berlin eingeladen. Schlagzeug, Effektgerät und Gesang bzw. Rap. Ohne Angst vor großen Gesten, harten Beatwechseln und fetten Bässen. Der Boden des Kesselhauses vibriert genauso wie der Brustkorb jedes einzelnen Zuschauers. Die Stimmung ist düster und weniger positiv als bei LEONIDEN, bei denen selbst noch die „negativen Konsequenzen (wie Einsamkeit oder der ständige Gedanke eine falsche Entscheidungen getroffen zu haben die der Umzug aus der Weltmetropole Hamburg in das doch etwas überschaubare Kiel für Jakob Amr mit sich brachten) musikalisch positiv besungen werden.
I SALUTE bewegt sich mehr auf düsteren Pfaden, schafft es damit aber, eine ganz eigene Atmosphäre nach Wiesbaden zu bringen. Die Beleuchtung, der Sound und die Bühnenperformance an sich runden die Show ab. Alles ist stimmig, die Zuschauer Klatschen und Jakob Amr singt im Zuschauerraum alle Texte mit und sich damit schon einmal für LEONIDEN warm.

Nach einer halben Stunde wird es wieder bunter auf der Bühne. Das Kesselhaus ist mittlerweile ansehnlich gefüllt und man merkt bereits bei den ersten Tönen, dass jeder der Anwesenden (sowohl auf, als auch vor der Bühne) mit jeder Menge Vorfreude in den Abend startet.

Wir sind jetzt seit 2 Wochen auf Tour, schlafen nur noch halb so viel, tanzen dafür aber doppelt so oft“

Getanzt wird auch an diesem Abend in Wiesbaden. Nach anfänglichem Sicherheitsabstand zwischen Zuschauern und Bühne wird dieser schnell überwunden und direkt zum Tanzen übergegangen.
Auf der Bühne ist ähnlich viel los wie vor der Bühne. Ständig werden Plätze getauscht, Gitarren gen Himmel gestreckt und Instrumente von links nach rechts geworfen, um diese später wehleidig zu vermissen und nur mit Hilfe des Publikums wieder zu finden. Keine Verschnaufpausen. Kein Durchatmen. Nur Hits.

Das Problem, welches man unweigerlich als Band hat, die erst ein Album veröffentlicht hat, ist die Songanzahl und damit verbundene Konzertlänge. LEONIDEN lösen dies auf eine extrem charmante Art und Weiße, indem sie mit wirklich ansehnlichen Instrumentalparts und Solos ihre Songs „in die Länge“ ziehen. Gefällt.
Zu den beiden wohl bekanntesten Liedern „1990“ und „Nevermind“ begibt sich Sänger Jakob Amr in den Zuschauerraum, in Mitten der Menge um zusammen zu feiern, was nicht nur den Zuschauern, sondern auch Jakob Amr selbst sichtlich Spaß bereitet.

LEONIDEN bestätigen auch live, warum Sie im Moment zu den spannendsten Bands des Landes gehören. Da kommt noch einiges.