Interview mit Assassin

 

1. Hi ASSASSIN, mein Name ist Clement vom Internet Zine „Allschools.de“. Ich hoffe in eurem Lager ist alles kurz vor VÖ eures 4. Albums „Breaking The Silence“ entspannt?

Hi Clement. Wir sind eher GEspannt, wie die Platte bei den Bangern ankommt. Die Kritiken sind ja schon mal nicht schlecht bis jetzt.

2. „Entspannt“ ist ein gutes Stichwort: Euer Old School Thrash hört sich nämlich genau so an, oder?

Findest du? So ne Art Meditationsmucke oder was? Meinen wir das gleiche Album? Unser neues Album ist auf jeden Fall hart, schnell und aggressiv. Thrash-Metal ohne Konfetti und Luftballons und auch ohne Räucherstäbchen. Wenn du das Album beim Meditieren hörst, explodiert wahrscheinlich dein Gehirn oder du bekommst Gewaltphantasien.

3. Wobei: Natürlich geht ihr auch recht ordentlich zur Sache. Aggressiv ist ein gutes Stichwort. Auch nehmt ihr immer wieder den Hardcore (Gang Shouts) mit ins Boot. Doch seid ihr stringenter, geradliniger als noch auf eurem Comeback „The Club“, oder?

Aggression war für uns das wichtigste bei „Breaking the Silence“. Aggressive Stücke und eine aggressive Produktion. Da gehören auch die Chöre in diese Kategorie. Ob das dann nach Hardcore klingt ist uns völlig egal. Hauptsache hart.

4. Apropos Comeback: Stilecht, wie es sich heutzutage gehört, mit Reunionshow 2003 in Wacken. Ist diese ganze Wacken-Comeback Szenerie nicht langsam langweilig?

Kommt auf die Band an. Auf Accept kann ich verzichten, aber die Reunion von Dark Angel in Wacken zu feiern wäre doch geil.


5. Ihr gehört zu Deutschlands ersten Teutonen Thrash Metal Bands. Leider haben euch andere immer den Rang abgelaufen. Lag das an eurem Outputs oder hattet ihr immer nur Pech?

Wir hatten das Pech, dass nach „Interstellar Experience“ zu viel schlecht gelaufen ist, mit dem Höhepunkt, dass unser Proberaum ausgeräumt worden ist. Das ganze Equipment haben wir uns kurz vorher mit einem Vorschuss der Plattenfirma gekauft und danach war erstmal die Luft raus.

6. Im Gegensatz zu „The Club“ seid ihr auf „Breaking The Silence“ wieder mehr Old School Thrash Metal. Das zeigt nicht nur die Musik, sondern auch das Cover mit dem feuernden Panzer. Habt ihr euch der Kritik nach der zu Hardcore/Punk-lastigen Ausrichtung eures 2005er Albums gestellt oder natürliche Entwicklung? Vielleicht sogar Verkaufssstrategie?

Wir hatten diesmal einfach andere Vorraussetzungen als auf „The Club“. 2003 nach der Reunion sind die Stücke mit mehreren verschiedenen Besetzungen entstanden, wo dann jeder mal seine Einflüsse einbringen konnte. Wir haben viel rumexperimentiert, indem wir z.B. „Thunder and Lightning“ von Thin Lizzy gecovert haben oder auch mal was psychedelisches wie in „Psycho Terror“.
Bei „Breaking the Silence“ sind fast alle Stücke mit derselben Besetzung entstanden und das Ergebnis ist sicher nicht so geworden, weil wir alte Verkaufsstrategen sind. Da hätten wir wohl sowas wie New-Metal mit schönen Refrains machen müssen. Wir machen einfach das, was wir am besten können und das ist wohl Thrash.

7. Meines Erachtens könnt ihr euch vor allem im Gesang von anderen Bands absetzen. Wobei unter uns: Wenn es melodisch zugeht, hängt Robert doch ein wenig hinterher. Aber mit seinem Thrash Vibe macht er euch individuell, stimmt‘s?

Robert hatte sicher nie vor der neue Geoff Tate zu werden. Unsere Musik verträgt irgendwie keinen richtigen Sänger, sondern es braucht einen Schreihals. Wir haben da wohl das selbe Problem wie AC/DC.

8. Wenn ich euch mit einer anderen Band vergleichen müsste, käme TANKARD als Antwort. Seid ihr eigentlich mit Gerre und Co. befreundet? Besteht Kontakt zu den drei großen deutschen Thrash Metal Bands (S, K und D)?

Ich habe durch meine Vergangenheit bei Sodom regelmäßigen Kontakt mit Tom. Wir treffen uns ab und zu bei den verschiedenen Anlässen. Robert und Mille sind auch seit Urzeiten gute Freunde und Schmier bzw. Mike treffen wir auch öfters mal.

9. „I Like Cola“ ist als Rausschmeißer die logische Fortsetzung von „Junk Food“, oder?

Als wir das Stück bei den Aufnahme-Sessions gespielt haben, dachten wir überhaupt nicht daran, dass die Leute das als Nachfolger von Junkfood sehen könnten. Das Stück kam damals in den 80ern von einer Band namens Antichrist raus. Als ich das Tape bekommen habe, lief es bei mir rauf und runter. Einfach der Hammer! Erst später haben wir erfahren, dass die Band eigentlich Outo heißt und aus Osaka / Japan kommt. Als wir dann 2010 in Osaka auf dem True Thrash Fest gespielt haben, fanden wir es eine gute Idee, mal den alten Klassiker auszupacken.

10. Welche 3 Thrash Alben sind eures Erachtens nicht der Rede wert?

Sodom – Obsessed by Cruelty
Deathrow – Deception Ignored
Living Death – Vengeance of Hell

11. Das ist noch anzumerken:

Fortuna Düsseldorf. Deutscher Meister 1933. Pokalsieger 1979. 95 Oleeeeeeeeeeee!

12. Danke und euch alles Gute!

Hau rein Clement.