Interview mit Atreyu

 

Auf Tour gehen kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem kurz vor den Konzerten geht es manchmal drunter und drüber. Als ich ankam ging es ein bisschen hektisch zu in den Räumlichkeiten der Live Music Hall. Doch ATREYU Gitarrist Travis Miguel hatte die Ruhe weg und nahm sich genügend Zeit für das Interview mit Allschools.

Wie läuft eure Tour?

Die Tour läuft gut. Wir sind jetzt seit zwei Wochen unterwegs und eine Woche haben wir noch. Wir sind alle schon ein bisschen angeschlagen, einige krank.

Wie ist es so mit Still Remains unterwegs zu sein? Versteht ihr euch gut?

Es ist echt geil mit ihnen unterwegs zu sein. Einige von Still Remains hab ich früher schon mal getroffen, aber das ist das erste Mal, dass wir mit ihnen unterwegs sind. Eine fantastische Band und coole Typen zum abhängen.

Die Tour ist bestimmt stressig, wie entspannt ihr euch?

Es ist gar nicht so stressig wie man denkt. Man hat soviel Freizeit, wo einem manchmal echt langweilig wird. Richtig hektisch und stressig wird es vor allem kurz vor den Auftritten, aber die meiste Zeit versuchst du einfach nur irgendwas zu finden womit du dich beschäftigen kannst wie Fernsehen, Lesen oder Sport treiben. Hauptsache irgendwas womit man die Zeit zwischen den Auftritten totschlagen kann.

Ist auf Tour gehen das Beste am Rockstarleben?

Ja, das ist so ziemlich eine der besten Dinge, wenn man in einer Band ist. Live spielen, reisen und die verschiedenen Orte sehen, verschiedene Leute kennen lernen, all das gehört dazu. Das ist für mich das Beste an der ganzen Sache: live zu spielen. Auch wenn es auf Tour manchmal ziemlich hart sein kann, besonders wenn man so weit von zu Hause entfernt ist wie wir. Es kann dich manchmal ganz schön fertig machen

Seid ihr immer noch ein bisschen aufgeregt vor euren Show oder ist es schon Routine da rauszugehen?

Klar ist man noch ein bisschen aufgeregt. Ich liebe es immer noch so wie am Anfang da rauszugehen. Ok manchmal wenn du müde oder krank bist denkst du: Ich will heute nicht spielen. Aber wie gesagt das ist warum wir das machen, um live zu spielen. Das ist für mich das Beste am ganzen Tag.

Wie sind die deutschen Fans?

In Deutschland ist es immer schön. Obwohl die Fans hier kein Englisch sprechen, singen sie die Songs mit. Das ist echt ein unglaubliches Gefühl, wenn du auf der Bühne stehst und dass mitkriegst.

Reden wir über euer neues Album. Mit Lead Sails Paper Anchor teilt ihr eure Fans in zwei Gruppen, die einen hassen es, die anderen lieben es. Auf einigen deutschen Musikseiten im Internet werden sogar zwei CD-Reviews online gestellt, anstatt nur eine wie das eigentlich üblich ist.

Das war nicht unsere Absicht. Wir haben einfach ein Album geschrieben, mit dem wir sehr zufrieden sind. Wir wussten, dass wir Gegenreaktionen bekommen werden, weil es anders ist gegenüber unseren alten Sachen. Aber wir machen uns keine Gedanken darüber. Niemand kann uns sagen was wir mit unserer Band machen sollen, außer wir selber. Es ist toll, dass es einige lieben und dass andere es hassen ist für uns auch ok. Wir haben nicht irgendwelche Vorschriften befolgt, sondern einfach Sachen ausprobiert, die wir vor ein paar Jahren noch nicht ausprobiert hätten, weil wir da noch ein bisschen bange waren.

Was ist dein persönliches Lieblingslied auf dem neuen Album?

Ich mag das Lied Lose it. Ich bin wirklich stolz auf dieses Lied. Als wir es auf der Tour zum ersten Mal live gespielt haben war das unglaublich toll. Es hat Spaß gemacht es live zu spielen, frag mich nicht warum.

Was denkst du über MySpace? Glaubst du es ist wichtig für neue unbekannte Bands, um bekannter zu werden?

MySpace ist definitiv ein gutes Mittel, besonders für jüngere Bands um bekannter zu werden. Ich entdecke auch oft Bands bei MySpace, die ich sehr mag. Aber ich glaube manchmal ist es zu leicht. Musik ist in unserer Zeit so zugänglich geworden. Du hörst diese ganze neue Musik überall, sie erregt die Aufmerksamkeit bei den Leuten, aber nur für kurze Zeit. Viele Bands werden durch MySpace bekannt, aber ich glaube die Beliebtheit hält nicht so lange an, weil dann schon wieder irgendwo neue Musik kommt, die dann für kurze Zeit alle gut finden und ihre Aufmerksamkeit dann dieser Band schenken. Es gibt so viel Musik da draußen, dass es unmöglich ist seine Aufmerksamkeit lange auf nur eine einzige Band zu richten und die unbekannteren Bands geraten dann schnell wieder in Vergessenheit.

Was war das Verrückteste, was dir passiert ist seit du bei Atreyu bist?

Das Verrückteste? Hm für mich ist es verrückt, dass ich auf Tour war mit meinen Lieblingsbands wie z.B. den Deftones und mit Sepultura. Wenn mir mit 16 jemand gesagt hätte, dass ich mit den Deftones auf Tour gehen würde, hätte ich gesagt: „Ja klar, du bist verrückt“. Allein die Tatsache, dass das alles so gekommen ist, finde ich total verrückt.

Also spielst du schon in Bands seit du 16 bist?

Ja, so fängt doch jeder einmal an, in einer kleinen Schulband oder kleine Bandprojekte mit Freunden. Aber zu dem Zeitpunkt glaubt ja noch keiner, dass man später mal so bekannt wird und auf Tour geht mit seinen Lieblingsbands. Man hält alle, die das sagen, für total bescheuert.

Woher kommt der Name Atreyu? In einigen Foren wird die Frage heiß diskutiert. Einige sagen, der Name kommt aus der unendlichen Geschichte, ein Gerücht geht rum, dass eine Affenart in Afrika auch Atreyu heißt nur die Schreibweise ist ein kleines bisschen anders.

Echt? Verrückt, das hab ich noch nicht gehört. Aber das wäre auch ein cooler Ursprung. Er ist nach der unendlichen Geschichte. Da steckt eigentlich keine große Bedeutung hinter. Nur ein Name, der in der Geschichte vorkommt und wir dachten er klingt cool.

Wir würdest du eure Musik einem tauben Menschen beschreiben?

Ich würde ihm schreiben: lauter, aggressiver Rock. Solche Fragen kriegt man ständig gestellt, jetzt nicht unbedingt einem tauben Menschen die Musik zu beschreiben, aber einfach zu sagen welche Musik man macht, wie man seine Musik beschreiben würde. Manchmal hat man echt genug davon und eigentlich ist es uns egal, als was man unsere Musik beschreibt. Wir wollen uns nicht selber in irgendeine Schublade stecken, indem wir sagen wir machen das und das.

Was wäre der schlimmste Vergleich mit einer anderen Band?

Ich glaube uns zu vergleichen mit…hm oh wow ich versuche gerade einen echt schlimmen Vergleich zu finden. Ich glaube uns mit Grateful Dead zu vergleichen wäre ein sehr sehr schlimmer Vergleich.

Warum habt ihr ausgerechnet den Bon Jovi Song You Give Love A Bad Name gecovert?

Da steckt kein spezieller Grund dahinter. Es ist ein Song, den jeder kennt, alle können ihn mitsingen und es hat Spaß gemacht für uns als Band diesen Song zu covern.

Habt ihr andere schlimme Geheimnisse außer, dass ihr Bon Jovi Fans seid?

Geheimnisse? Nicht direkt Geheimnis, aber ich muss zugeben ich kann überhaupt kein Blut sehen. Da fang ich schon mal an zu schreien oder kippe um.

Weihnachtszeit. Gibt es noch irgendwas, das ein Rockstar sich zu Weihnachten wünscht?

Was ich mir zu Weihnachten wünsche? Ja stimmt, es ist ja fast Weihnachten, nicht mehr lange. Ich könnte einen neuen Fernseher gebrauchen. Kein Witz. Ich habe zu Hause nur einen kleinen, beschissenen Fernseher. Aber ich bin ja auch selten zu Hause, also hätte ich kaum Zeit ihn zu benutzen. Trotzdem wäre so ein großer Flachbildschirmfernseher echt cool. Ich glaube aber nicht, dass ich einen kriegen werde (zieht eine Schnute).

Wenn wir schon bei Weihnachten sind: dein Lieblingsweihnachtslied?

(lacht und will zur Antwort ansetzen als Alex die Tür aufreißt Hi schreit und wieder rausgeht) Oh Alex unser Sänger, ein kleines bisschen durchgeknallt (lacht). Ok Lieblingsweihnachtslied. Ich weiß ja nicht, ob man in Deutschland Charlie Brown kennt, aber da gab es ganz früher ein Weihnachtsspecial und da haben sie den Charlie Brown Christmas Song gespielt und den hör ich mir immer zu Weihnachten an.

Beschreib deine Bandkollegen mit jeweils einem Wort.

Ein Wort für jeden, das ist echt schwer. Lass mich überlegen. Bei Marc würde ich sagen Freak, für Alex würde ich das Wort neurotisch nehmen, bei Dan würde ich sagen groß und für Brandon nehme ich ausgefallen.