Interview mit Back At Sea

 

Hallo, wer beantwortet die Fragen? Wie geht’s?

Hey! Wir sitzen gerade im Proberaum zusammen, also Marc (Vocals), Raphael (Gitarre, Gesang), Benni (Schlagzeug), Marcel (Gitarre), Dominik (Bass). Alles cool soweit!

Eure EP ist nun ein paar Tage erhältlich, wie kommt sie bisher an?

Dominik: Die Meinungen gehen weitestgehend auseinander. Der Eine oder Andere findet Anstoß am veränderten Gesang; die Resonanz derer, die sich mit der Platte länger auseinandergesetzt haben, fällt jedoch recht positiv aus.

Wenn man sich euer vorheriges Material anhört, dann gibt es zu „monochrome“ doch ein stilistischen Unterschied. Warum habt ihr euch in dieser Weise verändert?
Marc: Wir waren ja schon immer sehr melodisch, haben uns für die neue EP aber von genretypischen Vocals, Breakdowns und ähnlichen musikalischen Stilmitteln, auf die wir keine Lust mehr hatten, entfernt.

Gerade die hohen Screams setzen eure Musik von der vieler anderen Genrevertreter ab. Es gab im Internet aber auch schon Stimmen, die damit recht wenig anfangen konnten. Habt ihr damit gerechnet, dass der neue Gesangsstil nicht überall gut ankommen würde?

Benni: Ja damit haben wir gerechnet, weil alles was nicht wie „Einheitsbrei“ klingt, leichter aneckt. Und auf sozialen Plattformen, wie Facebook und co. wird oft ein wenig vorschnell geurteilt. Man kennt das ja (lacht).

Marc: Im Hardcore geht es ja in erster Linie um die Message und diese mit Emotionen und Energie rüberzubringen und wenn ich das tue, dann klingt das nun mal so, wie es klingt.

Raphael: Richtig! Und wir stehen da auch alle hinter Marc und hinter dem, was wir als Band repräsentieren wollen. Uns ist wichtig, dass „monochrome“ ehrlich klingt und die Leute auf unseren Shows und beim Hören der Platte genau das empfinden, was wir beim Aufnehmen derer erreichen wollten.

Von was handeln die Texte der vier Lieder?

Marc: Der Protagonist der EP sieht sich seinen Dämonen und denen seiner Umwelt gegenüber gestellt: Falschen Freundschaften, Missgunst, Reue und dem verzweifelten Drang, seinem Leben trotz aller Fehltritte einen Sinn zu geben. Diesen Zustand beschreiben in erster Linie Decapitated und Malevolence.
Im Laufe der Erzählung wird ihm klar, dass es eine große Geste benötigt, um den Menschen die Augen zu öffnen und die Dinge aufzuzeigen, an denen die Gesellschaft krankt.
Durch eine Konfrontation mit der Sterblichkeit des Menschen (Disenchanted) nimmt er sich, in Anlehnung an den buddhistischen Mönch Thich Quang Duc, durch ein Feuer das Leben, um ein Zeichen zu setzen und auf diese Art die Welt zum Besseren zu Verändern. Von seinen Gedanken und Gefühlen während der Tat handelt der Titeltrack Monochrome.

Auf was achtet ihr beim Songwriting? Schreibt ihr zusammen oder tragt ihr selbstständig Ideen zusammen und bastelt sie dann zusammen? Entstehen zuerst die Texte oder die Instrumentale?

Marcel: Ganz am Anfang haben wir uns bei „monochrome“ auf Grund des Konzepts, darauf verständigt wo wir mit der EP hinwollen und wie diese klingen soll. Das Instrumentale ist dann größtenteils durch gemeinsames Musizieren im Proberaum entstanden. Marc hat dazu parallel die Texte geschrieben.
Wenn wir ansonsten Songs schreiben kann es schon auch mal passieren, dass einer von uns mit einer Idee kommt und wir darauf aufbauen.

Vier Songs befinden sich auf der EP. Alle haben eine relativ dunkle Grundstimmung. War das euer Ziel?

Marc: Definitiv. Siehe Inhalt der Texte und Songwriting.

Worauf habt ihr bei der Produktion generell geachtet?

Benni: Wir wollten in erster Linie – wie schon gesagt – dass die EP ehrlich klingt. Außerdem sollte sie allgemein nicht zu überproduziert und „sauber“ klingen, der Klang sollte zum Konzept passen. Wir wollten außerdem, dass kein wirklicher Unterschied zwischen unserem Live-Klang und der Platte zu hören ist. Das sind die Dinge, auf die wir besonders geachtet haben.

„monochrome“ glänzt durch ein stimmiges Artwork vom Künstler Max Löffler. Wie seid ihr auf ihn aufmerksam geworden? Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit ihm?

Raphael: Eigentlich war das für uns eine ganz klare Sache. Wir wollten bei unserer ersten EP eigentlich schon mit Max zusammenarbeiten, da kam es letztendlich aber leider nicht dazu. Diesmal haben uns unsere befreundeten Bands Together und United WE Fall dabei geholfen mit Max Kontakt aufzunehmen. Wir haben ihm das Konzept der EP erklärt und mit ihm ein passendes Artwork erarbeitet. Er hatte direkt große Lust am Projekt und die Zusammenarbeit war sehr unkompliziert und angenehm. Wir können Max nur jedem ans Herz legen!

Das ganze Release gibt es momentan nur über Bandcamp zu erstehen. Liegt es ausschließlich an finanziellen Hürde, dass ihr kein physischen Release produziert habt?

Dominik: Wir wollten zuerst ein rein digitales Release machen, um uns die Option auf ein physisches offen zu halten, je nach Nachfrage. Da aber direkt nach Release viele Leute nach CDs oder ähnlichem gefragt haben, haben wir uns doch dazu entschieden, „monochrome“ noch auf CD und auch Vinyl zu veröffentlichen.

Habt ihr schon einmal über Projekt wie Kickstarter o.Ä. nachgedacht um eine Pressung finanzieren zu können? Darf man in näherer Zukunft noch mit einem physischen Release rechnen?

Raphael: In der Tat haben wir über Kickstarter, bzw. das deutsche Pendant Startnext nachgedacht um vor allem die Studiokosten zu finanzieren. Wir hatten dort auch schon ein Projekt angelegt, haben es am Schluss aber doch nicht veröffentlicht (lacht). Das lag eigentlich nur daran, dass wir die meiste Zeit im Proberaum und mit Songwriting verbracht haben und dann am Ende vom Jahr kurz vor dem Studio nicht mehr genügend Zeit blieb, das Projekt zu pushen. Startnext limitiert die Finanzierungsphase leider nur auf 3 Monate. Generell finden wir Crowdfunding aber definitiv eine gute Sache, vor allem für kleine Bands mit überschaubaren Budget, ums sich einen Studioaufenthalt oder eine CD Produktion zu finanzieren.

Was steht in der Zukunft an (Tour, Album etc.)?

Marcel: Ende März gehen wir erstmal eine Woche auf Release-Tour durch Deutschland und haben Bock, „monochrome“ live zu spielen. Für Herbst ist eine weitere Tour durch Osteuropa geplant!

Ich danke für die Zeit, die es gekostet hat, diese Fragen zu beantworten! Die letzten Worte gehören euch!

Vielen Dank für die Fragen und das Interesse. Wir sehen uns auf den Shows. Wir würden uns freuen, wenn ihr euch unsere EP anhört und euch damit beschäftigt.

Alte Kommentare

von KR: 20.02.2013 01:20

Schönes Interview, schöne Back At Sea.

von MP 28.02.2013 21:31

klingt auch eher aufgebauscht.