Interview mit Der Weg Einer Freiheit

 

1. Zunächst die Frage nach dem Grund des Drummerwechsels? Stimmt es, dass jetzt der FYAD Drummer am Kit sitzt?

Ja, das ist richtig, Tobias heißt der neue Mann hinter den Kesseln. Zum Wechsel kam es, da Christian auf Grund seines Studiums, privaten Angelegenheiten und anderen musikalischen Projekten nicht mehr die Zeit aufbringen konnte, die für diese Band nötig war. Die große Entfernung zwischen unseren Wohnorten (Würzburg – Hamburg) war dafür natürlich auch nicht förderlich, weshalb er leider kurz nach den Aufnahmen zur EP seinen Posten abgegeben musste.

2. "Agonie" besticht durch 25 Minuten Spielzeit. Warum habt ihr eigentlich 2-3 Songs mehr geschrieben und gleich ein vollwertiges neues Album veröffentlicht?

Ich hatte im letzten Jahr eine anstrengende Phase über mehrere Monate hinweg, in der es musikalisch einfach nicht vorwärts ging. Das Songwriting fiel mir zunehmend schwer und es ist in dieser Zeit fast kein brauchbares Material entstanden. Nach einer gewissen Zeit ging es jedoch nach und nach wieder voran und nachdem ich das Gefühl hatte, diese Inspirationsebbe überwunden zu haben, beschloss ich, diese Zeit mit den bis dato vorhandenen Songs abzuschließen und sie auf diese EP zu bannen. Seitdem läuft es mit dem Songwriting auch stetig besser, was ein kommendes Album immer greifbarer macht. Freut uns aber umso mehr, dass die EP trotz ihrer Spielzeit „besticht“!

3. Im Rahmen eurer EP seit ihr das erste Mal als "Band" in das Studio gegangen. Ich finde, dass hört man den sehr starken Tracks auch an. Erzählt mal ein wenig über die Aufnahmen in HH mit Eike Freese. Der Typ scheint heiß zu sein im Moment gemessen an dem, was er alles produziert.

Wir haben uns auf Anhieb sehr gut mit Eike verstanden, er wusste genau worauf wir aussind und hat uns auch bei einigen anderen Dingen rund um die eigentlichen Aufnahmen unter die Arme gegriffen. Die Zeit mit ihm war sehr entspannt und alles lief nach Plan, auch wenn wir auf Grund der nicht vorhandenen Proben im Vorfeld relativ unvorbereitet ins Studio gegangen sind. Da es unser erster gemeinsamer Studioaufenthalt war, konnten wir viel an Erfahrung mitnehmen und können nun sagen, dass es sich voll und ganz gelohnt hat.

4. Ihr bewegt euch in einer engen stilistischen Bandbreite und entfacht dort dennoch unglaublich viel Abwechslung. Das liegt vor allem an Nikita's Gitarrenspiel (die verspielte Lead, das Akustik Spiel oder die Twins), das sofort heruasgehört werden kann. Nennt mal ein paar Einflüsse bitte.

Danke, das hört man gerne! Wichtige Einflüsse wären Bach, Muse, Nocte Obducta, Orlog, Nagelfar, Dissection, Emperor aber natürlich noch eine ganze Menge mehr.

5. Was ist eurer Meinung eigentlich der Grund dafür, dass euch viele Nichtkenner des Black Metals antesten und als gut empfinden. Fühlt ihr euch eigentlich als "Black Metal" und was genau macht dieser Stil für euch aus?

Black Metal stellt für mich die intensivste Musikform dar, die ich kenne. Aus ihr heraus ist ein Großteil der Bands entstanden, die ich auch heute noch regelmäßig höre. Sie ist nachhaltig und berührt mich sehr stark, was auch oft auf Erinnerungen, die ich mit bestimmten Songs oder auch nur Riffs verbinde, zurückzuführen ist. Natürlich kann man das nicht pauschalisieren, es gibt guten und weniger guten Black Metal, wie es auch guten und weniger guten Pop gibt. Muse, Archive oder Feist spielen bei mir gefühlsmäßig z.B. in einer ähnlichen Liga. Irgendwelche Fuck-Off-Attitüden bzw. dieser ganze Anti-Gedanke, von dem man im Black Metal immer spricht, hat mich aber nie interessiert. Daher kann ich auch nicht sagen, ob wir uns wirklich als „Black Metal“ fühlen, da wir allesamt eine andere Wahrnehmung von dem haben, was wir für so viele Leute scheinbar nicht sind.

6. In Internetforen wird immer wieder über euch diskutiert und über euer nicht BM-typisches Aussehen, eure angeblich pseudoschlauen deutschen Texte (könnt ihr euch eigentlich mal vorstellen, auch englisch zu singen???)und über eure massentauglichen Produkte abgelästert. Bekommt ihr da nicht manchmal Angst, was für eine Scheiße sich Leute, die euch null kennen, ausdenken?

Die Leute haben schon immer geredet und werden weiterreden. Was sollen wir groß dazu sagen? Wir spielen Metal und alles weitere ist die Auffassung des Einzelnen. Darauf wollen wir keinen weiteren Einfluss nehmen – wir zwingen Niemandem etwas auf und von daher geht uns auch die Meinung der Hater am Arsch vorbei. Im Übrigen fühlen wir uns in unserer Muttersprache wohl, also wird es wohl auch bei Deutschen Texten bleiben.

7. Fragen nach der Herkunft des Bandnamens outen eigentlich einen Schreiber als Lusche. Dennoch muss ich einmal um Erläuterung bitten: DER WEG EINER FREIHEIT ist entstanden, als...(bitte vervollständigen)!

...es an die Veröffentlichung der ersten Songs ging. DER WEG EINER FREIHEIT war eigentlich als einmalige Sache geplant, d.h. der Name sollte für die „Band“ (die anfangs ja nur aus Sänger Tobias und mir bestand) und das Debüt gleichzeitig stehen und nur diese eine Veröffentlichung beinhalten. Auf unserer ersten selbstproduzierten CD-R ist deshalb auch nur der Name ohne Albumtitel angegeben. Es waren letztendlich die Hörer, die ein „self-titled“ daraus gemacht haben und die uns mit dazu angespornt haben, das Projekt weiterzuführen und neue Songs zu schreiben. DER WEG EINER FREIHEIT ist die passende Umschreibung für den Grundgedanken, dem unsere Musik unterliegt und wofür sie im Endeffekt gemacht ist.

8. Was kann von euch in naher Zukunft erwartet werden?

Wir werden 2011 noch eine Handvoll Auftritte spielen, darunter auch unsere ersten beiden Konzerte im Ausland, worauf wir sehr gespannt sind. Für die erste Jahreshälfte 2012 planen wir unsere erste größere Tour bzw. falls das nichts wird – das liegt natürlich wie so oft nicht allein in unserer Hand – werden wir voraussichtlich unser zweites Album aufnehmen, für das auch schon einige Songs fertiggeschrieben sind.

9. Nennt mir ein aktuelles und ein altes Metalalbum, das mit auf die einsame Insel kommen muss.

Aktuell: Shining – VII: Född Förlorare und alt: Wintersun – Wintersun. Auch wenn Zweiteres noch gar nicht so alt ist, hat es für mich einen absoluten Klassiker-Charakter und ich kann es einfach immer hören.

10. Die letzten Worte sind bei euch:

Danke für deine Zeit und die Möglichkeit dieses Interview zu machen!