Interview mit Elia und Daniel von SLEEPERS

 

zunächst einmal vorab eine frage zum geschehen in köln: wie beurteilt ihr die geschehnisse der jüngsten vergangenheit in eurer heimatstadt? erst die randalierenden hooligans, dann die gewalt gegen frauen und die gewalt gegenüber migranten. und das alles unter dem deckmantel der flüchtlingsproblematik. das muss doch eigentlich auch einfluss auf eure texte haben, oder?
 
Eher indirekt. Viele Themen unserer Texte sind sehr persönlich und beziehen sich auf Momente oder Erlebnisse aus unserem Leben. Diese ganzen schrecklichen Dinge die in der Vergangenheit passiert sind beeinflussen uns und unseren Schreibstil aber natürlich mit. Zwar nicht direkt auf eine Tat beschränkt sondern eher auf die Aussichtslosigkeit für eine Besserung der Situation. 


Was da draussen in der Welt, oder gerade auch in Köln abgeht macht einem echt Angst. Es bilden sich immer größere Massen die gegen die Flüchtlinge hetzen und auch leider aktiv werden. Gefolgt von irgendwelchen rechten "Nachrichtenseiten" die gefakte Fakten vortragen.
Es ist einfach traurig und niemand von uns kann oder will sich vorstellen in welche Richtung sich das Ganze bewegen wird.


wie seid ihr auf den namen SLEEPERS gekommen und was macht ihr neben der musik?

Wir wollten einen kurzen prägnanten Namen haben, der  im Kopf bleibt und haben uns nach langem Überlegen für Sleepers entschieden.
Es ist ein Name, der nicht direkt eine Aussage hat, wie andere Bandnamen, aber trotzdem einen tieferen Sinn ergibt, wenn man ihn in Verbindung mit unseren Texten setzt. Aber da kann sich jeder Hörer selber seine Gedanken zu machen.
Neben der Band arbeiten wir und ein paar gehen noch zur Schule, aber mittlerweile besteht der Großteil unserer Freizeit aus der Band und manchmal muss auch der ein oder andere Urlaubstag dafür herhalten.


euer debütalbum "Young•Blood•Old•Ways" ist emotionaler hardcore mit alternativeinschlägen. was genau verbindet ihr mit diesem genre und wie seid ihr zu dieser musikrichtung gekommen respektive welche band hat euch beeinflusst?

Ich persönlich war in dem Genre kurz vor der Band noch sehr neu. Wir alle hatten Vorerfahrung und haben teilweise sogar in den gleichen kleineren Bands vorher gespielt.

Ich persönlich erinnere mich an ein „Defeater“- Konzert, was sogar mein erstes Konzert in der Richtung war. Ich war dort zusammen mit unserem Yannick und wir beide waren total überwältigt von der Energie, die im Raum entstand. 2 Monate später wurde Sleepers gegründet, anderthalb Jahre später standen wir im Vorprogramm von Defeater selbst auf der Bühne, das war großartig!

 

ich finde euer album vielschichtig. es klingt melancholisch und strahlt voller gefühle, ist mal aggressiv, mal poppig, es geht aber auch in eine klassisch alternative richtung ("Ghost"). wie bestimmt ihr eure musikalische richtung und wie geht ihr an den prozess des songschreibens heran?


Also ich muss sagen das wir alle sehr einen eigenen Kopf haben. Es ging uns nie wirklich darum zu klingen wie ein großes Idol, viel mehr etwas eigenes zu schaffen, was sich innerhalb der musikalischen Elemente des Genres bewegt, das wir lieben. Die Songs schreiben wir zum Beispiel alle gemeinschaftlich, jeder ist dabei , es wird viel rumprobiert, viel gejammt und manchmal auch unfassbar viel diskutiert über Kleinigkeiten, wie einen Schlag oder einen Ton.

 

ist auf eurem album (neben dem beitrag von julian/KIDS) eigentlich nur ein sänger zu hören oder haben sich noch mehrere am mikro verewigt? welcher roter faden schlängelt sich durch eure tracklist? gibt es ein thema, was sich oft wiederfindet und ist das album eine momentaufnahme dahingehend, dass ihr aktuelle geschehnisse kommentiert?

Auf unserem Album ist neben Julian noch Yannick, unser Gitarrist zu hören. Allerdings nur als Hintergrund-Shouter, sehr passiv eingesetzt. Und natürlich unser Gitarrist Lukas, der den Cleangesang macht.
Im Grunde geht es auf diesem Album um das Aufwachsen und die Probleme, denen man sich täglich im Leben stellen muss.
Liebe und Tod spielt eine große Rolle, genauso wie Angst im Allgemeinen.
Manche Songs sind sehr detailiert beschrieben, andere lassen definitiv Raum zur eigenen Interpretation.
Ich denke dass jeder den ein oder anderen Schwerpunkt in diesem Album findet.

hat sich eigentlich schon ein label für eure musik interessiert?
Ja, da waren schon ein paar dabei. Leider entsprachen diese aber nicht komplett dem, was wir uns vorgestellt hatten. Wir hoffen natürlich das ändert sich bald.


welche musik sollten unsere leser eurer meinung nach unbedingt mal anchecken?

Unbedingt auschecken sollte man unsere Jungs von KIDS, am besten live sogar wenn möglich. Ansonsten was lokale Bands angeht kann ich persönlich jedem noch Unsaid, Cold War Everyday und Betray Your Idols ans Herz legen! Aber wahrscheinlich könnte ich noch 30 andere Bands aufzählen!

letzte frage: mit welcher band/mit welchen bands wollt ihr unbedingt mal auf tour gehen?


Das ist die wohl schwierigste Frage, da wir grundsätzlich mit unzähligen Bands gerne auf Tour gehen würden. Mein absoluter Favorit wären „Deptartures“, aber da könnte ich auch noch eine Menge auflisten!