Interview mit Elyjah

 

Liebe Elyjah, stellt euch doch erstmal vor!

Wir sind Bernd Große Lordemann, Martin Helms und Robert Oeser. Drei Musiker aus Berlin.


Eure Platte hat mich sofort gepackt. Im ersten Moment wegen dem Artwork. Im zweiten wegen der Musik. Hand aufs Herz: Wie ging die Gestaltung des Artworks voran und wie lange hat der Spaß gedauert?

Die Idee entstand an einem langen Abend, an dem ich mir mit Stefan Guzy von Zwölf Medien „Planet, Planet“ auf Dauerrotation angehört habe und wir dabei darüber fabulierten, was da wohl möglich wäre. Es wurde ziemlich krude und irgendwann stand Stegu auf und sagte: „Ich geh jetzt mal pissen und dann sage ich dir was wir machen!“ Er verschwand, ich trank meinen Wein aus und dann stand er da im Flur und sagte: „Wir ballern auf eure Cover!“ Word! In die Umsetzung waren dann enorm viele Leute involviert, die einen Fotografen fanden, der auf Kontaktabzügen fotografiert; eine alte Buchdruckerei ausfindig machten, die noch in alten Lettern setzt und druckt und schlussendlich den Vorstand eines Schießstandes überzeugten, dass wir keinen Scheiß machen, wenn wir da mit unseren CD Covern anrücken. Insgesamt ein Prozess von einem Jahr. Allerdings hatten wir ja auch keinen Druck, haben viele Handwerksarbeiten selbst übernommen und konnten der Sache allgemein gelassen begegnen.


Meiner Meinung nach pendelt eure Musik ein wenig zwischen Radiohead und diversem Postrock-Kram. Klingt allerdings kaum erzwungen, was natürlich sehr selten ist für deutsche Bands. Was denkt ihr, gehen viele Bands einfach zu verbissen ans Werk? Eure Platte klingt nämlich sehr entspannt.

Wir machen Musik ohne Masterplan. Es gibt keine Grundaussage, in dem was wir musikalisch schreiben und veröffentlichen wollen. Jede Idee, die in unsere Mitte kommt und uns alle drei länger beschäftigt, versuchen wir umzusetzen. Dabei passiert es auch häufig, dass wir uns verrennen und ein Song erstmal wieder aus dem Fokus verschwindet. Letztlich kommt auf Platte und auf die Bühne, was uns Drei länger packt. Wie andere Bands arbeiten oder ihrer Musik begegnen, können wir nicht bewerten. Wir finden es gut einfach zu machen was wir wollen.


Was sind eure Tätigkeiten neben der Musik?

Wir sind alle drei berufstätig und froh, dass dieser Bereich keine Rolle spielt, wenn wir miteinander Musik machen.


Ist der Spagat zwischen Musik und Beruf zu meistern, wenn man genau in der Mitte der beiden Pole steht? Ich nehme an dank eigenem Label und viel guter Presse, ist das derzeit bei euch der Fall, oder?

Man muss der ganzen Sache schon mit Hingabe begegnen. Die gesamte vertragliche, bürokratische Ebene verbraucht viel Energie und Zeit. Wenn man da in keine Konflikte mit Beziehung, Familie, Alltag, Arbeit kommen will, muss man sich endlich mal einen Terminplaner zulegen und die Tage gut strukturieren. Aber der Stress verdichtet sich ja auf die Zeit um das Releasedatum und danach kann man wieder auf Tour gehen, neue Musik schreiben und sich der Umgebung widmen.