Interview mit End Is Forever

 

Herzlichen Glückwunsch zum Debüt! Warum hat es eigentlich so lange gedauert, ein erstes full-length auf den Markt zu schmeißen? Ich meine, ihr habt immerhin eine Unmenge von Demos und Splits veröffentlicht.

DANKE!!! Du hast Recht, es sind schon ein paar Jahre ins Land gezogen, bis wir es endlich geschafft haben ein Album einzuspielen. Bei uns hat sich seit der Gründung 2003 das Bandkarussell des Öfteren ordentlich gedreht und auch der Sound immer wieder verändert. Zudem braucht man auch etwas Geld, um sich ein paar Tage im Studio zu leisten. Naja, nach langem hin und her, hat es ja nun hingehauen.

Auffallend sind zunächst die deutschen Texte und Songtitel, aber der englische Albumtitel „After Days Of Rain And Blood - There Will Be No Better Tomorrow“. Warum ist dieser auf englisch?

Unsere Texte sind alle bilingual. Also Janina übernimmt zum größten Teil die englischen Parts und ich die deutschen. Auf der CD stehen deshalb auch alle Titel in deutsch und englisch. Das Album wird auch in Japan via Retribution Network und in Polen über Newspeakworld Records veröffentlicht und für die Kids dort sollte auch der Titel verständlich sein. Im Booklet findet man zusätzlich zu den Songs auch Statements auf deutsch und englisch.

Euer Bandsound ist an die Anfangstage des Metalcores, speziell des deutschen, angelehnt. Seht ihr das genauso?

Unser Bandsound hat sich einfach über die Jahre selber geformt. Wir haben nie versucht, wie eine bestimmte andere Band zu klingen. Von Song zu Song entwickeln wir uns immer etwas weiter und bauen auch mal gerne etwas neues mit ein. Stillstand tötet!

Ihr hebt euch ein wenig von der Masse dadurch ab, dass ihr roh und ungeschliffen klingt. Warum habt ihr euch keine klinischere Produktion verpasst?

Uns ist es wichtig nicht wie jede andere Band zu klingen. Das ist wohl zur Zeit das größte Problem, bei den ganzen Bands, die sich im Haifischbecken tummeln. Die haben alle keinen eigenen Sound mehr. Alle wollen wie HSB oder Co. klingen und besuchen dann eins der bekannten Studios und lassen in Dänemark mastern. Bei unseren Aufnahmen sollte alles echt klingen und nicht der PC als Schönheitschirurg herhalten. Zudem sollte Hardcore und Metal nicht nach Popmusik klingen!!!

Auf dem Album und auf eurer Internetpräsenz seid ihr mit Tarnklamotten abgebildet. Auch habt ihr die Homepage ein wenig militärisch geprägt. Gegen wen und gegen was wollt ihr ankämpfen?

Also mit dem Militär möchten wir nichts zu tun haben (Anm. des Verf.: Wieso dann Tarnklamotten??) Wir stellen uns vielmehr dagegen. Krieg ist und war noch nie eine Lösung und bringt zudem nur schlechtes mit sich. Wenn wir kämpfen, dann gegen das Böse und das Unheil auf dieser Welt, die von Tag zu Tag weiter unterzugehen scheint. Wenn man mal die Augen öffnet und nicht nur immer wegschaut und genau sieht, was um uns herum geschieht, dann kann man doch nur das Kotzen bekommen. Wann wachen wir endlich auf und fangen an etwas zu verändern?

Als Albumeinleitung habt ihr ein Filmzitat gewählt („Nun, wir alle fürchten böse Menschen. Aber das Böse hat viele Gesichter und eins davon ist für mich das fürchterlichste; und das ist die Gleichgültigkeit guter Menschen."). Kann ein gleichgültiger Mensch denn überhaupt gut sein?

Nein, das kann er wohl nicht wirklich! Viele Menschen laufen einfach mit Scheuklappen durch die Welt und wollen gar nicht sehen, was um sie herum geschieht. Diese Menschen leben vor sich hin, bis sie am Ende ins Gras beißen dürfen und glauben, weil sie nichts Böses angestellt haben, dass sie gute Menschen sind/waren. Wer seine Augen vor dem verschließt, was um ihn herum passiert und immer nur wegschaut ohne zu helfen, der kann kein guter Mensch sein.

Was macht ihr neben der Musik?

4/5 arbeiten und 1/5 geht ab dem Herbst in die nächste Studienrunde.

Bei END IS FOREVER gehören zwei Frauen zum Lineup. Das ist relativ ungewöhnlich, auf Anhieb fallen mir keine gemischten Gruppen ein, wo das ebenfalls der Fall ist. Wie sehen Kristina und Janina die Metal- bzw. Hardcoreszene, die sehr stark als Männerdomäne angesehen wird? Haben beide gegen spezielle Vorurteile oder sonstige Männerfantasien zu kämpfen (frei nach dem Motto „ausziehen, ausziehen…“)?

Vielleicht trauen uns manche Leute dadurch weniger zu, wer aber EI43 schon einmal live gesehen und gehört hat, der weiß, was passiert, wenn wir loslegen. Wer vorher vielleicht noch gerne einen blöden Spruch rausgehauen hat, der verkriecht sich dann recht schnell oder feiert einfach ordentlich mit. Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie die Leute auf einmal reagieren, wenn es zur Sache geht.

Ihr seid die erste Band auf dem neuen polnischen Label Newspeakworld Records. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Wir sind echt happy, dass uns Daniel von Newspeakworld Records als erste Band an Bord gezogen hat. Daniel kennen wir seit der 4 Way Split „Fear The Elements“, auf der er mit seiner Band John Doe auch vertreten ist. Unser Wunsch war es von Anfang an, das Album auch in anderen Ländern zu veröffentlichen und als Daniel dann mit seiner Idee von einem neuen Label um die Ecke kam und das er unsere Scheibe gerne unter die polnischen Kids bringen würde, da haben wir sofort zugesagt.

Ihr kommt aus Bückeburg. Stellt die Stadt, das Umfeld und die Musikszene kurz einmal vor. Meine Heimatstadt ist Hameln und als Hamelenser fühlt man sich Richtung Hannover gezogen. Welche größere Stadt zieht euch in den Bann?

Mitte bis Ende der 90er gab es mal eine recht anständige Hardcore Szene in Schaumburg. Ich kann mich an Shows erinnern, wo die Leute wie Spiderman an der Holzdeckenverkleidung vom JUZ klebten und es mit voller Leidenschaft und Energie abging. Leider stirbt aber alles einmal. Es gibt noch einen Haufen Punkrockbands und auch ein paar Metalcombos im Umkreis, aber bis auf Distance In Embrace aus Minden haben es in den letzten Jahren keine Bands geschafft eine größere Hörerschaft zu erreichen.

Wo kann man END IS FOREVER dieses Jahr live noch bewundern? Gibt es spezielle Livedates, auf die ihr euch besonders freut?

Wir werden dieses Jahr noch einige Jugendzentren und kleine Clubs zerlegen dürfen. Vielleicht schaffen wir es ja im Herbst/Winter mal für ein paar Tage am Stück on the road zu gehen. Wir freuen uns auf jede Show, die wir spielen können. Es ist jedes Mal ein einzigartiges Erlebnis, das man nicht so schnell wieder vergisst. Ein Highlight für dieses Jahr war auf alle Fälle die letzte Show in der Wohnwelt mit My Own Vendetta und Me Against Order, bei der die Kids keine Sekunde stillstanden.

Welche anderen Bands liegen euch besonders am Herzen, welche Bands sollten unbedingt mal angetestet werden?

Unsere Friends von My Own Vendetta aus Rotenburg, Albibi For A Murder aus Warendorf und To Resist Fatality aus Göttingen sollte man einmal antesten.

Ich bedanke mich für das Interview und überlasse euch die letzten Worte:

Wir haben für die Unterstützung zu danken! Wer uns bislang noch nicht kennt, der sollte uns online oder live mal einen Besuch abstatten.