Interview mit Fall Out Boy

 

FALL OUT BOY – Eine Band, die wohl mittlerweile nicht mehr viel Erklärung bedarf. Seit ihrer Gründung im Jahre 2001 haben die vier Jungs aus Wilmette, einem Vorort von Chicago eine steile Karriere hingelegt und sich mit ihrem adretten Emo / Pop-Punk-Sound in die Herzen ihrer Fans gespielt. Das 2003er Album „Take This to Your Grave“ und die Singles „Grand Theft Autumn (Where Is Your Boy?)“ und „Saturday“ veranlassten, das noch im selben Jahr bei dem Label Island Records unterschrieben wurde.
Am 3. Mai 2005 dann veröffentlichte FALL OUT BOY ihr Album „From Under The Cork Tree“. Es verkaufte sich bereits eine Woche nach Erscheinen 70.000-mal in den USA und erreichte den neunten Platz in den Billboard Charts. Die Single „Sugar, We're Goin' Down“ kam bis auf den achten Platz bei den Billboard „Hot 100“ Charts. Und ehe man sich versah, spielte MTV das dazu gehörige Video rauf und runter. Mittlerweile hat die Band in den USA echten Superstar Status erlangt und das ist nicht nur an der Grammy Awards 2006 Nominierung als „Best New Artist“ zu erkennen.

Dabei sieht Pete Wentz, E-Bass und Gesang, den Erfolg von FALL OUT BOY eher als Zufall an: „In den USA hat es meistens damit zu tun, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Es gibt genügend Bands wie REFUSED oder QUICKSAND, die eigentlich Superstars hätten werden müssen“.
Und so recht haben sich die Jungs sich auch noch nicht an ihre neue Rolle gewöhnt. Immerhin kommt die Band nach eigenen Angaben aus dem Hardcore Bereich und plötzlich werden sie von den Medien erstens als Popband bezeichnet und zweitens, und vor allem das macht wohl die Schwierigkeiten, auch wie eine Popband behandelt. „[…]Wir werden jetzt so Sachen gefragt wie: Was ist deine Lieblingsfarbe? Natürlich kann ich darüber reden, aber wen interessiert so etwas schon? Leider ist mein Aussehen für solche Leute wichtiger als meine Gedanken. Wir versuchen zwar ein gesundes Gleichgewicht für uns zu finden, aber seltsam ist es schon“.

Und da ist es dann also wieder einmal. Ein gutes Beispiel für den Konflikt in dem sich viele Bands befinden. Soll man den eigenen Einsatz lieber nicht honoriert bekommen wollen, nur um nicht als kommerziell zu gelten…? Sicher hat beides Vor- und Nachteile. So änderte sich beispielsweise auch das FALL OUT BOY Publikum auf den Shows, aber, so Pete, hat er nichts dagegen, die erste „coole“ Band für Kids zu sein. „[…]Niemand wird cool geboren. Jeder hat mit einer bestimmten Band angefangen, Musik zu hören. Falls wir die erst coole Gruppe für viele Kids sind, bin ich glücklich darüber. Ich mochte früher auch MICHAEL JACKSON. Dann erst GUNS’N’ROSES und dann später Punk-Rock. Niemand wacht morgens auf und entscheidet: Ich mag nur coole Bands. Du musst einen bestimmten Weg dafür gehen“. Außerdem ist sich Pete sicher, dass viele dieser „coolen“ Leute zu Hause, ganz im Stillen, doch nochmal die ein oder andere FALL OUT BOY Platte auflegt, wenn niemand dabei ist. „In der Hardcore-Fraktion sind NEW FOUND GLORY und wir sicher die geheimen Favoriten für solche Fälle“, und nach kurzem Überlegen fügt er hinzu: „Vielleicht aber betrachten sie uns auch als Weicheier, keine Ahnung“.

FALL OUT BOY haben sich auf jeden Fall für den kommerziellen Erfolg entschieden mit ein paar Tricks, kann man den Problemen die hier und da lauern auch entgegenwirken. „Wenn wir zum Beispiel auf der Bühne stehen und merken, dass wir nicht ganz ins Konzept des Abends passen, lassen wir es die Leute schnell wissen. […] Wir haben letztens mit Korn gespielt und als ich auf der Bühne stand, meinte ich trocken: Wir sind heute hier die einzige Band, die keine schwarzen T-Shirts verkauft und ich trage hautenge rote Hosen. Und ich weiß, dass sicherlich die Hälfte von euch denkt, ich wäre schwul. So, jetzt hätten wir das geklärt und es kann losgehen“.
Klar spricht einiges gegen den kommerziellen Erfolg, vor allem wenn man keinen hat. Aber andererseits kann man das alles wie man sieht auch mit ein bisschen Humor sehen und sich darüber freuen, dass kleine Mädchen zu Hause vor dem Spiegel zur eigenen neuen Single playback singen und selbst vom großen Erfolg träumen…


von Rebecca

Alte Kommentare

von dirke 03.03.2007 12:45

Wir haben letztens mit Korn gespielt und als ich auf der Bühne stand, meinte ich trocken: Wir sind heute hier die einzige Band, die keine schwarzen T-Shirts verkauft und ich trage hautenge rote Hosen. Und ich weiß, dass sicherlich die Hälfte von euch denkt, ich wäre schwul. So, jetzt hätten wir das geklärt und es kann losgehen“. find ich super die ansage!!!