Interview mit Fuck You And Die

 

Hi Roman,
danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um uns ein paar Fragen zu beantworten. Zuerst, stell Dich bitte kurz vor und gib unseren Lesern einen kurzen Einblick in die Geschichte und die Entstehung von FUCK YOU AND DIE!


Hi, mein Name ist Roman und ich muss bei FYAD singen. Ich schreibe "muss", weil eigentlich alle in der Band ursprünglich Gitarre spielen und nach ihren Qualitäten am jetzigen Instrument, oder eben an der Gitarre, eingeteilt sind. Außer Giuliano, der spielt von Natur aus Bass. Mich gibt´s seit 26 Jahren und die Band seit sechs. Anfangs war die Band weit entfernt von ernsthaften Vorstellungen, wo es musikalisch hingehen sollte. Da haben wir einfach Mal angefangen zu sammeln. 2010 kam "Veni Vici" dabei raus - 16 Songs, wenig Struktur, viel Spaß. 2011 eine Demo mit 3 Songs und 2014 "Elements of Instability". Ich bin sehr froh, dass ich teil des Fünfers FYAD bin. Es fühlt sich stark an, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht und das Motivationslevel ähnlich hoch ist. Wir haben Bock auf mehr!
 
Ich will mal direkt mit der Tür ins Haus fallen. Als ich vor einigen Jahren euren Namen las und den Schriftzug sah, assoziierte ich das Ganze eher mit einer von tausenden Deathcore Bands. Habt ihr früher als solche angefangen, oder liege ich da komplett daneben? Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
 
Deathcore war nie der Plan. Wäre wohl auch nie so geworden. Dann eher Shattered Realm oder EMBRACED BY HATRED - wobei ich der einzige war, der sich das vorstellen konnte. Vielleicht auch Psyopus oder Jazz. Wir waren planlos und haben einfach Riffs gesammelt, die uns zugesagt haben. Teilweise haben wir sogar einfach geometrische Figuren auf dem Griffbrett als Riffs genommen. Es gibt starke Deathcore Bands, aber wir waren nie eine davon.
 
Ihr hattet in der Vergangenheit auch schon mal Probleme bezüglich Eures Bandnamens, wie man sogar im Song „Roar, Allay And Alter“ hören kann.
 
Es war super! In St.Georgen im Schwarzwald haben wir in Zusammenarbeit mit dem Jugendhausleiter in den vergangenen Jahren regelmäßig Konzerte veranstaltet. Alkoholfrei und friedlich. FUCK YOU AND DIE hat dort auch mehr als einmal gespielt. Doch letztes Jahr im April war unser Bandname auf einmal zu "menschenverachtend" und sogar die Aufmerksamkeit des katholischen Pfarrers haben wir wecken können. Das war gar nicht so einfach (und keinesfalls beabsichtigt), da ich ihn eher als umwoben von Glauben und Wein beschreiben würde. Wir waren auf einmal so motiviert mit unserer Band noch größeres als nur Metal zu machen. Für ein offeneres und künstlerisch freieres Klima zu sorgen, ist ein großer Auftrag. Aber wir versuchen ein Stück davon zu erfüllen. Kurz gefasst: Wir treten nur denen auf die Füße, denen wir auch auf die Füße treten wollen - mit voller Absicht, weil wir ihre Lügen ablehnen. Ansonsten macht doch alle was ihr wollt, wenn ihr niemandem damit schadet. Und ein FUCK YOU AND DIE an die, die euch bremsen wollen.
 
Kommen wir nun aber endlich auf euer Album zu sprechen „Elements Of Instability“. Warum hat es solange bis zur Veröffentlichung gedauert? Wenn ich mich recht erinnere, wurde das Album doch bereits im vergangenen Jahr nach dem Signing mit „Supreme Chaos Records“ für das Jahr 2013 angekündigt.
 
Das hast du richtig in Erinnerung. Wir waren zu lahm mit den letzten Schritten, zu unsicher mit Veröffentlichungsterminen und noch viel zu verwirrt, was alles um das Release beachtet werden sollte. Dafür haben wir viel zu lange gebraucht. Wir sind froh, „Elements Of Instability“ jetzt endlich loszulassen. Das ganze haben wir nun in Eigenregie gestartet, ein bisschen Outsourcing hier und da. Mit Astat Entertainment fassen wir alle Releases zusammen, die mit und um FYAD herum entstehen. Der Katalog wächst.
 
Ich muss zugeben, dass mich das Album mehr als positiv überrascht hat. Ihr habt es geschafft, technischen und vor allem auch brutalen Death Metal dank des sehr durchdachten Songwritings und der Abwechslung schon sehr greifbar zu spielen. Besonders gut gefallen mir dabei eure recht präsenten Black Metal Einflüsse.
 
Ich fang am besten mit den Bands an, die uns direkt beeinflussen, da sie oft im Player im Proberaum waren. THE FACELESS, BEHEMOTH, THE REIGN OF KINDO, NILE, WINTERSUN UND CANNIBAL CORPSE,... ach da könnte ich noch lange weitermachen. Wir hatten beim Songwriting das Glück, dass wir relativ viele Finger im Spiel hatten. Vincent Padrutt, der im Moment sein Soloprojekt GOD CREATOR verfeinert und auch Sascha, der vorher schon in Bands gespielt hat, war sehr stark involviert. Unser Drummer Tobi schreibt unheimlich durchdacht und von allen anderen kam eine ordentliche Portion mit rein. Das Glück der vielen Fähigen macht aber natürlich auch den Zeitraum größer, bis man zufrieden ist. Die Black Metal Einflüsse kommen einerseits von unseren musikalischen Vorlieben, sowie von unseren Bands, die um FYAD existieren. Giuliano, Sascha und Tobi sind mit DER WEG EINER FREIHEIT regelmäßig "angeschwärzt" und ich arbeite mit Giuliano an einem Projekt mit dem Namen BRANNTHORDE. Wir sammeln jedenfalls Unmengen an Ideen im Kopf, sehr viel in Guitar Pro und dann schnellstmöglich in einer Pre-Production. Und bevor ich das bei dieser Frage vergesse, danke, dass du zugeben musst, dass dir das Album eine positive Überraschung bereitet hat. :)
 
 
Wer sich FUCK YOU AND DIE ein wenig genauer anschaut, wird schnell merken, dass ihr als Band keine halben Sachen macht. Vom Artwork der Platte, dem Video und auch der Wahl des Studios wirkt alles sehr professionell, ganz zu schweigen von den spielerischen Fähigkeiten eines jeden einzelnen. Ist es Euer Ziel mit dem ganzen das Bestmögliche heraus zu holen und durch zu starten oder seid ihr einfach nur Perfektionisten?
 
Wir haben für wenige Dinge außerhalb der Band wirklich Motivation. Und wenn man genau betrachtet, was man alles rund um eine Band lernen kann, dann braucht man enorm viel Zeit um es zufriedenstellend abzuliefern. Den Großteil der Aufnahmen haben wir unter Regie unseres Gitarristen Dominik selbst erledigt. Das Video für „Security Through Obscurity“ haben mein Kumpel Robin und ich gescriptet, gefilmt und geschnitten. Beim letzten Schliff hatten wir dann Hilfe von Freunden einer Animationsfilm-Schmiede aus Berlin. Das Blut für das Video hat Giuliano selbst beim Metzger abgeholt und musste damit durch die Fußgängerzone einer Schwarzwaldstadt spazieren. Irgendwie schon DIY. Wir wissen aber eines sicher, die nächste Platte soll uns noch besser gefallen. Perfektionisten sind wir keine. Ich würde uns als motiviert bezeichnen.

Ihr habt es mit der Band sogar mal bis nach Israel geschafft, was für eine junge Death Metalband eher untypisch ist. Wie kam das zustande?

Es war einfach überwältigend in Tel Aviv. Man hätte 4 Tage in Folge Party machen können, dazwischen mal das Tel Aviv Deathfest spielen und dann an den Strand. Danach zurück zum Flughafen, ein paar lästige Fragen beantworten und wieder nach Hause - Es wäre relativ unspektakulär gewesen. Wenn man aber versucht, zu realisieren, dass die Fahrt nach Gaza nur 90 Minuten dauert, vor der Venue Leute von der Uniform in das Maiden Shirt wechseln und 60 18-jährige sich nach dem Konzert mitten in der Stadt versammeln, um dann wieder in Richtung Panzer zu gehen, dann fällt einem das Schlucken schwer. Die Menschen, die wir getroffen haben waren so herzlich und teilweise so "verwundet", weil es ein Kriegsgebiet ist. Wer mir nun sagen will, dass ich mit Begriffen rund um den Krieg sparsamer sein sollte, dem sag ich, dass es für uns unvorstellbar ist, neue Freunde zu finden, die einem aufzählen, wie viel Tod sie schon gesehen haben. Wir finden es wichtig, wieder nach Tel Aviv zu gehen und dort wieder Metal zu spielen. Es waren Bands aus  Kolumbien, Italien, Dänemark, Schweden, Israel und Deutschland am Start. Interessant war es auch, bei mediterraner Sommersonne um 17:30 in eine Disko zu laufen und eine Wall of Death zu sehen. Zu Stande kam das ganze über gemeinsame Facebookfreunde in der Underground Brutal Death und Death Metal Szene. Die Fadenzieher des Events sind die Männer von Viscera Trail. Wir wurden schon für 2013 von ihnen kontaktiert und mussten leider ablehnen. Wir sind sehr froh, dass es dieses Jahr geklappt hat. Die Leute dort sind hungrig nach Konzerten.
 
Was steht in Zukunft bei FUCK YOU AND DIE noch an? Habt ihr schon konkrete Tourpläne?

Am 26. September spielen wir unsere Releaseshow im Schwarzwald und eine Woche darauf auf dem Euroblast Festival. Im November teilen wir in Belgien die Bühne mit Dying Fetus, Fallujah und anderen Repräsentanten der harten Spielart auf dem 6K-Fest in Liége. Wir wollen die neue Platte, sowie die alten Songs, so oft wie möglich live präsentieren und arbeiten mit unserem Booker gerade an Touren und Konzerten für die kommenden Monate. 
 
Die letzten Worte gehören Dir!
Danke, dass es Leute gibt, die sich dafür interessieren, was wir machen. Ciao!

Alte Kommentare

von Schbaitz 10.09.2014 15:35

Eine gelungene Platte wenn man überlegt, dass die alten Songs im durschnitt ne knappe Minute dauerten und man sich vor 1,5 Jahren umbenennen wollte weil der Name von dritten belacht wurde. Die Jungs haben sich da etwas erarbeitet worauf sie stolz sein können. In Deutschland und auch Weltweit gibt es so viele schlechte Bands die weitaus mehr Aufmerksamkeit bekommen als FYAD. Glaube mit "Elements of Instabiliy" wollen sie ein Zeichen setzen. Wir sind hier und brauchen uns vor keinem zu verstecken! Selbst dieses Etwas aus der Kirche im Schwarzwald sollte erst ma hinhören bevor er urteilt. Oder einfach wieder sein frauenfeindliches, weltfremdes Säuferdasein pflegen... Diese Band ist ernst zu nehmen egal was man mit dem Namen verbindet. Nach diesem Album jedenfalls sind meiner Meinung nach alle noch so kindlichen Spielereien mit dem Namen und ihrem alten Langspieler vergessen. Live kann man sagen grenzt es allerdings hin und wieder an eine Comedy Show. Was aber wohltuend zur Auflockerung zwischen dem ganzen Gebange dient. Roman und die anderen wissen wie man sich auf Shows und im Netz vermarktet.