Interview mit Funeral For A Friend

 

Mit vollgeschlagenen Bäuchen begrüßen mich Gitarrist Kris Coombs-Roberts und Bassist Gavin Burrough. Sie kommen gerade vom Essen und führen mit mir ihr Verdauungs-Interview. Gavin stellt sich mir mit den Worten: „Hi, ich bin Gavin, der Neue“ vor. Bei ihm stehen Interviews als FUNERAL FOR A FRIEND Mitglied erst seit Kurzem auf der Tagesordnung. Er genießt noch den Welpenschutz in der Band und deshalb hält Gavin sich bei Bandfragen auch erst einmal dezent im Hintergrund.

Wenn ein Neuer kommt, heißt es auch meist, dass ein anderer erst einmal Platz machen muss. Warum hat Bassist und Sänger Gareth Ellis-Davies sich von der Band verabschiedet?

Kris: Er hat wegen seiner Frau die Band verlassen. Wir alle sehen unsere Partner und unsere Familien nicht sehr oft. Wenn wir einen ganzen Tag lang an Songs gebastelt und Texte geschrieben haben, gehen wir abends nach Hause und sehen dann erst unsere Frauen und Kinder. Aber seine Frau lebt in Las Vegas. Geht er nach einem langen Tag nach Hause, kann er seine Frau nicht sehen. Es war wirklich sehr hart für ihn, so eine Beziehung zu führen und deshalb hat er sich dazu entschieden, die Band zu verlassen.

Aber Matt hat in einem Interview gesagt, dass Gareth ein inkompetenter Sänger sei. Das klingt für mich eher nach einem Konflikt innerhalb der Band!

Kris: Nein, es gab keinen Streit zwischen uns. Ich glaube auch inkompetent ist ein zu hartes Wort für ihn. Da hat Matt einfach die falschen Worte gewählt. Gareth ist auf seine Art und Weise ein guter Sänger. Aber mit Gavin können wir jetzt neue und andere Sachen ausprobieren, die wir mit Gareth nicht machen konnten.

Wie ist deine Zeit in der Band bisher so verlaufen, Gavin?

Gavin: Die ersten Wochen waren echt großartig. Ich habe sie sehr genossen. Aber es ging alles sehr schnell. Ich konnte nur ein paar Wochen üben und dann ging es schon auf Tour. Ich glaube aber auch auf der Bühne ist der beste Platz für mich, um es richtig zu lernen. Ich genieße es jeden Abend auf der Bühne zu stehen und die Songs, die ich kurz vorher gelernt habe, zu spielen. Es ist eine ganz neue Erfahrung für mich.

Und wie verstehst du dich mit den anderen aus der Band?

Gavin: Die anderen kenne ich schon seit dem Teenager-Alter. Wir kommen aus der gleichen Region und sind früher schon zusammen zu Konzerten gegangen. Ich war auch mit Kris schon in einer Band, lange vor seiner Funeral For A Friend Zeit. Auch mit Ryan war ich schon in einer anderen Band. Es ist für mich ein wichtiger Aspekt gewesen, dass ich die Jungs schon vorher kannte. Deshalb habe ich es auch leichter in der Band und bin nicht für alle der Fremde oder der Neue.

Lest ihr Kritiken über eure Konzerte oder eure Alben?

Kris: Ja, als wir gerade angefangen haben, hab ich das gemacht. Aber ich habe damit aufgehört. Auf jede gute Kritik folgt auch eine schlechte. Und irgendwann kannst du auch gar nicht mehr hinterher kommen mit dem Lesen, weil einfach so viel über dich und deine Band geschrieben wird. Ich glaube, dass wir eine gute Live-Band sind und gute Musik machen. Klar, gibt es auch mal schlechte Tage, aber das heißt ja nicht, das unsere Musik schlecht ist. Wir haben Fans und die uns zeigen, dass das was wir machen, gut ist. Hast du welche gelesen Gavin?

Gavin: Ich habe auch ein paar gelesen, einfach aus Interesse. Ich wollte wissen, was so über die Band geschrieben wird, von der ich demnächst ein Teil bin. Aber es macht für uns selbst nicht so viel Sinn Kritiken zu lesen. Es ist ja immer nur die Meinung des Schreibers. Da draußen kann es Tausende geben, die es total anders sehen. Wir machen etwas, an das wir glauben und hinter dem wir stehen. Deswegen zieht uns eine schlechte Kritik nicht runter.

Gavin hast du schon irgendwo etwas gelesen über dich, seitdem du in der Band bist? Irgendwelche Kommentare von Fans zu dir als neues Funeral For A Friend Mitglied?

Gavin: Wirklich gesucht danach habe ich nicht. Aber das größte Kompliment für mich ist, dass Fans nach der Show zu mir kommen und mir sagen, dass ich gut in die Band passe. Danach fühle ich mich gut und bestätigt darin, dass ich das Richtige getan habe. Ich habe jetzt meinen Platz in der Band.

Kris: Wir versuchen auch, so viel Kontakt wie möglich zu unseren Fans zu haben. Über MySpace haben wir viel gemacht. Auch diesen Frageblog, wo Fans und alles Fragen können was sie wollen und wir beantworten die Fragen jetzt nach und nach ihm Video. Und da haben wir Gavin auch schon mit eingebunden, in diesen MySpace Kontakt mit den Fans. So konnten die Fans Gavin schneller kennen lernen und ihn als neues Mitglied in der Band akzeptieren.

Wer hatte denn die Idee zu dem Frageblog bei MySpace?

Kris: In der Band wird viel diskutiert, wie man die Fans noch mehr mit einbeziehen und ihnen eine Freude machen kann. Ryan hatte dann irgendwann die Idee diesen Frageblog auf MySpace zu machen. Eigentlich wollten wir die Fragen im Blog beantworten, aber es kamen so viele Fragen, sodass wir sie jetzt alle nach und nach in Videos beantworten. Musik ist ein hartes Business und deshalb ist der Kontakt zu Fans sehr wichtig. Dieses persönlichere Level zwischen unseren Fans und uns, ist uns besonders wichtig. Sie ermöglichen es uns, dass wir weiter machen können. Deshalb wollen wir ihnen auch etwas zurückgeben mit solchen Aktionen. Wir wollen, dass sie das über uns erfahren, was sie wissen wollen.

Wo seht ihr Funeral For A Friend in zehn Jahren?

Gavin: Dann sind wir alte, coole und vielleicht ein bisschen gebrechliche Rockstars.

Kris: Gerade genießen wir die Gegenwart, gehen auf Tour, verbreiten unser neues Album. Wir denken im Moment nicht so viel über die Zukunft nach. Zehn Jahre sind ja auch eine verdammt lange Zeit. Ich hoffe, dass wir dann immer noch Musik machen. Wenn nicht mehr als Funeral For A Friend, dann vielleicht in irgendeiner anderen Form. Als Musiker ist die Musik wie eine Sucht. Deshalb werde ich immer weiter Musik machen, egal mit welcher Band. Am liebsten natürlich mit Funeral For A Friend.

Wenn Funeral For A Friend ein Film wäre, welcher wäre das?

Kris: Dumm und Dümmer. Und ich bin Lloyd Christmas. (lacht) Auf Tour schauen wir uns viele verschiedene Filme an, aber Dumm und Dümmer können wir uns immer wieder angucken, deshalb wäre Funeral For A Friend dieser Film.

Welches Lied sollte auf eurer Beerdigung gespielt werden?

Gavin: Auf jeden Fall ein fröhliches Lied. Ich glaube Shiny Happy People von R.E.M. wäre gut.

(Kris fängt an, Shiny Happy People zu singen)

Gavin: Ich will auch nicht, dass die Leute auf meiner Beerdigung schwarze Sachen tragen. Sie sollen in ihren normalen Klamotten kommen. Obwohl für die Meisten ist schwarz ja normal. (lacht)

Welches Musikvideo könntet ihr euch immer wieder anschauen?

Gavin: Ich schaue eigentlich gar keine Musikvideos mehr. Früher habe ich nach der Schule den ganzen Nachmittag MTV geschaut, bis ich dann um neun Uhr ins Bett musste. Aber jetzt gucke ich irgendwie keine mehr.

Kris: Lass mich überlegen. Hm schwierig, es gibt viele gute Musikvideos, die ich wirklich sehr mag. Aber das beste Musikvideo, das ich kenne, ist Hurt von Johnny Cash. Das ist ein mächtiges Musikvideo und natürlich auch ein trauriges. Wenn man deprimiert ist, passt es perfekt zur Stimmung. Dann schaue ich es mir immer an.

Singen oder shouten?

Kris: Singen

Live oder auf CD?

Gavin: Live

Harte oder ruhige Musik?

Gavin: Harte.

Kris: Das schwankt bei mir. Irgendwas in der Mitte trifft es wohl am besten. Obwohl im Moment würde ich bei mir sogar eher soft sagen.

Gavin: (lacht) Nach außen hin hart und innerlich total soft.

Berühmte oder Underground Bands?

Kris: Ich würde eher Underground Bands sagen. Ein Großteil der Bands, die ich höre, sind unbekannt.

Gavin: Ich sage berühmte Bands.

Kris: War klar. (lacht)

Walisischer Regen oder deutsche Sonne?

Gavin: Ganz klar deutsche Sonne.

Kris: Walisischer Regen. Ich bin ein echter Welshman, deshalb muss ich das sagen. Ich bin stolz darauf, wo ich herkomme.

Ihr bekommt jetzt von mir ein paar unvollständige Songtextzeilen zu hören und ihr müsst sie mit euren eigenen Worten weiterführen.

Your journey back to …
(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Dredg – Bug eyes)

Gavin: …hell.

Kris: …the pub.

Come crawling faster, obey your…
(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Metallica – Master of Puppet)

Kris: …parents.

Gavin: …faster and faster and faster…

Kris: Obey your faster and faster? That makes no sense.

Ooops I…
(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Britney Spears – Ooops I did it again)

Kris: …shit my pants.
(beide müssen lauthals loslachen)

Turn your camera away from…
(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Funeral for a Friend - She drove me to Daytime TV)

Gavin: …my fucking face.

Kris: …my genitals. I don’t want them on a photo.

But no one ever tells you that …
(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Stone Sour – Through glass)

Kris: …your parents could not be your real parents.

Gavin: …I am maybe a monster from outer space.

If You don’t live for something…
(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Hatebreed – Live for this)

Gavin: …kill yourself!

Kris: …äh.

Gavin: Say the first thing that comes to your head.

Kris: Äh is my answer.

Okay, last one!
So goodbye to…

(Anm. d. Red. Songtextzeile aus Funeral for a Friend – Streetcar)

Gavin: (singing) …you and…

Kris: George Bush.

Gavin: Oh yeah goodbye to George Bush.



Alte Kommentare

von tobi 12.11.2008 21:16

gute idee mit den songtexten! schönes interview!

von Basto 12.11.2008 23:57

Sehr nettes interview, mehr davon!!

von graf zahl 13.11.2008 10:07

voll geil... das hätte sogar nicht nicht besser machen können obwohl ich ein meister der interviews bin... echt porno

von odb 13.11.2008 17:59

relativ langweilig und kein witz dabei