Interview mit GWLT

 

Allschools:
Hey Jungs von GWLT, danke für eure Zeit. Starten wir doch direkt mit dem aktuellen Thema bei euch: die neue Platte. Erzählt doch mal kurz und griffig, worum es auf der Platte geht.

Chris:
"Neue Platte" ist 2014 bei uns ein dehnbarer Begriff, da wir insgesamt über das Jahr verteilt 3 EPs veröffentlichen. Die erste EP ("Ohne Anfang Ohne Ende") erschien Anfang des Jahres, die zweite (und im Moment aktuelle) mit dem Titel "Psychogenese in Zeiten der Apokalypse" ist seit Mai raus und die drittte EP ("Wir sind keine Helden") erscheint Anfang Oktober. Die Idee dahinter, drei EPs anstatt eines Albums zu veröffentlichen ist, uns als Band und unseren Sound zu finden und zu entwickeln. Alle drei EPs haben leicht unterschiedliche musikalische Schwerpunkte und wurden auch von drei unterschiedlichen Produzenten gemischt bzw. gemastert. Als Summe spiegeln sie unser gesamtes musikalisches Spektrum wieder und bilden ein Stückweit das Rückgrat unseres Debut-Albums an dem wir jetzt begonnen haben zu arbeiten.



Allschools:
Euch gibt es ja nun schon eine ganze Weile. Anfangs - und natürlich auch immer noch - war da aber erstmal nur dieses Zeichen mit den beiden Händen. Ohne Anfang ohne Ende. Ziemlich viele Leute haben auf Instagram, Tumblr und Co mitgemacht, darunter namhafte Leute wie Materia oder Jürgen Vogel (korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Was hatte es damit auf sich und wie kam es zu dieser Idee?

Chris:
Jürgen Vogel war auch dabei? :-) Die Entstehung von GWLT war vielleicht etwas untypisch. Wir haben uns nicht an einen Tisch gesetzt und gesagt "Ok, wir machen jetzt eine Band". Das ganze hat sich eher ganz von alleine zusammengefunden und jeder neue Baustein, der dazu kam, fühlte sich so an als wäre er schon lange vorher da gewesen. In diesem Flow hat sich auch lange vor dem offiziellen Onlinegang der Band (Facebook, YouTube, etc.) diese "Ohne Anfang Ohne Ende" Sache formiert. Dieser Satz fasst ganz gut die natürliche Entstehung der Band zusammen, als dann noch die Idee aufkam, das ganze mit einem Handzeichen zu visualisieren, war klar, dass das der erste Schritt nach außen sein wird. Wir waren selbst ein wenig überrascht wie krass das ganze zu einem Selbstläufer geworden ist und wie viele Leute da unaufgefordert mitgemacht haben.



Allschools:
Zieht sich durch das Projekt "GWLT" also ein stringenter roter Faden mit einem unbedingtem Ziel? Und welchem?

Chris:
Dieses "Dinge passieren lassen" ist schon so eine Art roter Faden, der oft auftaucht. Wir sind alle schon Ü30 und haben zuvor bereits in zig Bands gespielt. Keiner von uns hat noch den Drang irgendwem ausser uns selbst etwas zu beweisen. Das heisst nicht, dass wir nicht ehrgeizig und fokussiert an der Band arbeiten. Wir tun jedoch nichts, was sich für uns nicht gut anfühlt.



Allschools:
Nach dem Release kommen nun die Live-Shows. Die sehen auf den ersten Blick ziemlich gemischt aus. Mal spielt ihr im eher überschaubaren Gütersloh mit der Hardcore-Legende Judge, dann seid ihr in Berlin auf dem eher kommerziellen First We Take Berlin Festival. Fühlt ihr euch einer bestimmten "Szene" angehörig? Und wenn ja, welcher?

Chris:
Ja, das geht kreuz und quer, aber genauso möchten wir das auch haben. Wir stehen da sowohl als Typen als auch musikalisch komplett zwischen den Stühlen. Dieses ganze GWLT Ding als reine Hardcore-Band aufzuziehen hätte genauso wenig Sinn gemacht, wie als Hip-Hop Act. Darüber hinaus ist es immer wieder spannend zu sehen, welche Leute unseren Sound letztendlich gut finden. Das reicht von Diehard-Hardcore-Kids über Leute, die mit Gitarren-Musik eigentlich überhaupt nichts am Hut haben bis hin zum geneigten Chart-Mukke-Hörer. Wir sind der Überzeugung, dass alle wirklich großartigen Bands, die einen nachhaltigen Impact auf die Musikwelt haben, sich darüber definieren, ihr eigenes Ding durchzuziehen. Das mag gerade am Anfang auch mal umbequem sein und man braucht vielleicht auch ein bischen mehr Mut, als wenn man einen Sound spielt der "auf Nummer sicher geht", aber unterm Strich gibt es für uns nur diesen einen Weg: Unseren.



Allschools:
Wodurch entstand der Sound, den ihr macht? Wieso habt ihr euch dazu entschieden, Hip Hop und Hardcore zu kombinieren?

Chris:
Das liegt im Background der einzelnen Musiker begründet. David (Sänger) und ich wollten schon sehr lange mal etwas gemeinsam starten, was aber bis 2013 nie geklappt hat. Als wir uns dann endlich mal ernsthaft dran gesetzt haben und die ersten Demos entstanden sind, haben wir sofort gemerkt, dass das ganze wirklich klappen könnte. Die Herangehensweise ist folgende: Egal mit welchen musikalischen Einflüssen wir arbeiten, wir achten immer darauf, dass sie nicht verwässern und für sich selbst am Ende immer gut da stehen. Wenn ein Song ein Hardcore-Riff enthält, soll das am Ende auch noch nach einem Hardcore-Riff klingen. Genauso soll ein Rap-Part immer ein Rap-Part bleiben. Der Begriff "Crossover" wurde in der Vergangenheit leider viel zu oft als "Kompromiss" zwischen 2 Musikstilen verstanden, bei dem am Ende alle Einflüsse Blut lassen müssen. Wir versuchen eine Art "Synergie" zu erzeugen, bei der das Ergebnis noch mehr, noch größer und noch besser ist als die Summe der Einzelteile.



Allschools:
Könnt ihr jetzt schon was zum dritten Teil eurer "Ohne Anfang ohne Ende" EP Trias sagen? "Wir sind keine Helden" wird sie heißen, aber kann man muskalisch Veränderungen erwarten?

Chris:
Wie oben schon angedeutet gehen die einzelnen EPs in unterschiedliche, musikalische Richtungen. Die dritte EP ist dabei wohl die "rockigste" wenn man so will. Es gibt mehr eingängige Refrains. Gemischt hat das ganze Flo Nowak in den DailyHero Studios in Berlin. Der Sound ist ein bischen offener als bei den beiden vorhergegangenen EPs. Die "Wir sind keine Helden" EP erscheint am 3.10.. Preorders ab sofort/demnächst auf www.oaoe.de.