Interview mit HEY RUIN

 

HEY RUIN - wer ist das eigentlich? Stellt euch mal bitte kurz vor.

André: Hi. HEY RUIN ist eine Band aus Trier. Seb, Ernie, ganz frisch dabei Jan und ich, André. Angefangen haben wir im Herbst letzten Jahres und dann ging das alles recht fix mit Songs, ersten Shows, Aufnahmen... läuft!

Wie kam der Sinneswandel jetzt auf Deutsch zu singen?

Seb: Mh, von einem „Wandel“ kann da jetzt nicht wirklich gesprochen werden, die Idee an sich war zumindest bei mir schon ewig da. Selbst bei MNMNTS haben wir das ja mal versucht („A day of only nights“). Früher hat man einfach auf Englisch gesungen, weil alle das gemacht haben, das hat im HC einfach dazugehört, wie ja im Mainstream-Pop irgendwie auch. Wenn wir jetzt deutsch singen, ist das aber kein Ausdruck einer nationalen Emanzipation oder sowas, sondern eher eine Option, die aus stilistischen Gründen gewählt wurde.

In welcher Sprache fällt es euch leichter zu texten?

Seb: Es ist halt anders. Die Herangehensweise unterscheidet sich ziemlich. Im Englischen kann man viel konkreter sein, ohne dass es doof oder pathetisch klingt. „I love you“ rutscht einem schnell mal raus, während „Ich liebe dich“ nur mit größter Überwindung genuschelt wird.

Was sind die Vorteile der deutschen bzw. der englischen Sprache?

André: Wir wollten das einfach mal auf Deutsch probieren und hatten tatsächlich sehr schnell einen Fundus an Texten in unserer Dropbox. Dadurch, dass wir keinen „Hauptsänger“ haben, hat auch jeder irgendwie was zu den Texten beizutragen. Das geht auf Deutsch alles viel einfacher. Ich persönlich finde das sehr angenehm, weil es auf der Ausdrucksebene viele Türen öffnet, die –zumindest mir - auf englisch verschlossen bleiben würden.

Ist MNMNTS tot oder hält die Band nur einen kleinen Schönheitsschlaf?

André: Durch den Umzug unseres Bassisten nach London wurde es immer schwieriger – zumal wir zu dem Zeitpunkt schon in drei unterschiedlichen Städten gewohnt haben. Ich geh aber trotzdem davon aus, dass irgendwann vielleicht nochmal was kommt. Und wenn es nur das ein- oder andere Konzert ist. Aber derzeit ist nichts geplant und alle konzentrieren sich auf ihre neuen Bands. Philipp tourt viel mit PERFECT YOUTH, der andere Jan hat in London auch endlich ein paar Leute gefunden zum Musik machen und wir anderen haben ja auch noch ein wenig mit HEY RUIN vor erstmal.

Seb: Yes. Wir haben uns alle immer noch total lieb, aber jetzt im Moment gehen eben andere Projekte vor.

Bei euch ist jeder mal am Mikrofon – wie schreibt ihr die Songs? In großer Runde, jeder für sich,… und wer entscheidet dann wer, welchen Part bekommt?

André: Das sind meistens ganz pragmatische Entscheidungen denn Gitarre spielen und gleichzeitig singen ist manchmal gar nicht so leicht. So kommt es dann vor, dass Ernie nen Text von mir oder ich einen von Seb singe und umgekehrt, je nachdem, wer das beides gleichzeitig hinbekommt. 

Bisher habt ihr 2 Songs veröffentlicht – wann können wir mehr von euch erwarten?

André: Im August gehen wir nochmal ins Studio um ein Album aufzunehmen, und freuen uns schon sehr, da die zwei Songs ja nur einen super kleinen Eindruck von HEY RUIN vermitteln. In den meisten Reviews liest man immer wieder diesen MUFF POTTER-Vergleich, hätten wir zwei andere Songs aufgenommen, hätte das wahrscheinlich niemand geschrieben. Daher sind ziemlich gespannt. Im Herbst sind wir dann auch noch ein paar Tage unterwegs – mit Love A und Bijou Igitt aus Hamburg zum Beispiel. Sounds like Klassenfahrt. 

Und zu guter Letzt, die wichtigste Frage – wo hat Ernie seine atemberaubend schöne neue Frisur her?

André: Friseur am Hauptbahnhof in Trier. Schön, dass es Dir gefällt.

Seb: Wer ist Ernie?