Interview mit Honour Among Thieves

 

Nach ihrer Tour im Januar mit Verse und To Kill sprachen wir mit Sheep, seines Zeichens Sänger der Band.



Hey Sheep lange her, dass wir uns gesehen haben (lacht). Wie geht’s Dir und wie hat Dir die Europa Tour gefallen mit all den großartigen Bands?

Sheep: Mir geht’s zurzeit wirklich sehr gut. Ich sitze gerade im Flugzeug von Moskau aus, wo ich über das Wochenende war und es war ne gute Zeit. Unsere Europa Tour war der Wahnsinn, wir hatten eine wirklich klasse Zeit, konnten mit so guten Bands zusammen spielen und hatten durchweg nur positive Reaktionen. Wir haben an verschiedenen coolen Orten gespielt und trafen auch ne Menge cooler Leute. Wir hatten während der Tour natürlich auch Ups und Downs, z.Bsp. hatten wir einen Unfall mit dem Van in Berlin oder wir hatten kein Benzin in Belgien und Imran und ich mussten vier Meilen im Regen herumlaufen um welches zu bekommen…aber dann lief es doch irgendwie…doch Jorge passierte das Missgeschick auf dem Weg nach Hause schon wieder.

Was war für dich die beste Show und Location der gesamten Tour und warum?

Sheep: Die beste Show war auf jeden Fall in Prag, wo Damage Done, die Jungs die unsere 7“ releasten, beheimatet sind. Also kannten uns die Kids mehr als überall sonst. Es waren jede Menge Leute da, es gab sehr gutes Essen, nen guten Kickertisch für uns und wir verkauften viel Merch. München verdient es auch erwähnt zu werden und auch Lichtenstein, wo Michael Grey (Tourmanager) seinen Geburtstag feierte. Alle waren in Strandklamotten gekleidet und es gab einen Pool, den ich nutzte. Auf jeden Fall eine gute Zeit.

Alle Shows waren insgesamt cool, auch wenn nicht überall viele Leute waren…Berlin war in dem Sinne genial weil wir in einem Skatepark spielten und den ganzen Tag skaten konnten. Essen war auch cool, aber mir ging es immer noch schlecht und es war super warm, ich übergab mich während der Show und das war nicht so der Hit. Wir hatten einfach überall Leute, die sich um uns kümmerten, also genossen wir es überall und spielten wirklich viel Kicker. Einfach mehr Clubs sollten einen Kickertisch haben!

Ich erinnere mich an die Show in Essen und du sprachst es auch schon an, dass es Dir nicht gut ging. Einer von den Bands sagte: „Wir sind 14 Leute und 12 sind krank!“. Wie geht’s den Jungs in deiner Band und Ivona, nun da die Tour gelaufen ist?!

Sheep: Im Grunde waren es mehr die Jungs von To Kill und Verse die krank waren. Ich war krank bevor die Tour startete und so war meine Stimme für die ersten Shows teilweise außer Gefecht gesetzt. Ivona war die ganze Tour über krank und hatte üble Magenprobleme, aber sie hat es überlebt.

Ich hab leider keinen mehr von ihnen gesehen seit der Tour, weil ich auf Tour ging mit Bring me the Horizon, aber ich glaube sie trauern der Tour schon wieder nach, denn wir alle brauchen das Tourleben.

Okay genug der Fragen zur Tour. In dem Info eurer EP, das ich von Damage Done Records bekam, stand das ihr seit 2007 zusammen Musik macht. Was war der Grund die Band zu gründen und wo habt ihr euch alle kennen gelernt?

Sheep: Also der Hauptgrund bestand einfach darin gute Musik zu machen und ne Menge Spaß zu haben. Keiner von uns ist aus London und wir trafen uns alle auf verschiedenen Shows. Ich kenne Imran schon seit dem er noch bei Broken Promises (aus Belgien) gespielt hat, Ivona seitdem sie nach England gezogen ist, Byren arbeitet im Underworld, wo die meisten Konzerte Londons stattfinden. Es war einfach schwer ihn nicht kennen zu lernen (lacht) und es kommt mir so vor als kenne ich ihn schon so lange, weil wir uns so oft auf Shows gesehen haben.

Welche Bands haben die Band am meisten beeinflusst und erzähl uns nen bisschen über euren Hardcore Stil.

Sheep: Nun wir sind eine melodische Hardcoreband mit aggressiven Elementen. Ich persönlich wurde beeinflusst von: Be Frail, As Friends Rust, Serene, Unbroken, Blink 182…einfach verschiedene Bands. Textlich gesehen von Unbroken & Chokehold und ein bisschen von Blink 182, aber jeder in der Band hat andere Einflüsse, so gesehen spreche ich nur für mich selbst.

Stimmt es, dass der Bandname durch das gleichnamige Buch von Jeffrey Archer zustande kam?b

Sheep: Nein mann, wir mochten nur die Idee von einem Code der Ehre und es ist eine Erklärung im Englischen, nicht nur der Titel eines Buches und der Titel eine PC Spiels und und…

Okay, aber ich war nah dran (lacht). Wer schreibt die Songs in der Band? Mir gefallen die Titel der EP und z.Bsp. der Song“Oh my god, the quarterback is toast” klingt schon sehr witzig. Gibt es tiefgründigeres, also eine Message hinter den Songs?

Sheep: Imran und Ivona schreiben die meisten Songs und Riffs. Wenn wir zusammen schreiben, lässt jeder seine Ideen miteinfließen und helfen den beiden alles zu arrangieren, denn sie sind die musikalischen Gehirne der Band. Die Texte gehen alle auf meine Kappe. Die anderen können gern welche schreiben, aber haben sie bis jetzt noch nicht. Zu den Titeln bzw. den einen den du ansprichst, dies sind alles Zitate aus den „Stirb langsam“ Filmen und das Demo wurde nach dem Gebäude aus dem ersten Film benannt. Es ist sehr schwer gute Songtitel zu erfinden, so dachte ich mir bevor ich unoriginell bin wählte ich diese eben aus und wir hatten viel Spaß mit diesen Titeln.

Zu den Texten: Ich freue mich, dass du danach fragst, denn niemand interessiert sich überhaupt dafür und ja hinter ihnen stecken tiefere Bedeutungen. Ich denke, dass ich mit meinen Texten nichts verändern werde, aber viele Dinge sollten verändert werden oder über diese einfach mal nachgedacht werden. Hardcore sollte immer eine Message haben, aber das ist heutzutage nicht mehr der Fall. Wir sind keine Band die sich ein Thema rauspickt und sich anpasst, aber wir sind auch keine Band die sich über andere stellt und sagt dass wir besser sind als andere. Hardcore muss etwas aussagen und sollte die nötigen Eier mit sich bringen. Hoffentlich können wir mit dem nächsten Output uns etwas tiefer in dieses Territorium vorwagen und es wäre cool ein Magazin oder irgendetwas anderes mit dem Album herauszubringen. Wir werden sehn.

Wie sind deine Einstellungen zum Thema Straight Edge und dem veganen Lebensstil? Warst du oder bist du etwas von beidem?

Sheep: Ich bin beides und das schon über eine gewisse Zeit nun schon…Imran und Ivona waren edge, aber nun nicht mehr, sind aber beide Vegetarier (Imran isst ein bisschen Fisch sogar). Ich denke weniger Fleisch zu essen ist ein guter Schritt, um unseren Planeten vor den großen Farmen zu bewahren und den Ausstoß von Methangasen zu reduzieren, aber Veganismus ist nicht alles, aber aktiv sein ist schon sehr positiv. Ich habe kein großes Problem Fleisch zu essen, aber die Erde kann einfach keine 6 Milliarden Fleisch Diäten vertragen. Die Lösung ist nicht vegan zu werden allein, sondern einfach die Reduzierung unseres Fleischkonsums und über die Methoden der Viehzucht nachzudenken.

Über Straight Edge muss ich sagen, dass das meiste Bullshit ist, denn viele Kids versuchen sich damit über andere zu stellen und ich denke mehr Leute hätten mehr Spaß wenn sie trinken würden. Die meisten Freunde, die ich hab sind fast alle nicht edge, aber grade mit denen macht es am meisten Spaß Zeit zu verbringen. Das wichtigste ist, das man anderen nicht vorschreibt was sie zu tun und zu lassen haben. Wen interessierts und es gibt größere Probleme im Leben, über die man sich Gedanken machen sollte.

Hier in Deutschland schließen sich heutzutage Bands zusammen, nur um irgendwelchen Trends zu folgen und an einer guten Sache teilzuhaben, aber es werden immer mehr die Wurzeln des Hardcore vergessen. Ich schätze mal bei euch gibt es auch genug tough guy Bands, die auch mal gerne andere Leute vor der Bühne treten oder deren Publikum sehr gewalttätig ist. Wie ist die Situation bei euch, speziell in London?

Sheep: Die Szene hier ist sehr rowdyhaft, aber ich mag das. Jemand der auf ne Show geht, um andere Menschen zu verletzten ist definitiv in der falschen Szene und Schläger sind zurückgeblieben. Nun, Hardcore ist ne aggressive Form von Musik und etwas anderes zu erwarten ist unrealistisch. Klar manche Leute gehen zu weit, aber es muss nicht immer nur die Musik, also der Hardcore daran schuld sein.

Die Szene in London hat einen schlechten Ruf, weil wir auch viele tough guy Bands haben, aber die Mehrheit der Kids sind eben gute Menschen, die sich auch um andere auf Shows kümmern und Rücksicht auf andere nehmen. Wenn eine Band wie Knuckledust spielt geht’s richtig zur Sache, aber es gibt kaum Schlägereien. Der Aufstieg der Ruhrpott tough guy Szene habe ich über die Jahre verfolgt, aber ich kenne zu wenig von den Jungs, um mir irgendeine Form von Urteil bilden zu können. Wenn Freunde wie Knuckledust oder Six ft Ditch spielen, bin ich aber gern dabei.

Imran erzählte mir auf der Show in Essen, das GSR wohl eure EP in Europa veröffentlichen wird, warum habt ihr euch grade für dieses Label entschieden?

Sheep: Eigentlich entschieden sie sich für uns und nicht andersherum. Ich kenne Rob und Theo schon länger und als wir die Band gründeten waren sie an uns interessiert und baten uns ein paar Demosongs zu senden. Ich schätze mal, sie warteten etwas ab wie wir uns entwickelten und als sie die enorme Livepräsenz sahen, wollten sie mit uns zusammen arbeiten. Sind gute Jungs, die gute Bands auf dem Label haben.

Ich habe gelesen, dass ihr den Mai über komplett in England tourt, schreibt ihr vor der Tour an neuem Material, um ein Album aufzunehmen?

Sheep: Ja das ist der Plan! Wir haben nicht so viele Shows bevor die Tour im Mai beginnt und so nehmen wir uns Zeit für das Album. Es läuft sehr gut bisher, aber wir brauchen unsere Zeit und es könnte vielleicht unser einziges Album überhaupt werden. Also möchten wir wirklich alles richtig machen. Wenn wir mit dem Schreiben und dem Aufnehmen fertig sind geht es erst mal auf Weltreise und wir möchten überall spielen, überall (Europa, Südamerika, Australien, Japan)!

Ok lass uns zum Ende kommen. Gibt es irgendwelche Bands, die unsere Leser kennen lernen müssen? Irgendwelche letzten Worte?

Sheep: Hier ein paar UK Bands, die man kennen lernen sollte:

Dead Swans aus Brighton sind fantastisch, More Thab Life, Jailbait, Audacity, Only Forward, Special Move, Save Your Breath..es sind zu viele gute Bands und die Szene ist sehr lebhaft.

Letzte Worte: Denkt an die Kinder, denn unser Planet stirbt aus, recycled mehr, kauft euch an Rad anstatt euer eigenes Auto zu fahren und esst mehr Gemüse. Es gibt viele Dinge, die jeder von uns tun könnte, um die Welt ein bisschen zu verbessern. Hardcore hat seinen Spirit über die letzten Jahre verloren und ich wäre froh wenn die Kids es irgendwie schaffen würden die alten Tage wieder aufleben zu lassen.

Und um all das ganze hippe Zeug ins Gleichgewicht zu bringen, sag ich das: Redet weniger scheiß über den anderen, und habt ne Schlägerei um alles zu klären. Manchmal verdienen es viele einfach mal geschlagen zu werden, also nicht schüchtern sein und drauf los.

Dank dir sehr für das Interview, danke für den Support und wenn irgendwer ein Problem mit dem hat was ich gesagt hab, denkt dran ich hab das gesagt und kein anderer aus der Band.
Mensch was für ein Interview, ich hätte noch viel mehr fragen sollen (lacht), aber erst ma dank ich dir für das Interview und mach’s gut. Bis demnächst !