Interview mit Monuments

 

Hallo Jungs, stellt euch doch erstmal vor !

Seit Anfang diesen Jahres machen André, Jan, Oli, Philipp und Ich (Seb) gemeinsam als Monuments Krach mit Geschrei. Wir kommen zu drei Fünfteln aus Trier und die anderen Beiden aus Bonn und Koblenz. Irgendwie hat es von Anfang an gut funktioniert, unsere verschiedenen Musikgeschmäcker auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass wir alle auch schon vorher in Bands gespielt haben. Uns war
es vor allem wichtig, so früh wie möglich und oft auf der Bühne zu stehen, auch wenn wir zu Beginn nur fünf Songs hatten, haha!

Ihr seid noch eine relativ junge Band, hattet aber bereits dicke Support-Shows für Bands wie Envy oder zuletzt The Casting Out. Denkt ihr, dass jede kleinere Band diese Erfolge auf die Beine gestellt bekommt oder ist das eine Sache der Motivation und Durchhaltekraft ?

Ich denke, der Erfolg ist nicht die Tatsache, solche Supportshows spielen zu dürfen (was natürlich auch sehr cool ist!), sondern die Möglichkeit zu nutzen, deutlich mehr Leute zu erreichen als auf kleineren Shows. Bei den meisten Bands dürfte es wohl nicht an Motivation für große Shows mangeln. Wenn man allerdings irgendwann selbst ganz oben auf dem Flyer steht und 50,100 oder sogar mehr Leute auf deine Show kommen, DAS ist der wirkliche Erfolg. Sollte uns das in einer weit entfernten Zukunft einmal gelingen, können wir wirklich sehr stolz sein. Und das ist natürlich eine Frage des Durchhaltevermögens.

Wie man so hört, ist eine Split mit TALK RADIO TALK geplant. Da schaut man doch gerne in die Zukunft und zweifelt nicht am Durchhaltevermögen ?

Wo hast du das denn gehört? Das ist doch noch streng geheim! :) aber in der Tat haben wir das mal grob angedacht, wenn das hinhauen würde, wäre das natürlich super! mal sehen...
Für 2009 haben wir uns jedenfalls viel vorgenommen: dieses Jahr lief es schon echt prima für uns und den Schwung wollen wir mit ins neue Jahr nehmen. Ende Februar geht's ins Studio, um einen neuen Song aufzunehmen, außerdem planen wir schon wieder an kleineren und größeren Tourgeschichten...und dann steht auch irgendwann ein Album an...in den nächsten beiden Monaten werden wir uns deswegen in den Proberaum zurückziehen und neue Hits schreiben, hehe.

Habt ihr Angst vor Internet und Umsonst-Downloads oder denkt ihr eher, das könnte ein Vorteil sein ?

Das ist natürlich ein sehr komplexes Thema. Ich denke, für "kleine" Bands sind Umsonst-Downloads zuerst eher ein Vorteil um sich ein wenig bekannter zu machen. ab einem gewissen Bekanntheitsgrad wird das problematisch, erst Recht, wenn man von Verkäufen leben muss bzw. möchte. Fakt ist, dass Plattenverkäufe drastisch zurückgegangen sind und eine Patentlösung für das Problem noch nicht wirklich gefunden ist. Der komplette Musikmarkt wurde durch Plattformen wie Rapidshare umgekrempelt und das ändert z.B.
auch die Labelpolitik. Bands (auch kleine) müssen sich überlegen, wie und in welchem Format sie ihre Songs fair vermarkten können. aber jeder, der seine Songs auf Myspace stellt, muss damit rechnen, dass der Stream downgeloadet wird und darf sich dann auch nicht darüber beklagen. Dass das so ist, ist zwar ziemlich beschissen, aber momentan wohl einfach nicht zu ändern, deswegen muss man sich der Konsequenzen einfach bewusst sein, wenn man Songs online anbietet. Die Frage ist: Welche Alternativen gibt es? Überhaupt keine Songs ins Netz stellen und ausschließlich auf Konzerten verkaufen? wohl kaum. Mit Myspace ist das natürlich so ne Sache. Auf der einen Seite hilft es natürlich ungemein sich zu präsentieren und mit anderen Bands oder Bookern in Kontakt zu kommen. Auf der anderen Seite kann natürlich jeder, der zu drei geschrammelten Akkorden schlecht singt Songs hochladen. Die Flut an Bands gerade in der so genannten Szene ist in den letzten drei, vier Jahren auch dank Myspace förmlich explodiert, was dazu führt, dass z.B. viele Booker vor Anfragen erschlagen werden und man sich erstmal durchboxen muss, um an Gigs etc. zu kommen. ich finde es albern, dass sich manche Bands über Myspace mokieren, aber selbst ziemlich davon profitieren.

Stichwort "sogenannte Szene". Welcher Szene würdest du dich einordnen?

Ich finde es immer schön, auf Konzerten Leute zu treffen, die sich irgendwie auf die DIY-Idee einigen können, also eher aus dem Hardcore und Punk kommen. Meistens gibt's da gleiche oder ähnliche Werte oder Ideale.Wir sind auch Bestandteil dessen, würde ich sagen. Man merkt einfach, ob da jemand unsere "Platte" kauft, weil er uns unterstützen möchte oder ob da vielleicht jemand ist, der irgendwie auf der angesagten Welle mitschwimmt.

"Angesagten Welle mitschwimmt"? Wo denkt ihr, ist der Unterschied zwischen Heldenverehrung und mitschwimmen? Ich spiele auf den Boysetsfire ähnlichen Sound auf eurer EP an !

Damit meinte ich, dass "extreme" Musik nicht mehr die Gegenkultur ist, als die sie ursprünglich angelegt war, sondern zu einem bestimmten Grad einfach "en vogue". Viele Kids wissen aber nicht mehr, welche Idee hinter Punkmusik steckt. Und was die Heldenverehrung betrifft: Bei uns ist es schon mal so, dass wir sehr weitgestreute Musikvorlieben haben und nicht alle auf die gleichen Bands abfahren. "After the Eulogy" von boysetsfire war auf jeden fall ein Riesenalbum, welches damals bei mir rauf und runter lief, aber es spielt für mein Songwriting heute einfach keine Rolle mehr. Zur Zeit höre ich z.B. gerne The Smiths, Grails, Cat Power oder Lack, aber deswegen klingen die Songs, die ich schreibe, nicht danach. aber trotzdem haben meine Lieblingsbands genreübergreifend ein recht ähnliches Klangbild, eher melancholisch, trist und resignierend. Wenn wir im Proberaum sind und André oder ich eine Idee vorspielen, wissen lustigerweise meistens alle
in welche Richtung das geht, ohne dass wir vorher je abgemacht hätten, in welche Richtung wir uns bewegen wollen. Irgendwie haben wir da alle ein ähnliches Ästhetikverständnis, was die ganze Sache natürlich sehrangenehm macht! ;)

Natürlich erfinden wir das vielzitierte Rad auch nicht neu, aber wir versuchen schon, einen eigenen weg zu gehen, insofern das eben möglich ist und klar, beeinflusst wird man immer von irgendwem.

Da sprichst du schon das nächste Thema an ! Wie läuft bei euch das Songwriting und der Aufnahmeprozess ? Gibt es da eine klare Rollenverteilung ?

Och nöö, da gibt's bei uns kein Geheimnis, das läuft bei uns wie bei jeder anderen Band auch. André und ich treffen uns und spielen uns gegenseitig unsere Ideen vor und meistens steht danach auch ein Songgerüst. Im Proberaum entwickelt sich dann daraus ebenso oft ein völlig anderer Song, was aber cool ist, da jeder dann seine Ideen einbringen kann. Und in den darauf folgenden Proben nerve ich die anderen immer mit irgendwelchen Änderungsvorschlägen! ;)
Aber Jan hat sich letztens einen Drum-Computer besorgt und wir wollen versuchen, uns mal ein paar Riffs oder Ideen via E-Mail zuzuschicken. Das würde das Songwriting auf jeden Fall effektiver machen, denke ich.

Na dann hoffen wir, dass das alles funktioniert. Die letzten Worte gehören euch.

Dann danken wir natürlich zuerst einmal DIR für unser erstes Interview! Im Nachhinein werden wir natürlich behaupten, dass wir das alles ganz anders gesagt haben. ;)