Interview mit Nick Hamm (CITIZEN)

 

Ihr habt gerade euer neues Album “Everybody is Going to Heaven“ veröffentlicht. Wie unterscheidet es sich von eurem vorherigen Album “Youth”?

Ich denke der größte Unterschied zwischen dieser LP und der letzten ist, dass die aktuelle viel selbstbewusster klingt. Als wir unsere erste LP gemacht haben, haben wir einfach unser Bestes gegeben. Wir waren alle ziemlich jung. Ich denke, dieses Mal wussten wir genau was wir wollten. Wir waren etwas hungriger. Deswegen denke ich, dass die Platte selbstbewusster klingt. Wir haben nach etwas gesucht und ich denke wir haben es gefunden.

Ich las in einem Review über euer Album, dass ihr erwachsen geworden seid. Stimmst du zu?

Ja, das würde ich sagen. Als wir unsere erste LP geschrieben haben waren Mat und ich 18 Jahre alt und ich denke der Unterschied zwischen 18 und 21 ist ziemlich groß. Ich denke es hat sich vor allem unser Geschmack weiterentwickelt, was wahrscheinlich dazu führt, dass jemand sagt wir wären erwachsen geworden. 

Um was geht es auf dem Album?

Mat hat definitiv eine Schippe drauf gelegt, was die Texte angeht. Er hat dieses Mal über eine Vielzahl von Dingen geschrieben, während „Youth“ eindimensionaler war. Vor allem ein Song behandelt ein ziemlich cooles Thema. Darin beschreibt Mat seine Kotroll-Probleme und wie er damit umgeht. Also ich denke, dass die Texte weiterreichender sind als zuvor. Das ist ziemlich cool.

      Welche Message sollen eure Fans vom Anhören eurer Platte mitnehmen?

Ich hoffe, dass die Platte vor allem jüngere Bands ermutigt ihr eigenes Ding zu machen und dass sie sich nicht über Feedback Gedanken machen. Es fühlt sich so an, als hätte es in der Szene eine Ära gegeben, in der es niemandem etwas ausmachte, dass alle Bands sich gleich anhörten. Und ich denke, zumindest so wie das Jahr angefangen hat, dass jetzt jeder darauf fokussiert ist sein eigenes Ding zu machen. Das ist etwas, was ich vor ein paar Jahren wünschte wertgeschätzt zu haben. Deshalb hoffe ich, dass jüngere Leute unsere Platte anhören und sich trauen ein Risiko einzugehen.   

Wir würdest du die Art von Musik, die ihr macht, beschreiben?

Wir haben uns definitiv insofern geöffnet, dass es nicht mehr nur darum geht Akkorde und Noten zu spielen. Wir experimentieren mit verschiedenen Sounds, die wir mit unseren Gitarren machen können. Das Selbe gilt für die Vocals und alles andere. Wir konzentrieren uns jetzt mehr auf den Sound und die Landschaft sowie den gezielten Einsatz von Akkorden. Ich denke, dass dies im Laufe unserer Karriere immer interessanter werden wird, weil es um mehr geht als nur Töne zu spielen.

Du und dein Bruder Eric haben in der Schule Deutsch gelernt. Gibt es Pläne hier zu touren?

Ja, gibt es, aber mehr kann ich dazu nicht sagen. Es wird definitiv passieren. Und Eric und ich werden unser Bestes geben Deutsch zu sprechen. Ich weiß allerdings nicht, wie gut wir darin sein werden. 

Erinnerst du dich an irgendetwas aus dem Unterricht?

Das ist eine Weile her. Ich erinnere mich an „wie heißt du?“. Das ist so ziemlich das Erste was man lernt, aber es ist nicht sehr beeindruckend. Ich werde noch ein bisschen üben müssen.

Gehen wir etwas in der Zeit zurück. Wie kam die Band zustande?

Das ist eine witzige Geschichte. Ich glaube ich war zehn als ich bei einem Freund übernachtet habe. Dieser Freund wusste, dass ich im Jahr zuvor angefangen hatte Gitarre zu spielen und er kannte jemanden, der Schlagzeug spielte. Er fragte ihn, ob er auch kommen wolle. Es war ein Junge, der Slipknot mochte und langes Haar hatte – das war Mat. Ab da waren wir zusammen mit Eric in mehreren Bands. Ryland lernten wir dann vor ungefähr fünf Jahren durch andere Shows kennen. Jake spielte bzw. spielt in einer Band namens FREEDOM, mit der wir eine Show zusammen hatten. Wir brauchten einen Schlagzeuger und er machte mit. So kam die Band, wie sie heute ist, zusammen. 

Warum habt ihr euch Citizen genannt?

Da gibt es keinen bestimmten Grund. Wir mochten, wie sich das Wort anhört. 

 

Wenn du nicht in einer Band wärst, was würdest du dann machen? Gibt es noch andere Leidenschaften außer Musik?

Ja, tatsächlich bin ich Grafikdesigner. Leider kann ich das nicht so oft machen wie ich es gerne würde. Wenn ich nicht in CITIZEN wäre, würde dafür vermutlich meine ganze Zeit draufgehen.

Wenn du dir eine Band aussuchen könntest, mit der ihr auf Tour geht, welche wäre es?

Das ist eine gute Frage, weil es eine ist, die wir uns ständig selbst stellen müssen. Und sie ist schwer zu beantworten. Das Problem ist, dass viele Bands die wir mögen nicht wirklich zu uns passen. Aber ich denke CLOAKROOM würde in Frage kommen. Sie sind auch bei Run for Cover Records und sind musikalisch nicht zu weit von uns entfernt. Außerdem sind die Bandmitglieder cool und es würde sicherlich Spaß machen mit ihnen zu touren.

Welche Frage würdest du gerne mal gestellt bekommen?

Das ist eine gute Frage, darüber muss ich nachdenken. (Denkpause) Ich beantworte gerne Fragen, die unser Leben außerhalb von CITIZEN betreffen. Der Grund dafür ist, dass es Wissenswertes über jedes Mitglied gibt, von dem viele Menschen nichts wissen.

Dann erzähl mir doch mal eine Sache, die andere Leute nicht über dich wissen!

Über mich? Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich Grafikdesigner bin. Ich bin wahrscheinlich auch einer der wählerischsten Esser die es je gab. Auf Tour essen ist sehr stressig für mich.

Was machst du am liebsten im Tourbus um die Zeit totzuschlagen?

Wir haben einen neuen Bus, in dem wir kleine Fernseher in jeder Schlafkabine haben. Gestern wollte ich Harry Potter schauen, aber ich hatte keine Kopfhörer. Also habe ich es ohne Ton angesehen. Damit habe ich ein bisschen Zeit verbracht. 

Im Moment seid ihr auf der Warped Tour. Was steht als nächstes an?

Nach der Warped Tour machen wir ein paar Shows mit TAKING BACK SUNDAY. Dann werden wir eine sehr coole Herbsttour machen, auf die ich mich sehr freue, über die ich aber noch nichts sagen kann.