Interview mit Nicke Andersson von IMPERIAL STATE ELECTRIC

 

Hi Nicke, seit eurem letzten Album "Honk Machine" ist erst ein Jahr vergangen und nun steht "All Through The Night" vor der Tür, dein viertes Album mit IMPERIAL STATE ELECTRIC seit 2010. Das sind ganz schön viele Veröffentlichungen. Gehst du einfach in Studio und der Rock'n'Roll strömt aus die heraus? Und arbeitest du vielleicht schon an neuem Material?

 

Es ist sogar schon unser fünftes Album. Da ich eigentlich immer Songs schreibe, und das nicht für ein spezielles Album, haben wir eine Art Song-Bibliothek auf die wir zugreifen können wenn wir uns dazu entschließen ein neues Album aufzunehmen. Es geht dann eher um die Frage, welche Art von Songs wir aufnehmen wollen. Wir vier Bandmitglieder entscheiden dann gemeinsam über die Auswahl der Songs. Also ja, ich arbeite schon an neuem Material, das tue ich immer.

 

Ich habe mal irgendwo in einem Interview gelesen, dass IMPERIAL STATE ELECTRIC für dich kein Soloprojekt ist, sondern eher deine Version von T.REX, mit dir in der Rolle von Marc Bolan, also als Chef. Sind die anderen Bandmitglieder überhaupt in den Songwriting Prozess involviert oder schreibst du sämtliche Songs alleine?

 

Dolf und Tobias schreiben ebenfalls Songs, aber leider nicht soviele wie ich. Aber wir schreiben auch meistens alle getrennt. Manchmal schreibt Dolf die Texte zu meiner Musik. Bis auf "Empire of Fire", wofür ich die Musik geschrieben habe und Frank Estby den Text, wurden auf "All Through The Night" alle Songs separat geschrieben.

 

Ich gebe zu, dass "All Through The Night" mein erster Full Length Kontakt mit IMPERIAL STATE ELECTRIC war. Es hat mich gefreut zu hören, dass ihr, obwohl ihr tief im Sound der 60er und 70er verwurzelt seid, nicht zu retro klingt. Viele Bands heutzutage versuchen ja den Sound dieser Zeit zu kopieren und klingen dabei am Ende oft etwas altbacken. "All Through The Night" klingt allerdings ziemlich frisch. War das auch euer Ziel?

 

Erstmal danke für deine netten Worte. Ich persönlich denke nicht in Begriffen wie "retro" oder "zeitgemäß" und alt oder neu. Ich weiß was ich in Sachen Sound und Songwriting mag. Mein Musikgeschmack ist ziemlich wüst und weit gefächert, macht für ich aber absolut Sinn und nur das zählt für mich. Musik zu machen, die ich selbst gerne hören würde, das ist das einzige Ziel denke ich. Wenn jemand anderes diese Musik auch mag, dann ist das natürlich ein enormer Bonus.

 

Es ist recht offensichtlich, dass du auf Musik aus den 60ern, 70er und 80ern stehst. Magst du denn auch irgendwelche aktuellen Bands?

 

Ich mag einiges aus den 20ern, 30ern, 40er, 50ern, 60ern und 70ern. Tatsächlich mag ich Zeug aus den 80ern ein bisschen weniger. Aktuelle Bands auf die ich stehe wären z.B. JD McPherson, Brut Boogaloo, Lucifer, Sturgill Simpson, Nightmare Boyzzz und Bastard Priest.

 

Das Cover von "All Through The Night" erinnert an das alte Logo von Warner Brothers, ich schätze also du bist auch ein Fan alter Filme aus den 60ern. Was sind deine beliebtesten Hollywood Klassiker?

 

Ich denke das Cover ist ein wenig eine Mischung aus Bugs Bunny und Humphrey Bogart. Ich mag auch manche Filme aus den 30ern, 40er und 50ern. Es ist wie mit der Musik; wenn es gut ist, dann ist es eben gut. Ich denke da an The Exorcist, The French Connection 1 & 2, North By Northwest, The Horror Of Dracula, For A Few Dollars More.

 

Zum Abschluss nochmal zurück zur Band. Ein neues Album bringt in der Regel eine Tour mit sich. Wo können wir euch in naher Zukunft denn überall sehen?

 

Wir starten im Herbst und Winter in Skandinavien und machen uns dann Anfang 2017 nach Deutschland und in den Rest von Europa auf. Bisher gibt es noch keine bestätigten Termine, die werden aber bald folgen.

 

Ich wünsche euch viel Erfolg mit dem neuen Album und danke dir für das Interview. Die letzten Worte gehören dir.

 

Danke! Don't stop respecting the Rock!