Interview mit No Turning Back

 

NO TURNING BACK sind vielleicht einer der heißesten europäischen Old School Acts zur Zeit. Viele Touren – unter anderem auch durch die USA – und ein brandneuer Longplayer waren Anlass genug um mit Sänger Martijn ein paar Worte zu wechseln.

Wie ist dein persönlicher Eindruck vom neuen Album „Holding On“?

Es ist vermutlich das beste Material, dass wir bisher gemacht haben. Ich weiß das ist eine ziemliche Standart-Antwort, doch ich denke so muss sich einfach eine Band fühlen, wenn sie ein neues Album veröffentlicht. Ansonsten sollte sie keine Platten mehr machen. Wir haben viel Arbeit investiert und deswegen habe ich den Eindruck, dass es das beste ist, was wir zur Zeit hervorbringen konnten. Insgesamt kann man sagen es ist eine Mixtur aus den besten Elementen der letzten Veröffentlichungen. Wir sind sehr froh „Holding On“ auf allen fünf Kontinenten veröffentlichen zu können und es weltweit live präsentieren zu dürfen.

Eine weltweite Veröffentlichung ist sehr beeindruckend. Wie kam es dazu, wer bringt „Holding On“ außerdem noch raus und ist es anstrengend eine Worldtour zu booken?

„Holding On“ kommt auf: EU - Reflections Records, USA – Bridge Nine Records, Japan – Alliance Trax, South America – No Mercy Records und South Africa - Give and Take Records. Und ja, das Buchen so einer Tour ist anstrengend. Alleine die unterschiedlichen Zeitzonen erschweren die Angelegenheit ziemlich. Aber Südamerika steht schon fest und die USA sowie Japan sind gerade in Arbeit. Bevor wir dahin gehen werden wir aber nochmal Europa unsicher machen.

Eure Konzerte bekommen häufig sehr gute Kritiken. Manche finden euch als Liveband sehr gut, können aber mit den Veröffentlichungen wenig anfangen. Habt ihr es diesmal geschafft eure On-Stage-Energie auf die CD zu bannen?

Das alte Problem mit Hardcore/Punk. Live ist es immer diese Kombination aus Bild, Ton, Energie und dem Publikum. Das kann man nicht auf ein Album bekommen. Ich finde aber, dass wir mit den letzten beiden Releases sehr nah dran gekommen sind. Wir werden weiterhin daran arbeiten so nah wie möglich an unsere Live-Shows zu kommen.

Außerdem hat man den Eindruck, dass ihr mit jeder Veröffentlichung wütender werdet. Woher kommt das?

Unsere Texte waren schon immer ein Ventil für Wut und Frustration. Je älter man wird, desto mehr erkennt man die Hintergründe davon wie die Gesellschaft „funktioniert“. Und heutzutage bringt es mein Blut nur noch mehr zum Kochen wenn ich sehe, wie da Dinge schief gehen, im Vergleich zu früher. Und je älter man ist, desto mehr Erfahrungen hat man gemacht, auf die man sich beziehen kann.

Nun wo ihr eure vielleicht beste Veröffentlichung gemacht habt, arbeitet ihr mit zwei der vielleicht besten Hardcore-Labels zusammen: Bridge 9 und Reflections. Was wäre der nächste Schritt? Wie steigert man sich als Band weiter?

Wir denken auch, dass es die besten Labels zur Zeit sind. Die Zusammenarbeit läuft fantastisch. Der nächste Schritt würde vermutlich aus dem Underground rausführen. Dieser Schritt von der Spitze des Undergrounds zu einem Major ist nicht gerade sehr realistisch und selbst wenn er das wäre würden wir ihn nicht gehen. Nun probieren wir einfach unser „Territorium“ durch vermehrtes Auftreten zu erweitern. Deswegen arbeiten wir auch mit Labels in Südafrika, Japan und Südamerika.

Es gab so was wie Gerüchte zum Anfang von 2006. Einige Mitglieder haben die Band verlassen und es hieße, ihr würdet überlegen mit NO TURNING BACK aufzuhören.

Sieben Jahre waren wir eine Band aus Freunden. Es gab keine Änderungen im Line-Up. Mit dem Älterwerden stellt man fest, dass viele Menschen um einen herum erwachsen und dabei auch sesshaft werden. Eine Band zu haben bedeutet aber viel Arbeit, Zeit und auch Geld. Nur für Wenige hat eine Band oberste Priorität. Ich möchte da jetzt aber auch nicht meine Freunde schlecht machen. Ich bedauere es sehr nicht mit ihnen die Welt bereisen zu können, so wie wir es immer geträumt haben. Aber wenn man seine Ziele erreichen möchte, muss es weitergehen. Aufhören war da niemals eine Option. Deswegen haben wir mit neuen Mitgliedern weitergemacht. Das frische Blut erwies sich dann auch noch als gute Inspiration für neue Songs. Natürlich ist in der Band alles anders, aber alles läuft wunderbar.

Und zu guter Letzt: Man hört auf „Holding On“ auch einige Gastauftritte von verschiedenen Sängern. Wer ist denn mit von der Partie?

Als erstes haben wir auf „Alive or Death“ Aram Arslanian von unseren Freunden BETRAYED. Wir waren viel mit ihnen auf Tour in der letzten Zeit und sind sehr froh, dass er uns seine Stimme für den Song geliehen hat. Des weiteren singt bei “Nothing Changes” Saki Vakaloudis von YOUR MISTAKE. Er ist unser sechstes Bandmitglied. Einer der wenigen Leute die seit Stunde null zum Umfeld der Band gehören.