Interview mit Rise Against

 

Joe Principe betritt den kleinen Raum, ich habe 15 Minuten. Bloß keine Zeit verlieren. Zwölf Fragen, die sich jeweils auf einen Song des neuen Albums beziehen.

Architects: Wie sollte dein zukünftiges Heim aussehen?

Genau das mache ich gerade. Ich baue ein eigenes Haus. Meine Frau wollte Platz für einen eigenen Salon, wo sie arbeiten kann. Ich habe ein eigenes Studio im Dachgeschoss. Und natürlich Platz für die Kinder.


Help is On the Way: Touren ist anstrengend. Wie erholt ihr euch nach den Shows?

Einfach nur einen Film im Bus schauen oder in Cafés sitzen und entspannen. Meistens häng ich mit Tim und Zach rum und wir quatschen. Wir sind langweilig.


Make It Stop: Es ist nicht immer leicht, wenn man schon seit mehr als 10 Jahren in einer Band ist. Hast du je drüber nachgedacht aufzuhören oder was wäre, wenn du als Angestellter arbeiten würdest?

Darüber denke ich oft nach. Allerdings hab ich nie darüber nachgedacht aufzuhören. Es ist einfach ein zu großer Teil von mir. Musik zu schreiben ist meine Art mich auszudrücken. Ich würde durchdrehen, wenn ich das nicht als kreatives Ventil hätte. Natürlich gibt es auch frustrierende Momente, wenn man Heimweh hat. Aber das hält nicht lang an. Das ist normal. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir uns, nach 11 Jahren Bandgeschichte, noch so gut verstehen. Wir unternehmen immer noch viel gemeinsam. Viele unserer befreundeten Bands gehen privat getrennte Wege. Das ist traurig. Ein Leben ohne die Band wäre armselig. Ich habe Rechnungswesen gelernt. Superlangweilig. Ich würde mich erschiessen. Bin echt glücklich, dass alles so gelaufen ist.


Disparity By Design: Wenn du ein Talent deiner Bandkollegen haben könntest, welches wäre das?

Zach schafft es immer alle zum Lachen zu bringen. Das macht es oft einfacher so weit weg von unseren Familien zu sein. Er wäre wirklich ein guter Comedian.


Satellite: Wenn wir einen Satelliten ins All schicken würden, um Aliens von unserer Existenz zu berichten, was würdest du mit ihm auf den Weg geben?

Äh… das ist schwer… ich würde sagen… äh… ich bin nicht sicher… Wir können sehr mitfühlend sein aber wir sind es nicht permanent. Es gibt auch viel Schlechtes. Vielleicht würde ich über ein paar Fehler, die wir gemacht haben erzählen.


Midnight Hands: Wann hast du deine kreativste Phase?

Immer mitten in der Nacht. Ich war heute morgen um 4 Uhr noch hellwach. Nach dem Aufstehen dauert es allerdings immer 2-3 Stunden bis ich wirklich fit bin. Normalerweise bin ich nachts am kreativsten. Da schreib ich auch die meisten der Songs. Wenn ich zuhause bin und muss noch was am Haus machen, dann mache ich das auch nachts.


Survivor Guilt: Hast du noch Kontakt zu den Bands mit denen du früher gespielt hast? Vermisst du die Zeit?

Es fehlt mir mit den Bands zu spielen, mit denen ich angefangen habe. Wir haben noch ziemlich oft Kontakt. Es ist schön zu wissen, dass sie immer für uns da sein werden um uns zu unterstützen. Als wir mit Rise Against angefangen haben waren das die Leute zu denen wir aufgeschaut und von denen wir Tipps bekommen haben, so sind wir zusammen gewachsen. Es ist ein schönes Gefühl dass wir immer noch mit diesen Leuten in Kontakt zu stehen weil normalerweise je größer eine Band wird sie immer mehr den Bezug zu all dem verliert.Wir würden das als Band niemals zulassen. Es macht uns bodenständiger. Wenn ich zuhause bin, rufe ich alte Freunde an und gehe noch oft zu Underground Shows. Diese Vertrautheit ist cool – sie ist ehrlich.


Broken Mirrors: Was hast du beim heutigen Blick in den Spiegel gedacht.
Oh Gott, seh ich scheisse aus. Ich bin krank.


Wait For Me: Muss man oft auf dich warten?

Ich bin immer zu spät. Auch wenn ich zuhause bin und mich mit jemanden treffen muss trödel ich grundlos rum. Ich wurde mal gefeuert weil ich 2 Stunden zu spät gekommen bin. Ich war auch ständig mindestens ne Stunde zu spät als wir im Studio waren. Aber damit hatten sie alle schon gerechnet.


A Gentlemen's Coup: Hast du deiner Frau mal Blumen geschickt?

Jap. Ich hab ihr vor kurzem erst Blumen geschickt um mich bei ihr zu bedanken, dass sie mit den Kinder zuhause ist und sich um alles kümmert.


This is Letting Go: Hast du schlechte Gewohnheiten?

Meine schlechteste Angewohnheit ist wohl meine Kaffeesucht. Ich will zwar nicht aufhören, würd aber gern weniger trinken. Ich könnte nicht aufhören-niemals.


Endgame: Spielt ihr Videospiele?

Nein! Keiner von uns. Ausser Tim. Er sagt zwar er spielt nicht aber das stimmt nicht. Er spielt immer Angry Birds.


Letzte Frage: Der Album-Release war für den 11. März vorgesehen. Genau an dem Tag war das Erbeben und der Tsunami in Japan. Vorahnung oder Zufall?

Es ist creepy. Ich versuche immer noch die ganze Situation in Japan verstehen zu können. Ein Freund von uns ist Tätowierer in Tokio und er hat erzählt, dass die Menschen für Benzin anstehen müssen. Und ich sitz hier und mecker rum, wo denn mein Kaffee bleibt. Das macht mich echt traurig. Aber es war schon ein komischer Zufall.

Alte Kommentare

von Clement 30.03.2011 12:27

klasse!

von ... 30.03.2011 15:35

"auf eine andere art", wirklich anders ist diese interview methode auch nicht! steht in jeder fuze so! trotzdem kein schlechtes interview.