Interview mit THREE CHORD SOCIETY

 

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Mülla: In Bezug aufs neue Album: Ehrlich-erdiger, melodischer Rock mit einem gesunden Quäntchen Punk und Pop und uffe Fresse ;)

Wie hat sich der Besetzungswechsel auf die Musik und deren Entstehungsprozess ausgewirkt?

Mülla: Also grad ein neuer Drummer bringt natürlich viel Veränderung mit sich. Und es ging von unserer Seite aus nie darum, dass der alte Trommler 1:1 ersetzt werden soll, sondern dass Jörn (neuer Drummer) seinen eigenen Stil mit einbringen soll. Dadurch ist die neue Platte auf jeden Fall rockiger und erwachsener geworden. Und auch vielseitiger. Wir haben den Besetzungswechsel nach der Pause auch genutzt um die musikalischen Karten mal ein bisschen neu zu mischen und einfach mal auszuprobieren. Der Entstehungsprozeß war eigentlich wie früher...jeder hat seine kleinen Ideen, dann ab in Proberaum und Go!

Habt ihr nach all den Ausstiegen zwischendurch ans Aufhören gedacht?

Mülla: Nein, zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Ben, Mamel und ich haben eigentlich sofort ab Pause gesagt, dass es für uns trotzdem weitergehen soll mit dieser Band. Pause ja, Aufhören nein! Die letzten zwei Jahre vor der Pause waren eher eine Phase wo ein Teil von uns aufgrund von teils schwerer Krankheit und persönlichen Problemen einfach nicht mehr konnte. Aber das hatte eigentlich nie direkt was mit der Musik zutun. 

Wie war es für euch “Neuen“ in eine schon bestehende, untereinander eingespielte Band einzusteigen?

Jörn: Für mich nichts wirklich Neues, da ich schon öfters in der Situation war, in eine bestehende, eingespielte Band einzusteigen. Menschlich und musikalisch schnell „ auf einen Nenner zu kommen“, gemeinsame Schnittmengen zu finden und gut miteinander klar zu kommen sind da wohl die wichtigsten Vorraussetzungen, um schnell zu einer Einheit zusammen zu wachsen, was uns glaube ich ganz gut gelungen ist.

Wie kam es zu der Entscheidung das neue Album per Crowdfunding zu finanzieren? Was hättet ihr gemacht, wenn die Kohle nicht zusammengekommen wäre?

Mülla: Die letzten Platten haben wir eigentlich immer als Band irgendwie selber finanziert, was nicht immer ganz einfach war. Diese Crowdfunding-Kampagne hat uns einerseits ermöglicht einen Teil der Produktion extern zu finanzieren, andererseits aber auch die Plattform geschaffen, unsere Fans auf eine ganz neue und persönliche Art und Weise Teil dieses Albums zu werden. Und wäre die Kohle nicht zusammengekommen? - Wir haben einfach ganz fest gehofft dass es klappt ;) 

Heutzutage kommen Alben meist wieder auf Tape, Vinyl,… auf den Markt. Ihr habt euch für die klassische CD entschieden – Warum?

Jörn: Gerne hätten wir auch schon zum Release eine Vinyl von „anchors aweigh“ veröffentlicht, haben uns aus Kostengründen aber erst mal auf das verbreitetste physische Medium beschränkt. Eine Vinylauflage der Platte wird dann aber hoffentlich zu Tour im Herbst erscheinen.

Mamel: CDs sind dann doch immernoch das Medium, was am meisten gekauft wird. Wir hätten sehr gerne auch noch Vinyls gemacht, aber wir und unser Label (141 Records) müssen auch jeden Penny zweimal umdrehen und können uns das momentan leider einfach nicht leisten. Mehr als CDs sind also grade leider nicht drin.

Vor allem nach einem Besetzungswechsel hören die alt eingesessenen Fans noch einmal genauer hin – wie waren die ersten Resonanzen?

Mülla: Glücklicherweise bisher sehr gut! Sicherlich ist es irgendwie neu und anders und Kritiker hast du immer...aber bisher bekommen wir überwiegend positives          Feedback. Und damit sind wir sehr glücklich. Und wir sind ja trotzdem immer noch wir. Und ich glaube dass auch alt eingessenen Fans klar ist, dass man nach 12 Jahren nicht immer noch so klingt wie am Anfang, egal ob da nun eine Pause und Besetzungswechsel waren, oder nicht. Jedes Lebensjahr bringt neue Erfahrungen und Eindrücke mit sich. Und grad bei uns ist in den letzten Jahren sehr viel passiert. Und sowas beeinflusst natürlich auch unsere Musik. 

Hört man nach mittlerweile 4 Alben überhaupt noch darauf, was sich irgendwelche Musikfuzzis aus den Fingern ziehen?

Mülla: Haha! Ach...wir freuen uns über jede Kritik, natürlich besonders über die Positiven. Aber auch konstruktive Kritik ist wichtig und interessant. Und auch ein Verriss kann durchaus sehr amüsant sein. Es freut uns, wenn sich jemand mit unserer Platte ernsthaft beschäftig, egal wie dann das Feedback ausfällt.

Steht in nächster Zeit eine größere Deutschlandtour an oder belasst ihr es erstmal bei den vereinzelten Konzerten im Norden?

Mülla: Wir verfahren da erstmal ganz nach dem Motto "Hamburger Modell". Nach einer Pause kommt die Wiedereingliederung. Vollzeit dann ab Herbst ;)