Interview mit The Amity Affliction

20.09.2013
 

 

Zum mittlerweile dritten Mal sind derzeit THE AMITY AFFLICTION aus Australien in Deutschland auf Tour. Vor der Show in Karlsruhe hatte ich die Möglichkeit mit Bassist/ Sänger Ahren einige Worte zu wechseln.

Ihr habt nun 10 Tage der Tour mit LANDSCAPES und IN HEARTS WAKE hinter euch, wie läuft es bisher?
Wir sind sehr zufrieden, der Tourstart in Köln war sogar ausverkauft. Wir sind zwar nun zum dritten Mal in Europa, aber dies ist die erste Tour als Headliner. Die Shows in Großbritannien waren nicht ganz so gut besucht, aber vor allem in Deutschland läuft die Tour gut und auch heute Abend scheinen ja einige Leute da zu sein.

Auf den ersten Blick passen LANDSCAPES nicht ganz ins Line Up, während IN HEARTS WAKE musikalisch in eure Richtung gehen, unterscheiden sich LANDSCAPES doch recht deutlich?
Ja, den Eindruck könnte man auf den ersten Blick sicher bekommen, aber das funktioniert alles prima und wir mögen die Jungs von LANDSCAPES sehr. Es ist schon so, dass auf den Shows auch Leute in erster Linie wegen LANDSCAPES kommen und sogar einige nach dem sie gespielt haben gegangen sind.

Stimmt es, dass euer aktuelles Album „Chasing Ghosts“ letztes Jahr in Australien auf Platz eins der Charts war?
Richtig.

Wie viele Leute kommen denn in Australien mittlerweile zu euren Shows?
Also das können dann schon mal 6000 Leute sein.

Wie ist es dann nach Europa zu kommen und vor 200-300 Leuten zu spielen?
Das ist sicherlich wieder was anderes, aber auch das hat seine Reize, kleinere Clubs, keine Absperrungen. Wir sehen das eigentlich relativ entspannt und wie gesagt, wir sind zufrieden wie es mit der Tour läuft.

Das erinnert ja dann schon ein wenig an PARKWAY DRIVE, die in Australien schon einen Riesen Status hatten und hier auf eigene Faust mit einem kleine Van auf Tour gegangen sind. Ist es für euch nun so etwas wie der nächste Schritt in Europa und den USA den Durchbruch zu schaffen?
Da mag es Parallelen geben, PARKWAY DRIVE haben ja dann auch relativ schnell in Europa denn Durchbruch geschafft. Natürlich würde es uns freuen, wenn das bei uns ähnlich laufen würde. Aber wir haben da keinen Plan, dass wir das nun auf alle Fälle und unbedingt erreichen wollen. Wenn es nicht der Fall sein sollte, ist das auch völlig ok, wir lassen das alles auf uns zukommen. Diese Tour ist auf alle Fälle schon ein Fortschritt für uns.

Ihr habt diesen Sommer in den USA die Warped Tour gespielt, was kannst du uns darüber berichten?
Für mich war es ein Traum der wahr wurde, da ich schon lange davon geträumt habe, einmal die Warped Tour zu spielen. Es war eine coole, aber auch turbulente Zeit, jeden Tag zu teilweise total unterschiedlichen Zeiten zu spielen war schon ungewohnt, manchmal auch auf unterschiedlichen Bühnen und das 2 Monate lang. Turbulent aber auch deshalb, weil sich unser Drummer Ryan am zweiten Tag der Tour mit dem Drumstick am Auge verletzt hatte, Chad Hasty von Glass Cloud ist dann für ihn eingesprungen und auch Joel musste einige Tage später im Krankenhaus behandelt werden, so dass wir eine Show absagen mussten. Alles in allem war es aber eine gute Zeit, wir haben viele befreundete Bands getroffen und die Tour lief wirklich gut für uns.

Ihr scheint ja wirkliche einige enthusiastische Fans zu haben, die sogar ein Portrait von dir und Joel tätowiert haben.
Ja, das ist schon sehr verrückt und schmeichelhaft für uns, ich meine das Portrait von einem selbst am Körper eines anderen und das quasi für immer. Ich meine, ich habe auch ein Portrait von Bon Scott auf meinem Bein tätowiert, weil er einfach ein großer Held für mich ist und dass es nun Leute gibt, denen ich so viel bedeute, dass sie sich mein Portrait tätowieren lassen ist wie gesagt sehr schmeichelhaft.

Ich erinnere mich, dass als ich Mitte der 90er angefangen habe auf HC-Shows zu gehen, so gut wie keine Mädchen auf den Shows waren. Heute kommen bei Bands wie euch, die ja schon recht heavy Musik machen. verdammt viele recht junge Mädchen, die dann in den ersten Reihen stehen. Fühlt ihr euch da nicht manchmal auch wie eine Art HC-Boyband?
Als erstes ist es natürlich cool, wenn auch viele Mädchen zu den Shows kommen, so dass es kein „Boys Club“ mehr ist, wie es vielleicht früher mal der Fall war. Ich kann natürlich aber auch nicht ausschließen, dass einige auch aus „falschen Gründen“ zu den Shows kommen, weil sie einfach ein paar coole tätowierte Jungs sehen wollen. Trotzdem denke ich, dass die Meisten kommen, weil sie unsere Musik und unsere Texte mögen.

Wenn ihr wieder zurück in Australien seid, fängt dort der Sommer an, seid ihr auch so typische Surferboys?
Dieses Jahr haben wir so was wie den nicht endenden Sommer. 2 Monate Sommer auf der Warped Tour, danach ein kurzer Abstecher nach Australien, weiter nach Europa und im Anschluss geht es in Australien auf Headliner Tour mit CHELSEA GRIN, STICK TO YOUR GUNS und IN HEARTS WAKE.
Bei uns ist aber eigentlich nur Joel der Wassersport Begeisterte, er wohnt auch in der Nähe des Strands. Ich steige ab und zu mal aufs Skateboard, aber ehrlich gesagt, bin ich kein besonders guter Skater.

Ihr covert auf dieser Tour „Born to die“ von LANA DEL REY?
Ja, ich mag LANA DEL REY einfach und auch diesen Song im Speziellen und die Leute scheinen unsere Interpretation des Songs auch zu mögen.

Was kannst du uns über „One Love Apparel“ erzählen, das Klamotten Label, das du zusammen mit JJ von DEEZ NUTS machst?
JJ und ich wohnen im gleichen Haus und hatten beide den Gedanken ein Klamotten Label zu starten und haben uns dann 2012 zusammen getan. JJ brachte den Namen „One Love“ ins Spiel und so haben wir das Ganze ins Leben gerufen. Ihr könnt nun übrigens über Impericon Sachen von „One Love“ beziehen, so kann man sich auch die hohen Versandkosten von Australien nach Europa sparen.

Wie läuft denn die Planung und Kommunikation zwischen dir und JJ, DEEZ NUTS sind ja auch fast das komplette Jahr auf Tour? Entwerft ihr die Designs selbst?
Wir chatten oder mailen in erster Linie, wobei es auch Zeiten gibt, in denen wir beide zuhause sind und dann geht das natürlich einfacher. Wir haben jemanden, der die Designs für uns macht und von uns bezahlt wird, wir entwerfen nicht selbst.

Irgendwelche letzten Worte?
Nein, nicht wirklich. Fuck the Police!

Ok, vielen Dank für das Interview.