Interview mit Under Siege

 


Jetzt mit der neuen Platte draußen und schon den ersten überragenden Kritiken: was sind die Pläne für dieses Jahr?

Wir sind natürlich sehr froh, dass die Platte gut ankommt. Soviel Energie und Zeit haben wir bisher noch nie in Songs investiert und „Days Of Dying Monuments“ ist quasi das Kind, dass wir uns immer gewünscht haben, aber nie gebären konnten. Jetzt ist es da und wir werden uns gut darum kümmern. Das heißt wir werden uns dieses Jahr den Arsch aufreißen und auf jedem Klo spielen, damit auch alle die Songs zu hören kriegen.
Darüber hinaus sind wir uns bewusst, dass gute Kritiken zwar nett zu lesen sind, aber im Endeffekt nicht über zu bewerten sind. Auch zu unseren letzten CDs sind gute Kritiken gekommen, aber dadurch haben wir wohl nicht eine Platte mehr verkauft oder eine Show mehr gespielt. Deshalb müssen wir viel live spielen und die Leute direkt von uns überzeugen.

Wie wichtig ist euch vor allem auch durch die Soundabmischung auf eurer Platte die Eigenständigkeit eurer Musik im dichten Metalcore-Band-Wald?

Für uns hat der Sound der CDs immer eine große Rolle gespielt aber diesmal sind wir zum ersten Mal wirklich zufrieden. „Days Of Dying Monuments“ klingt wirklich nach uns. Ich weiß, dass meine Gitarre sich wirklich so anhört und dass auch der Bass so klingt wie im Proberaum. Nur halt in gut. Da ist richtig Leben drin und das unterscheidet die Platte meiner Meinung nach von vielen anderen die im Moment im Umlauf sind. Gerade Gitarren und Drums werden oft so überproduziert und verfremdet, dass mittlerweile viele Bands gleich klingen.

Wie sehr achtet ihr beim Songwriting darauf euch nicht zu sehr von dem was ihr privat hört beeinflussen zu lassen?

Darauf achten wir ehrlich gesagt nicht. Man kann nicht unbeeinflusst bleiben und wir wollen das auch nicht. Wir haben gerade auf der neuen CD eine Menge neuer Einflüsse verarbeitet, haben ihnen aber glaube ich ganz gut ein UNDER SIEGE-Kostüm angezogen. Oft finden wir einen Song von einer Band so gut, dass wir mal so was ähnliches probieren wollen. Aber im Proberaum angekommen klingt das dann immer schon wieder ganz anders.

Wie kam es zu der Idee den Strife-Song „To An End“ zu covern?

Bis jetzt haben wir ja immer gern einen Coversong aufgenommen. Und gerade auf dieser Platte sollte einer kommen. Henning, Christian und ich machen jetzt seit 10 Jahren zusammen Musik (vorher bei HOLD REGAINED) und der Strife Song ist genau aus der Zeit in der wir angefangen haben. Wir haben ja vorher alle Metal gehört und Bands wie Strife, Strain, Earth Crisis und Madball haben uns dann zum hardcore gebracht.

Warum der Entschluss die Songs von der Traitor-Split noch mal mit drauf zu packen?

Ursprünglich wollten wir dieses Jahr nur eine EP rausbringen mit 5 Songs und vielleicht einem Cover-Song. Die split-CD ist ausverkauft und wird definitiv nicht mehr nachgepresst. Wir fanden aber, dass die 5 Tracks zu gut sind, um in der Versenkung zu verschwinden. Deshalb entschlossen wir uns mit Let It Burn Records zusammen, die Songs von der Split auf die neue CD rüberzuretten und die neue CD mit 12 Tracks zum Preis einer EP zu verkaufen. So kann keiner meckern, dass er die split-songs zweimal zahlen muss und Leute, die die Split nicht haben, können sich freuen diese Songs umsonst dazu zu bekommen.

Wie hat sich euer Sound und die Band (der Zusammenhalt) verändert, und in wie weit spielen Lineup-Changes da eine Rolle?

2004/2005 gab es tatsächlich Line-Up Wechsel. Besonders hart war es, als unser Gitarrist Christopher die Band verließ. Das passierte zwar in Freundschaft und aus verständlichen Gründen, aber es hinterließ schon eine Lücke, weil wir ja schon in MAX REBO KIDS ein Team waren. Danach haben wir lange Zeit zu viert gespielt und das war ziemlich bescheiden.

Jetzt haben wir endlich Matthias dazu bekommen. Er ist schon länger ein Freund von uns und ist ein unglaublich cooler Typ. Das jetzige Line-Up ist auf jeden Fall das Beste, das wir je hatten, weil alle 100 prozentig hinter der Band und unserem Sound stehen. Auch die Freundschaft in der Band ist so fest wie noch nie, weil wir in den letzten 18 Monaten ne Menge Scheisse zusammen erlebt haben. Kann sein, dass man das auch hört. Die neuen Songs haben auf jeden Fall mehr Leben und sind eigenständiger als alles davor. Wir sind jetzt halt endlich ne Band.

Was haltet ihr von der Szene (wenn es denn eine solche gibt) in und um Hannover? Einige Bands in anderen Städten haben es sicher einfacher sich schneller einen Namen zu machen oder werden besser gefördert – seht ihr das auch so, oder seid ihr „zufrieden“?

Ja, die Hannover-Scene ist schon relativ klein und so wirklich eine Scene ist es eigentlich nicht, weil sich keiner kennt. Wir hatten immer eine Crew von knapp 20 Leuten und wir sind auch unter uns geblieben. Es gab lange Zeit keine guten Shows hier und es gibt bestimmt ne Menge guter Bands aus Hannover von denen ich noch nie gehört habe, weil man sich nie über den Weg läuft. Chris BamBam macht ja nun wieder Shows zu denen alle gehen und ich denke, dass die Stadt auf dem Weg der Besserung ist. Kann sein, dass Bands es leichter haben, wenn man „Ruhrpott“ unter den Bandnamen schreiben kann. Aber auch Bands von dort werden in 2 Jahren nur dann noch gebucht, wenn sie auch gut sind und nicht nur ein Hype sind. Wie zum Beispiel ZERO MENTALITY, die auch auf unserer Release-Show am 26.02. im Chez Heinz mitspielen.

Ihr fühlt euch ja bei Let It Burn Records anscheinend sehr wohl. Was wäre wenn denn mal ein Majorlabel anklopfen würde? Oder sagt ihr von vorneherein, dass es wichtig ist einem Label treu zu bleiben?

Wir fühlen uns tatsächlich ganz gut aufgehoben und Christoph LIB hat auch ne Menge Geduld mit uns bewiesen. Beim jetzigen Stand der Band ist Let It Burn mit Sicherheit das perfekte Label. Wenn jetzt ein Majorlabel anklopfen würde, müsste ich zuerst überlegen, welches es ist und ob wir den Ansprüchen dort auch gerecht werden würden. Lieber auf nem kleinen Label sein und dort burnen, als auf nem Major unterzugehen. Wenn dann muss es passen und auch laufen.

Wie sind eure Erfahrungen mit Konzerten außerhalb Deutschlands? Wo spielt ihr am liebsten oder überhaupt nicht gern?

Unsere besten Shows hatten wir in Osteuropa, also Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik. Auf unseren Touren mit Promise, Champion und Comeback Kid waren wir dort und waren überrascht, wie wir aufgenommen wurden. Mit Sicherheit hatten die wenigsten vorher schon von uns gehört. Aber sie haben sich die ersten Songs angesehen und haben gemerkt, dass wir live Bock haben und abgehen und haben dann die Hütten zerlegt.
Auch in der Schweiz und in Österreich haben wir sehr gute Shows gehabt. Im Moment sind wir dabei den UNDER SIEGE-Panzer in Richtung Westen rollen zu lassen. Wir hatten vor ein paar Monaten ne super Show in Belgien und das wiederholen wir in 2 Wochen.

Mit welchen Bands/welcher Band würdet ihr am Liebsten einmal zusammen spielen?

Oft hab ich mich wochenlang auf eine Show mit einer meiner Lieblingsbands gefreut und es war dann nicht so geil, weil die Band selbst sich als Arschlöcher herausstellte. Andersrum hatten wir eine wahnsinns-Tour mit COMEBACK KID obwohl wir vorher nicht so überzeugt waren. Das war im November 03, als niemand ahnen konnte, dass die so steil gehen. Im Moment feiern wir ja HIMSA und DARKEST HOUR ab. Das Jahr ist ja noch jung und da klappt bestimmt mal was...

Danke. Seb | UNDER SIEGE


Janina