As I Lay Dying - The Powerless Rise

AS I LAY DYING haben den modernen Metal entscheidend mitgeprägt. Wenn sich vor Augen geführt wird, mit welcher Magie allein "Frail Words Collapse" in die junge Szene einschlug, dann darf der Stellenwert dieser Ausnahmeband (und aktuell erfolgreichstem Metal Blade Signing) Fan seitig niemals auch nur angekratzt werden. Der Schnee von gestern wird durch das fünfte Album "The Powerless Rise" aufgetaut und zu klären ist, ob San Diegos finest an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen können. Das erste Mal in ihrer jungen Geschichte durften AS I LAY DYING bei zwei Alben auf die gleiche Stammmannschaft zurückgreifen. Diese Gegebenheit dürfte eine Mitschuld dafür tragen, dass nahtlos an "An Ocean Between Us" angeknüpft wurde und in dieser Rezension vor allem zwei "-heit" besprochen werden.

Befassen wir uns zunächst mit der "Eingeschliffen-". Zahnlos greifen die Songs ineinander über, sehr homogen und tight wird der Albumname "The Powerless Rise" zum Programm und zum Ziel erkoren. Kein AS I LAY DYING Album war bisher schneller, keines härter. Das NWOAHM Feeling ist nur noch ein leichtes, es regiert der mitunter Blast gefütterte Thrash und Death Metal ick hör dir trapsen. Das Gitarrenteam Phil Sgrosso und Nick Hipa spielen sowieso in ihrer eigenen Liga, die Riffs bewegen sich ständig im Kreisverkehr und sind technisch schlicht und einfach perfekt arrangiert und individualisiert, so dass Patent auf die komplexen Strukturen der Gitarrengriffe angemeldet werden kann. Auch Tim Lambesis liefert für seinen Arbeitgeber auf "The Powerless Rise" seine bisher beste Performance und mutiert mittlerweile als zusätzliches Instrument. Sein gutturales Bellen, ein Relikt aus der Urzeit, ist geblieben, dieses wird mit derben Growls und harten Shouts verbunden und aufgewertet. Lambesis ist Lambesis und wird auch immer Lambesis bleiben, so dass wieder Bassist Josh Gilbert für den etwas zurückgeschraubten, höchstens das Mittelmaß bedienenden Klargesang ran musste. Die Refrains dienen dem Gesamtkontext, werden somit nicht überstrapaziert, sondern intelligent und dienlich in den mit Stromschnellen übersäten Fluss einbetoniert. Schließlich sollte der gute Josh stimmlich nicht überfordert werden, ein Grund wohl auch dafür, ihm im Studio hörbar unter die Stimmbänder zu greifen.

Darüber hinaus ist "The Powerless Rise" mit "Abgewichst-" gesegnet. Diese kann nicht durch Streetworkerteams erkauft oder durch Myspace-Freunde oberflächlich erschlichen werden, diese ist das Ergebnis harter, nachhaltiger Arbeit. Bereits im Vorfeld können durch eine Wahl der Veredler die Weichen auf "Optimal" gestellt werden, so dass wieder einmal Produzent Adam Dutkiewicz, der nach Aussage der Band aus dem Gesamtgefüge nicht mehr hinweggedacht werden könnte, ohne dass der Billboard Charteinstieg entfiele, die Regler bedienen musste. Wenn dann auch noch keine geringerer als Colin Richardson für den Mix verantwortlich war, wundert es ein wenig, dass der Drumsound etwas zu künstlich geraten ist. "The Powerless Rise" ist fast durchgehend mit einer "geraden = Klargesang, ungeraden = eben nicht" Song-Reihenfolge versehen worden, so dass der Hörer zwischen den aggressiven Tieren auch seine Lieblinge der voran gegangenen Alben wiederentdeckt und nicht zu sehr verschreckt. AS I LAY DYING verkennen nicht die Wichtigkeit der Melodien für ein komplettes Album, sie verpacken diese jedoch nicht zu offensichtlich, sondern integrieren sie schön griffig in die einzelnen Stationen ihres neuen Albums. Als Beispiel könnte "Without Conclusion" angeführt werden, trotz rasender Schnelligkeit (bis zur Blast Ekstase) entblößt der sehr gute Track ein Duft vom harmonischen zart besaitet sein. Auffallend ist aber auch der leichte Abfall in die Knie zwingender Schusstreffer, die sich im hinteren Teil des Albums befinden. Ab "Condemned" hat die Band ihr Pulver fast aufgebraucht, so dass die letzten Hürden von AS I LAY DYING nur noch mit schwindender Kraft genommen werden und der Zieleinlauf etwas kraftlos anmutet. Aber es spricht Bände, das die Betonung auf "Hürden genommen" und "Zieleinlauf" liegt, denn andere Bands hätten entweder das Ziel überhaupt nicht erreicht oder die letzten Hindernisse einfach umgerannt.

Tracklist:
01. Beyond Our Suffering
02. Anodyne Sea
03. Without Conclusion
04. Parallels
05. The Plague
06. Anger And Apathy
07. Condemned
08. Upside Down Kingdom
09. Vacancy
10. The Only Constant Is Change
11. The Blinding Of False Light



Record Info
Release Date 07.05.2010
Online 05.05.2010
Autor(en)
Label Metal Blade
http://www.metalblade.com/
Band Mehr Informationen zu As I Lay Dying
http://www.asilaydying.com/


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(7 Punkte)
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Kann ich nicht lesen

Bart - 05.05.10 10:43

Das Teil wird sofort am Freitag geholt. Auch wenn sie nur marginal in Richtung der Oceans geht bin ich zufrieden. Auf der Oceans war der Clean Gesang allerdings doch ziemlich gut. Wenigstens hatte er etwas eigenen Charakter und ich war sehr angetan, dass es sich nicht wie der ewig gleiche Screamo Refrain Gesang anbiedert.

Dr. Kolossos - 05.05.10 12:32

Für mich bleibt Frail Words Collapse die finale Hürde an der sie am Ende doch scheitern. Tja...

Miles - 05.05.10 12:54

Frail Worlds Collapse war ntürlich wirklich ein Bringer damals, der Sound, die Produktion, das Songwriting. Daran wird auhc wohl für mich nichts rankommen. Die ersten Höreindrücke waren aber trotzdem sehr ordentlich.

jop - 05.05.10 16:00

Eigenartig...gerade die letzten songs upside down kingdom und vacancy gehören zu den besten songs des albums...auch den cleangesang finde ich persönlich noch stärker und sind noch besser integriert als auf an ocean between us. Von Tims Leistung brauchen wir garnicth zu sprechen. Geniales Album! Hätte nicht gedacht, dass sie es schaffen an ocean between us zu toppen! Congratulations!

Bokel - 05.05.10 18:33

Muss mich Jop anschließen,
Super Album was AILD abliefert,mir ist kein Lied negatiev aufgefallen.Gut das Kamerraden aus Californian noch ein Tick Härter geworden sind,steht ihnen super.
Für mich biss jetzt Album des Jahres.
PS bin mal gespannt was It Prevails im neuem Album hat, das wir auch ein hit Kandidat

mm - 05.05.10 19:06

top Album!
aber wie passt die Werutng zu so einem positiv gestimmten Review? also acht hättens ja mindestens sein müssen und zu den recommended cds gehören müssen...
allschools...naja war klar

Prophet of Hostility - 05.05.10 19:44

Gutes Review! Einziger Kritikpunkt: Ich selbst habe nicht das Gefühl, dass das Songmaterial am Schluss abbaut. Im Gegenteil: Mit den bereits erwähnten Songs "Upside Down Kingdom" und "Vacancy" gelingt es As I Lay Dying meiner Meinung nach gegen Ende des Albums nochmal zwei absolute Highlights zu setzen. Dementsprechend packe ich noch einen Punkt drauf:

8/10

Enno - 05.05.10 20:35

Das Album hat es aber defintiv mehr verdient Tipp zu sein als Veil Of Maya.

TheGrotesque - 05.05.10 21:10

bin gespannt

MUnkvayne - 05.05.10 21:54

bin mehr als gespannt! wird freitag das erste mal begutachtet!

@Enno - 05.05.10 22:49

nee, find ich nicht.

The Grotesque - 06.05.10 07:45

hehe, nun musstest du dich doch registrieren, ne? :)

TheGrotesque - 06.05.10 08:11

dieser nick klau ging mir auf die nervern. daher noch mal mein tipp:

GEHT ARBEITEN!

The Grotesque - 06.05.10 08:14

Mal abgesehen davon...das Album ist wirklich gut geworden; mindestens 8/10.

SebF - 06.05.10 08:34

@clement:
wieder einmal mehr ein sehr informatives review mit hintergrund von dir. danke!

Scythe - 10.05.10 14:56

So, nach x-maligem Durchhören steht fest: 8,5/10.

basti - 14.05.10 21:38

am anfang fand ichs öde und ich hab keinen hochbekommen...aber nach dem 3ten, 4ten durchlauf isses echt ein brett 8/10

Arndt - 11.08.10 11:17

sicherlich wieder ein gutes album. muss aber sagen, dass der langzeittest der scheibe bei mir doch einen abfall gegenüber den früheren scheiben ergeben hat. mir fehlen die "schwebenden Melodien" die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Die Songs sind mir mit ein paar Ausnahmen zu sehr genüppelt und oft auch für AILD Verhältnisse zu "thrashig". würd 8/12 geben

Ray - 11.08.10 15:51

Naja also irgendwie weiß ich nicht woran ich bin.
Die anderen Scheiben haben mich quasi zu dieser Art von Musik hingeführt und die habe ich auch wirklich oft gehört,nur irgendwas fehlt mir bei dieser,obwohl sie wieder brutaler geworden sind, was mir eigentlich gefällt.
Aööerdings hatte ich nach ein paar Mal hören kein Bock mehr drauf.
Keine Ahnung wieso vielleicht ist das einfach nichr mehr meine Musik.