Plattenkritik

16 - Deep Cuts From Dark Clouds

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Release Date: 07.05.2012
Datum Review: 03.05.2012

16 - Deep Cuts From Dark Clouds

 

Ach wie schön. Draußen scheint die Sonne, die Temperaturen steigen in ungeahnte Höhen und 16 liefern mal wieder den Soundtrack zum trotzdem richtig beschissen fühlen. Oder zumindest zum gediegen aus dem Fenster auf vorbeilaufende Passanten spucken. Eh alles viel zu hell draußen. Lieber drinnen bleiben, Dosenbier auf Ex und Schmerztabletten vorsorglich hinterher.

Geht ja schließlich schon los mit „Theme From „Pillpopper““, dieses „Deep Cuts From Dark Clouds“. Da ist der Name wenigstens noch Programm. In beiden Fällen. Sollen die Menschen sich zugrunde richten, wie sie wollen. Ist doch eh alles schon zu spät. „I'm lying in wait. Lacking sympathy.“, wie es im fiesen Nackenbrecher „Her Little „Accident““ so schön heißt. Eigentlich handelt der Song ja von einem verrückten, gewaltbereiten Stalker. Andererseits einfach ein zu schönes Mantra, um es unkommentiert stehen zu lassen.

Denn immer noch lassen 16 jegliche Ambitionen hinten über fallen, aus dem eng geschnürten Korsett ihres verflucht lauten und heftigen Sludge Metal auszubrechen und haben sich stattdessen gemütlich eingeigelt in den Weiten der bedrohlich tiefergestimmten Gitarren und des fiesen Grooves. Darüber darf dann Chris Jerue nach wie vor seine hasserfüllten, wenn auch nicht eben Nobelpreis-verdächtigen Zeilen krakeelen. Rücksicht auf den Zuhörer sollen andere nehmen, Sommer-Sonne-Doompop überlässt man ohnehin lieber TORCHE. Miesepeter-Musik eben.

Das mag sich nun abgedroschen anhören und in der Tat haben 16 innerhalb ihrer selbst gesteckten Grenzen keine großen Neuigkeiten zu bieten. Es spricht allerdings für das Talent dieser Band, dass einem dieser Umstand beim Hören ihres immerhin schon sechsten Albums so herzlich wenig ausmacht. Denn „Deep Cuts From Dark Clouds“ ist mal wieder ein ausgesprochen unterhaltsames, fieses und mit seinem mächtigen Sound auch geradezu zwingendes Album für Fans dieses Stils. Allerdings auch nur für die, denn wie so oft mangelt es über die volle Distanz dann doch etwas an Variabilität. Einzig „Beyond Fixable“ und der hieran anschließende Schlussstrich „Only Photographs Remain“ verweisen mit einigen Ausflügen ins etwas gehobenere Midtempo, dass die Band durchaus in der Lage ist, für einen gewissen Abwechslungsreichtum innerhalb eines mit vierzig Minuten gar schon etwas überlang erscheinenden Albums zu sorgen. Dass hier auch gleich noch die besten Riffs verballert werden ist doppelt schade. Gerne hätte man die Band öfter dabei erlebt, wie sie das Gaspedal für sich entdeckt. Schlussendlich aber alles Meckern auf sehr gehobenem Niveau, denn ein gutes Album bleibt es dennoch, dieses „Deep Cuts From Dark Clouds“. Es hätte jedoch ein großartiges werden können, wenn sich 16 nur etwas mehr Abwechslungsreichtum über die gesamte Strecke zugetraut hätten. Der Band ist das alles aber wahrscheinlich ohnehin völlig egal. Ist ja schließlich eh alles für'n Arsch.

Tracklist:

01. „Theme From “Pillpopper““
02. „Parasite“
03. „Her Little “Accident"“
04. „The Sad Clown“
05. „Ants in My Bloodstream“
06. „Broom Pusher“
07. „Opium Hook“
08. „Bowels Of A Baby Killer“
09. „Beyond Fixable“
10. „Only Photographs Remain“

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Manuel F.

Autoren Bio

Eher so der Kumpeltyp.

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