Plattenkritik

50 Stitches To Salvation - Panta Rhei

Redaktions-Rating

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Release Date: 21.04.2012
Datum Review: 28.05.2012

50 Stitches To Salvation - Panta Rhei

 

Das Genre Metalcore kämpft schon seit Jahren mit der Gefahr der Übersättigung, der Stagnation und Inhaltslosigkeit. Wo sich die einen über den Stillstand freuen und so konstant ihre Breakdowns beschert bekommen, beschweren sich die anderen über die mangelnden Ideen. Mit “Panta Rhei“ liefern die fünf Bayern von 50 STITCHES TO SALVATION ihren Versuch ab, den Tod des Genres noch hinauszuzögern.
Die Songs für diesen Überlebenskampf wurden in zwei Etappen (2009 und 2011) aufgenommen. Dies merkt man klanglich glücklicherweise kaum. Stattdessen überrascht ein Blick auf die Länge der insgesamt zehn Songs. “Echoes“ kommt noch als ziemlich nutzloses Introgewabber daher und geht nach 49 Sekunden auch schon in den wahren Opener der Platte über. Die übrigen neun Songs füllen die Scheibe mit Zeiten von im Schnitt fünf Minuten. Ganze sechs Stück haben eine Laufzeit von über 5:30 Minuten. Somit liegt der Ankündigung ein Werk geschaffen zu haben, welches „Fans anspruchsvoller Metal-Mucke ohne Schubladendenken“ zufriedenstellen wird, zumindest schon mal eine Vermutung zugrunde, wohin die Reise in den insgesamt 48 Minuten gehen wird.

Tatsächlich bricht “Triumph Of The Sun“ auch mit Pauken und Trompeten los. Hier ist zwar nichts irgendwie neu, aber es klingt deftig und der erste Break gewinnt Herzen. Über die Dauer von 5:40 Minuten wird aber auch direkt eine Befürchtung geweckt. Der Song fühlt sich gegen Ende einfach nur gestreckt an. Da wird die Open Note gedämpft misshandelt, bis auch die dickste Saite am liebsten reißen würde. Der Versuch hymnische Atmosphäre in kurzen Cleanpassagen zu vermitteln, lockert das Geschehen stellenweise auf, geht dann aber im nächsten, stumpfen Geschnetzel unter. Im anschließenden “Internal Surrender“ krankt das Songwriting wieder an dem Problem, einfach kein Ende finden zu wollen. Es beginnt melodisch, leichtes Geknüppel gesellt sich hinzu, doch schlussendlich werden wieder viel zu oft tiefe Saiten völlig sinnfrei verhauen. Der Pre-Chorus und der Refrain holen das Stück zwischenzeitlich richtig stark zurück, aber nach spätestens vier Minuten ist einfach alles gesagt. Leider geht das Gewalze noch weitere zwei Minuten und fängt an zu ermüden.

Und so geht es von Song zu Song. Das Gefühl des Baukastenprinzips wird man einfach nicht los. So hat jeder Song seine interessanten bis starken Passagen, wie zum Beispiel die 7/8 Spielereien in “Bright Red Sky“ oder das akustische Päuschen in “A Quest For Liberty“. Das konstante Drumgenöle nervt auf Dauer aber einfach zu sehr und die Refrains können den Karren nur ungenügend aus dem Dreck ziehen. Hinzu kommt ein wenig prägnantes Organ, was sich in seinen Facetten nicht stark genug einprägt.
Der Titeltrack entpuppt sich als bester Track der Platte. Er beginnt mit Handystatik, bricht dann aber in einen wilden Blastbeat los und nimmt einen an die Hand zu einer instrumentalen Reise. Während den 3:30 Minuten geben sich melodische Breaks und schnelles Riffgeschrubbe die Klinke in die Hand und unterhalten mit Tempovariationen auf den Punkt. Warum nicht öfters so?
Dabei kann das klangliche Bild der Platte begeistern und präsentiert sich modern. Die nötige Dicke in den Breaks ist vorhanden, die Melodien klar abgemischt, nur die zwei Blastbeat Abschnitte in “Storms To Come“ und “A Quest For Liberty“ klingen grottig aufgemacht. Viel zu sehr erinnert der Klang an hintereinander gepackte Drumsamples, denn an Live Drumming.

So stimmt es abschließend wenig verwunderlich, dass der Closer “Purify The Fallen“ abrupt und wenig spektakulär endet. Im Schreiben von guten Abschnitten haben 50 STITCHES TO SALVATION sicherlich ihr Werk verstanden. Das Ganze in unterhaltsame Songs zu verpacken, da besteht noch Nachholbedarf. Zu Monoton ist der überwiegende Eindruck, zu offensichtlich die Versuche Spannung zu erzeugen. Eine kompaktere und weniger aufgeblähte Aufmachung auf Albumlänge muss nicht minder anspruchsvoll sein.

Tracklist:

1. Echoes
2. Triumph Of The Sun
3. Internal Surrender
4. Bright Red Sky
5. Felo De Se
6. Swords Of Wrath
7. Panta Rhei
8. Storms To Come
9. A Quest For Liberty
10. Purify The Fallen

Alte Kommentare

von Clement 30.05.2012 14:08

“Triumph Of The Sun“ ist ein richtig guter metalcore song. ich stehe auf die band.

von Entschuldigung 02.02.2013 08:05

aber 5 Punkte sind einfach völlig unangemessen für ein großartiges Album!!!

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Daniel B.

Autoren Bio

Schlecht, aber leidenschaftlich

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