Plattenkritik

65daysofstatic - We Were Exploding Anyway

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Release Date: 26.04.2010
Datum Review: 02.05.2010

65daysofstatic - We Were Exploding Anyway

 

Was war „Retreat! Retreat!“ vor einiger Zeit doch für ein Highlight an Song. Die Atmosphäre, die von diesem Stück ausging weiß auch heute noch zu überzeugen. Mitreißend, eingängig, schnell und vor allen Dingen eines: technisch ganz nah an der Perfektion. 65DAYSOFSTATIC wissen, wie man gute Songs schreibt und gelten als Pioniere des mit Elektro angehauchten und somit recht tanzbaren Postrock. Lange hat man nichts von den Engländern hören dürfen, doch jetzt gibt es mit „We Were Exploding Anyway“ endlich neues Material. Wie schon auf dem Konzert im Kölner Luxor festgestellt, hat sich der Sound erheblich verändert beziehungsweise hat sich das Blatt ein wenig gewendet. Neuerdings regiert wesentlich mehr elektronische Musik und man verlässt sich mehr auf die Effektgeräte, Loop-Stations und Beatmaschinen und lässt die Gitarrenmusik ein wenig in den Hintergrund rücken.

So beginnt „Mountainhead“ mit einem extrem wummernden Bass, der so manchen Discotheken-Jünger schweißgebadet auf der Tanzfläche zurücklassen dürfte. Mit einem Mal gewinnt das Stück aber an Fahrt und man findet sich im doch so typischen Sound für 65DAYSOFSTATIC wieder. Schöne Melodien treffen auf schnelles Schlagzeug und atmosphärische Effekte. Genau so möchte man die Band hören und hofft, dass es genau so weiter geht. Gleiches gilt für „Crash Tactics“, wenngleich die technoide Grundstimmung hier noch einmal verstärkt wird. Dennoch, es klingt unverkennbar nach eben dieser Band und somit ist es gut. Sie wissen eben einfach, was sie tun. „Dance Dance Dance“ macht die Geschichte dann schon etwas schwerer, da hier einfach zu viel des Guten geschieht. Der Name ist Programm, die Tanzfläche wird beben. Ob man das gut findet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber es gibt sie auch auf „We Were Exploding Anyway“, diese Highlight, die einen einfach nicht mehr loslassen, die man immer wieder hören will und wird. Darunter „Go Complex“! Es dauert lange, bis sich hier was tut, stetig kommen neue Elemente hinzu, das Stück baut sich immer weiter auf, beginnt tanzbar und mündet dann in einem Rock-Gewitter von immenser Geschwindigkeit, gespickt mit spannenden Ideen.

Leider ist das aber nicht immer der Fall und so versinkt die Band oftmals in dem Versuch möglichst avantgardistisch zu klingen und überreizt dabei so manches mal die Möglichkeiten, was zur Folge hat, dass der ein oder andere Song doch recht beliebig, austauschbar und bisweilen anstrengend wirkt. Grundlegend ist „We Were Exploding Anyway“ jedoch mehr als typisch für 65DAYSOFSTATIC. Es hat sich nur ein bisschen was getan in den Köpfen der Musiker und die Prioritäten haben sich zum Teil verschoben. Sollte man zum Elektro keinerlei Affinität haben und nicht die geringste Bindung aufbauen können, lässt man lieber sofort die Finger von der Platte. Hält man diese Mischung aber für spannend, dürften einem mit diesem Album viele tolle und ein paar unvergessliche Momente beschert werden. Für Einsteiger gilt aber trotzdem die Empfehlung, sich zuerst mit dem alten Material der Band auseinander zu setzen.

Tracklist:

01. Mountainhead
02. Crash Tactics
03. Dance Dance Dance
04. Piano Fights
05. Weak04
06. Come To Me
07. Go Complex
08. Debutante
09. Tiger Girl

Alte Kommentare

von molch 02.05.2010 14:49

find die platte ganz geil.

von ThoeCarrioer 19.07.2010 23:17

Genial. Vor allem PIANO FIGHTS und TIGER GIRL.

von Spike Jonze 10.08.2012 18:43

Genial. 10/10

von Alex G. 10.08.2012 20:40

Ja, ich würde meine Meinung heute auch gerne revidieren und wesentlich mehr Punkte geben!!

von Spike Jonze 11.08.2012 14:56

Mach doch, bitte. 'ne kurze Ergänzung oder unter die Comments. Bei mir hat's auch drei Jahre und ein Konzert dieser wunderbaren Band gebraucht, bis ich sie zu schätzen wusste. Und dieses Meisterwerk hat auf jeden Fall nach wie vor mehr Aufmerksamkeit verdient.

von Spike Jonze 11.08.2012 14:58

Die wurden nicht umsonst von THE CURE als Toursupport eingeladen.

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Alex G.

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