Plattenkritik

A Storm Of Light - As The Valley Of Death Becomes Us, Our Silver Memories Fade

Redaktions-Rating

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Release Date: 17.05.2011
Datum Review: 13.05.2011

A Storm Of Light - As The Valley Of Death Becomes Us, Our Silver Memories Fade

 

Josh Graham wurde zeitweise nur als derjenige gehandelt, der die Artworks von NEUROSIS macht, und ganz nebenbei auch mit A STORM OF LIGHT eine eigene, NEUROSIS-ähnliche Band hat. Nicht erst das letzte Album seiner Band bewies dabei aber, dass eine solche Charakterisierung eine sehr herbe Untertreibung ist. Um genauer zu sein: Wenn A STORM OF LIGHT so weiter machen, müssen NEUROSIS um ihre jahrzehntelang getragene Krone im Doom-/Sludge-Königreich fürchten!

Und A STORM OF LIGHT haben so weitergemacht. Wobei, nicht ganz: War „Forgive Us Our Trespasses“ noch ein Weltuntergang wie er im dystopischen Bilderbuch steht, sind die Dinge auf „As The Valley Of Death Becomes Us, Our Silver Memories Fade“ etwas anders. Kaum zu glauben, aber A STORM OF LIGHT sind auf ihrem neuen Album nicht mehr düster – und das nach einem derartig den Teufel an die Wand malenden Vorgängerwerk! Zumindest sind sie nicht mehr in erster Linie düster. Das heißt aber nicht, dass A STORM OF LIGHT nicht mehr atmosphärisch seien – oder so herrlich bebebend und schleppend, dass man bei aufgedrehter Anlage meinen könnte, dass Tische und Wände im Zimmer vibrieren würden. Auf „As The Valley Of Death Becomes Us…“ setzen A STORM OF LIGHT dies eben anders um. Statt wie im Vorgänger die letzten Stunden der Erde zu spüren, fühlt man sich auf „As The Valley Of Death Becomes Us…“ der Macht der Natur an sich ausgesetzt – und sei das nun ein zerstörerisches Erdbeben, oder einfach dessen Schönheit. So überzeugen A STORM OF LIGHT nicht nur in Schwergewichten wie „Black Wolves“, sondern auch in Nummern wie „Destroyer“, die für A-STORM-OF-LIGHT-Verhältnisse sogar einen überraschend optimistische Wirkung versprühen. Ausgedrückt wird dies neben den mal tonnenschweren, mal effektbeladenen, mal auch halbakustischen Gitarren vor allem durch das extrem rythmische und treibende Drumming, aber auch Grahams typisch beschwörende Stimme.

„As The Valley Of Death Becomes Us…“ fühlt sich an wie eine endlos lange Reise durch die Natur und all dessen Strapazen und Schönheiten. Die Band hat dabei erfolgreich ihre düstere Seite abgelegt und dafür ein meditatives, aber immer noch gewaltiges Klanggerüst errichtet. Als würden A STORM OF LIGHT nach „Forgive Us Our Trespasses“ den Soundtrack zum Wiederaufbau der Welt liefern, nachdem die Menschen sie in den Untergang geführt haben. Als würde unter all der grauen Asche langsam wieder grünes wachsen und die wenigen überlebenden Menschen das Beste aus den Stunden nach Stunde Null machen. Ein faszinierendes und zutiefst bewegendes Album, das Graham und seine Band endgültig als eigene Größe im Doom-/Sludge-Umfeld etablieren dürfte, und genügend Tiefe für weitaus mehr als einmal Runterladen und ein paar Mal nebenbei Hören besitzt.

Tracklist:

1. Missing (feat. Kim Thayil and Nerissa Campbell)
2. Collapse (feat. Jarboe (ex-Swans))
3. Black Wolves (feat. Kim Thayil And Nerissa Campbell)
4. Destroyer (feat. Carla Kihlstedt)
5. Wretched Valley
6. Silver
7. Leave No Wounds
8. Death's Hand (feat. Jarboe (ex-Swans))
9. Wasteland (feat. Kris Force, Matthias Bossi and Nerissa Campbell)

Alte Kommentare

von Enno 13.05.2011 18:00

Läuft bereits im Stream rauf und runter. Ganz groß.

von PRIIIIIIIIIIIIIIIL 14.05.2011 14:12

Isis mit guten Vocals? Aber gern!

von eher 14.05.2011 17:49

Neurosis in straight

von Alex G. 14.05.2011 18:50

Sooo gut!

von Shafott 15.05.2011 15:55

Tönt irgendwie besser als die letzte Platte! Groß!

von simtz 15.05.2011 16:41

hatte keine ahnung, das was neues von denen kommt, nette überraschung

von Alex G. 15.05.2011 16:42

Ich muss aber ganz ehrlich gestehen, Olli, ich sehe nicht einen Funken der guten Laune, die du da beschriebene hast. Das ist so ein kaputtes, absolut fertiges Ding...und besonders sind die vorgetragenen Mantras schon extrem unheimlich. Siehe: Black Ocean.

von Alex G. 15.05.2011 16:50

Ich ersetze "gute Laune" durch "Optimismus" in meinem Vorpost.

von Olivier H. 16.05.2011 13:27

werter herr kollege g., hatten wir genau diese meinungsverschiedenheit nicht letztens auch bei der "witness" von mliw? :)

von Alex G. 16.05.2011 14:15

Sind doch zwei paar Schuhe. Hier seh/hör ich ganz wirklich nicht einen Funken des von dir genannten Optimismus. Die Platte ist durchgelaufen und ich bin böllig am Ende :D

von Clement 16.05.2011 14:30

@Alex: zum glück nur böllig und nicht völlig....

von Alex G. 16.05.2011 15:45

JA!!! Nicht auszudenken!

von Shafott 17.05.2011 09:31

Ich behaupte mal, dass dies ihr bisher bestes Album ist. Dieses Gefühl des "Optimismus" schimmert hier und da in manchen Melodiebögen kurz auf, ich würde als einen Trost erklären, als ein sich mit dem zermürbenden Schicksal abfinden. Naja ich habe die Texte noch nicht gelesen. Ist jedenfalls in meiner Top 10 dieses JAhr, zusammen mit American Heritage und Crowbar.

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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