Plattenkritik

Aaron English - American [fever] Dream

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Release Date: 15.03.2010
Datum Review: 01.10.2010

Aaron English - American [fever] Dream

 

Mit Aaron English haben wir einen weiteren Akteur in der unüberschaubaren Riege der Singer/Songwriter, der in diesem Fall jedoch durch eine Band Verstärkung findet. Der Amerikaner bringt mit „American [fever] Dream“ nun bereits sein drittes Werk auf den Markt und dies zu Recht. Mit seiner wundervollen Stimme lädt sein Gesang nur so zum entspannen und träumen ein.

„Believe“ bildet einen tollen Auftakt und kommt zunächst etwas beschwingter aus den Boxen. Dieser Track überzeugt dabei vor allem durch Eingängigkeit und einer Melodie, die im Kopf bleibt. Mit „Doves“ geht es danach etwas ruhiger und nachdenklicher zu. Dieser Song ist durch die unglaubliche Stimme Aaron English's und die angenehme Ruhe einfach wunderschön und verleitet den Hörer dazu seine Gedanken ebenfalls wie eine Taube fliegen zu lassen und sie zu vergessen. Den Song hingegen kann man nicht so schnell vergessen, so dass ich ihn nach dem ersten Mal hören direkt noch einmal anspiele. Und wieder entfaltet sich diese mitreißende Stimme, die lediglich von einem Klavier begleitet wird. Der Track „Anthem“ holt den Hörer dann sanft aus seiner leichten Melancholie zurück, ohne jedoch zu stark zu verstören. Vielmehr setzt man auf zaghaft eingesetzte Gitarren und eine heiterere Melodie. Das folgende „Sleight Of Heart“ scheint dagegen komplett verschieden vom Beginn des Albums. Es wirkt viel sphärischer und will nicht so ganz zu den anderen Songs passen. Zudem sind die hohen Töne die Aaron hier anstimmt leider nicht so erträglich und nehmen dem Hörer ein wenig von seiner Ruhe und Entspannung. Doch bleibt dieser Song zum Glück wohl eine Ausnahme, geht es doch bei „Peace“ in gewohnt ruhiger und nachdenklicher Manier weiter. Spätestens hier wird deutlich, dass es sich um ein Album mit Köpfchen handelt. Aaron English beschränkt sich nicht auf stumpfe Popsongs. Seine Lieder haben eine Aussage und beschäftigen sich mit wichtigen Themen wie Krieg und Religion. Ob man nun der gleichen Meinung ist, spielt dabei keine Rolle, sondern dass sich der Hörer ebenfalls mit solchen Themen auseinandersetzt.
Ich werde jedoch nie verstehen, was der Song „God Bless You And Your Man“ auf diesem Album zu suchen hat. Plötzlich wird das gesamte Konzept der Songs über den Haufen geworfen und dem Hörer ein Reggae-Song präsentiert, der sich einfach nicht in das Album eingliedern will. Es ist zwar durchaus ein guter und melodischer Song, doch für meinen Geschmack hier völlig fehl am Platz. Doch habe ich diese Überraschung spätestens beim letzten Song „The Name Of This Song Is A Secret“ komplett vergessen, der den absoluten Höhepunkt und den krönenden Abschluss dieses Werkes bildet und es so noch eine Weile in meinem Kopf kreisen lässt und dessen Melodie mich gar nicht mehr loslassen will. Freunde der leisen Töne fühlt euch also aufgefordert in „American [fever] Dream“ einmal rein zu hören.

Tracklist:
01. Believe
02. Doves
03. Anthem
04. Sleight of Heart / Outro (featuring Leah Siegel)
05. Peace
06. A Northern Sort of Silence
07. Pale Saint (featuring Xiren)
08. God Bless You and Your Man
09. The Name of This Song is a Secret / Outro

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Wencke

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