Plattenkritik

Absu - Abzu

Redaktions-Rating

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Release Date: 10.10.2011
Datum Review: 11.10.2011

 

Vor zwei Jahren überraschten ABSU nach einer fast einer Dekaden langen Pause mit einem Comeback-Album, welches die Band sowohl qualitativ in überraschend unbeeinträchtigter als auch frischer Form zeigte. Eine Frische, die wohl einfach daher rührt, dass ABSU stilistisch schon immer die etwas andere Black-Metal-Band waren. Als US-amerikanische Vertreter hielt man es da nie nötig, weder bei WEAKLING noch skandinavischen Kollegen abzukupfern, sondern fand seine Nische irgendwo zwischen Thrash- und Death-Metal angehauchten Versatzstücken. Die größte Kunst dabei: Noch wie aus einem Guss und sogar atmosphärisch zu klingen, obwohl zu Anfang noch alles so völlig überfrachtet anmutet.

Auch dieses Mal sind das die Stärken, die diese Band so ausmacht. Noch zu Anfang erschreckt in Tom-Araya’scher Form gläsersprengendes Geschrei mit überaus direktem Riffing, doch schon die darauffolgenden Stücke, und spätestens das abschließende, 15-minütige „Song For Ea“ öffnen ihre Pforten für mehr Tiefgang und Substanz zwischen den Zeilen. In einem regelrechten Ping-Pong-Spiel wechseln sich so Brachialität mit bohrenden Stimmungen ab, und egal was man da gerade kriegt: Man kann sich nur freuen. Nicht zuletzt das so unglaublich treffsichere (und dazu noch produktionstechnisch so druckvoll-organisch in Szene gesetzte) Riffing ist es aber, was „Abzu“ zu einem nicht nur würdigen, sondern vielleicht sogar seine Vorgänger überflügelnden Nachfolgewerk macht.

Was kann man diesem Metal so tiefeinatmenden und abenteuerlich interpretierenden Koloss überhaupt vorwerfen? Vielleicht eben diese Überladenheit; das Fehlen jeglichen Fokuses, das gewisse Maß an Einheitlichkeit. Punkte, die meinen Idealvorstellungen eines guten Metal-Albums, welches eben manchmal auch mehr will als einfach nur Spaß zu machen eigentlich widersprechen, mich im Falle von ABSU oder „Abzu“ allerdings keineswegs stören. Ein Album, das man sich also ganz einfach ohne Erwartungen zu Gemüte führen sollte, und das in der Form wie man es eben vorgesetzt bekommt. Und ganz nebenbei: Ein Beweis, dass man auch nach 20 Jahren Bandgeschichte noch Impulse setzen kann.

Tracklist:

01. Earth Ripper
02. Circles Of The Oath
03. Abracas Connexus
04. Skrying In The Spirit Vision
05. Ontologically, It Became Time & Space
06. Song For Ea

Alte Kommentare

von Anonymous 16.10.2011 21:07

Hammer Teil!

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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