Plattenkritik

Agathocles - Peel Sessions 1997

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Release Date: 21.05.2010
Datum Review: 12.09.2010

Agathocles - Peel Sessions 1997

 

Ich kann leider nicht sagen, wann und wo diese CD(?) erscheinen wird. In der Diskographie der Band erscheint sie überhaupt nicht. Auch auf der Label HP ist nichts zu finden. Ist es ein Re-Release? Ist es ein Give Away? Ist diese CD im Jahre 1997 verschollen gegangen und nun wieder aufgetaucht? Ist diese CD des Teufels Werk und überhaupt gar nicht echt? Werde ich nun dahin siechen, weil ich diese Platte gehört habe, die jeden tötet der nicht mindestens blind, taub und stumm ist?
ALLES davon kann stimmen!!!
1985 formiert sich eine Band, deren Line up ständig im Wandel ist (ich vermute, dass die „Musiker“ alle eingeliefert wurden oder auf andere unheimliche Art und Weise verschwanden) und zu den Bands gehört die neben NAPALM DEATH das Grindcore Lager (die Band bezeichnet sich selbst als eine Mince Core Band (Zerhack- und Zerstückel-Grindcore). Wie sie klingen? Mein Vater nannte sie gerade: „Ist das eine Kreissäge? Was ist denn das für ein Film?“ Es ist eine auditive Mischung aus „Bad Taste“ und dem Original des „Exorcist“.
Die Texte sind...naja...wütend? Sie sind aber vor allem gar nicht wirklich schlecht, reduziert auf ihre inhaltlichen Werte. Da steckt schon eine Aussage dahinter: „Why those fucking lyrics/based upon pornography/degrading women/to inferiority(...)“. Das heißt wir haben hier es im Grunde mit intelligenten, emanzipierten Menschen zu tun, die grundsätzlich zur Empathie fähig sind. Leider benutzen sie auch dieses abgedroschene Cover Klischee auf ihrer HP: Katholischer Pfarrer mit kleinem Jungen (GÄÄÄÄHN!).
Im Booklet sind einige Erklärungen zur Discographie abgegeben. Also Mühe hat man sich da schon gegeben. Aber wie klingt das Ganze denn jetzt? Beschissen! Krach! Das klingt als hätte man sich in den Proberaum gestellt und einen Fisher Price Kassetten Recorder mit eingebautem Mikrofon zur Aufnahme benutzt. Wildes Geschrei, schrabbelnde Gitarren, Bass...existiert da einer? Wenn dann höre ich ihn nicht. Scheppernde Drums, kathartisches Gekeife; im Kern: Reine Agonie. Klingt für einige bestimmt toll, also unbedingt reinhören! Für mich klingt es so wie meine letzte Magen-Darm-Erkrankung. Trotz meiner Vorliebe für einen ungeschliffenen Plattensound, würde ich diese Platte jemandem schenken um ihn zu ärgern. Es geht weniger um die Musik (zu der gehört es ja rüde zu spielen), aber ND geben sich schließlich auch Mühe mit ihrem Plattensound. Ich finde die Authentizität und durchaus wissenswerte lyrische Arbeit geht hier im Chaos der Musik vollkommen gegenstandslos unter. Darum ist es schade.

Tracklist
1.A Start At Least
2.Theatric Symbolisation Of Life
3.Mutilated Regurgitator
4.Consuming Endoderme Pus
5.The Accident
6.Kill Your Fucking Idols
7.Lay Off Me
8.Media Creations
9.Age Of The Mutants
10.Thy Kingdom Won´t Come
11.Reduced To An Object
12.Is There A Place?
13.He Cared
14.Be Your Own God
15.Chistianity Means Tyranny

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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